Microsoft kauft Handy-Sparte von Nokia

Der Software-Gigant Microsoft kauft dem schwächelnden Unternehmen Nokia seinen Handy-Bereich ab. Damit könnten die Amerikaner zukünftig Hardware und Software aus einer Hand anbieten - wie beispielsweise Konkurrent Apple. In den letzten Jahren hatten Apple und Samsung Firmen wie Nokia und Microsoft abgehängt.

Microsoft© Microsoft Corporation
03.09.2013, 15:46 Uhr

Apple will in Kürze das neue iPhone zeigen, mit dem eigenen neuen Betriebssystem iOS 7. Wettbewerber Samsung baut auf das beliebte Google-Betriebssystem Android. In der letzten Zeit hatte der ehemalige Weltmarktführer Nokia, der den Trend zu Smartphones zuerst verschlafen hatte, wieder etwas Boden gut gemacht: Die Finnen hatten mehrere Smartphones unter der Bezeichnung "Lumia" mit dem Betriebssystem Windows Phone herausgebracht.
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Dies kommentieren die Experten von Frost & Sullivan so: "Bei diesem Geschäft geht es nicht um die Geräte bzw. Produkte als solche, vielmehr um die Windows Phone-Plattform. Um überhaupt eine Rolle in dieser Branche zu spielen, muss Microsoft ein starkes Ökosystem entwickeln - und bei einem Marktanteil von vier Prozent ist der Weg also noch weit. Die Aneignung von Nokia ermöglicht Microsoft seine Anstrengungen beim Windows Phone zu verdoppeln und die Lumia-Marke zu nutzen, um wirklich innovativ mit der Plattform zu sein. Zudem ist Microsoft nun viel besser positioniert, einige seiner Geschäftskunden wiederzugewinnen.
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Die Frage, die sich durch diese Akquisition stellt, ist, was Microsoft mit seiner Windows Phone-Plattform vorhat, nun da es einen Ersthersteller aus der Branche erwirbt. Seine lange Geschichte mit Partnerunternehmen lässt darauf schließen, dass es nicht der Strategie von Apple folgen, seine Plattform nur von Nokia-Geräten nutzen lassen wird. Um Marktanteile zu gewinnen, müssen Samsung und HTC an Bord bleiben, und eventuelle Bedenken aufgrund der Akquisition müssen aus dem Weg geräumt werden. Microsoft kann Nokia dafür einsetzen, eine echte Innovation auf der Plattform voranzutreiben, so wie es Google mit Motorola macht. Um jedoch erfolgreich zu sein, muss es seine guten Beziehungen mit seinen Partner weiterhin aufrecht erhalten.“