Mobilfunkdaten warnen vor Staus

Durch Auswertung der Bewegungsprofile von über 17 Millionen Handys kann der Verkehrsservice TMCpro 2.00 nun genaue Informationen über den Verkehrsfluss bereitstellen. Neben dem Frühwarnsystem für Staus übermittelt TMC Informationen über Baustellen, sogar auf Landstraßen.

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11.11.2008, 09:51 Uhr

Das System funktioniert folgendermaßen: Alle Handys halten stets Kontakt mit dem nächsten Mobilfunkmast, um immer auf Empfang zu sein. Wenn sich der Besitzer samt Telefon aus dem Sendebereich der Funkzelle bewegt, meldet sich das Handy in der nächsten Zelle an. Diese An- und Abmeldungen, zum Beispiel beim Durchfahren von Funkzellen mit dem Auto, werden anonym erfasst. Anschließend werden sie mit Daten von beispielsweise Brückensensoren oder Induktionsschleifen auf Autobahnen abgeglichen. Daraus können über Computermodelle relativ genaue Abbilder des Verkehrsflusses errechnet werden, woraus wiederum Vorhersagen für Staus möglich werden.
Flexiblere Routenplanung
Potentielle Staus sind damit vorhersehbar geworden, gesendete Frühwarnungen können zeitnah bestätigt oder zurückgenommen werden. Auch Stauverlaufstendenzen sind für Autofahrer von großem Interesse, da sie nun besser abschätzen können, ob sich das Umfahren einer Verkehrsstauung noch lohnt.
Bei den neuesten Navigationsgeräten, sogenannten Connected Devices, sendet und empfängt eine eingebaute SIM-Karte die TMCpro-Daten per GPRS. Laut TMCpro-Anbieter T-Systems Traffic sollen die ersten kompatiblen Navigationssysteme im ersten Quartal 2009 erhältlich sein.