MWC: Unser Fazit aus Barcelona

Der Mobile World Congress neigt sich dem Ende zu, und so wird es für uns Zeit ein Fazit von der größten Mobilfunkmesse der Welt zu ziehen. Wir haben für euch jede - ja wirklich jede- der 8.1 Hallen der Fira Gran Via abgegrast, um Neues zu entdecken und Schrott auszusortieren. Details lest ihr in unserem ausführlichen Bericht.

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04.03.2015, 16:54 Uhr

Die pompösen Shows und riesige Stände

Die meiste Aufmerksamkeit erlangen die größten Player. Und auch die fletschen die Zähne gegeneinander. Das Begann mit den Ankündigungen von Samsung, HTC und Huawei einen Tag vor offiziellem Beginn der Messe Pressekonferenzen abhalten zu wollen. Insbesondere die Events von HTC und Samsung für ihre neuen Flaggschiffe One M9 und Galaxy S6 (Edge) kollidierten. Es wurden Shuttle-Services aus dem Boden gestampft, um Ab- und Ankunft so zu erleichtern, dass bloß niemand zu einer Entscheidung gezwungen wird.

 

Komfortabler hatten es die großen Redaktionen, die sich auf die verschiedenen Veranstaltungsorte aufteilten, um so nichts zu verpassen. Ich habe aber leider nicht die Fähigkeit mich zu teilen, auch wenn ich während der Messe mit komplettem Gepäck das Gefühl hatte, dass es mich zerreißt, und musste Prioritäten setzen: Huaweis Pressekonferenz fand am Sonntagmittag  statt und bot die Möglichkeit danach noch das ShowStoppers-Event zu besuchen, wo kleinere Unternehmen ihre Produkte präsentieren, für die ein eigener Stand beim Mobile World Congress zu teuer ist.

 

Eine Ähnliche Veranstaltung ist die Pepcom und beide haben dieses Jahr wahrscheinlich unter der Präsentation von Samsung gelitten, bei der schon um 17:30 Uhr der Einlass begann. Am Ende dieses Tages und auch nach in Augenscheinnahme der neuen Produkte später auf der Messe bleiben die großen bei ihren altbewährten Strategien. Sie erneuern behutsam ihr Portfolio. So bleibt HTC seiner Formensprache treu und verändert nur die Kamera auf der Rückseite nennenswert durch die Abkehr von den Ultrapixeln – die nun bei der Frontkamera zum Einsatz kommen – hin zu einer 20 Megapixel Linse.

 

Samsung hat sich nun gegen Plastik entschieden und baut mit den beiden neuen Galaxy S6 Varianten auf Aluminium und Glas. Auch die anderen Neuerungen mit drahtlosem Aufladen (das auch IKEA für sich entdeckt hat), fest verbautem Akku und Quad-HD-Display sind nicht bahnbrechend – der gebogene Bildschirm ebenfalls nicht. Huawei macht sein Talkband schöner und bringt eine Smartwatch auf den Markt, nachdem andere Hersteller dies auch getan haben. Das sind zweifelsohne alles Verbesserungen: Huawei macht sich chic – sehr gut, Samsung legt endlich Wert auf Haptik – darüber freue ich mich und HTC verbaut endlich eine ordentliche Kamera – Mission erfüllt. Revolutionen werden allerdings nicht losgetreten.

Die kleinen haben Ideen

Trotzdem lohnt sich der Rundgang über die Messe mit offenen Augen. Nicht nur weil die Stände von Microsoft, Sony oder LG toll aussehen, sondern auch weil man so auf die kleineren Aussteller aufmerksam wird.  Ich habe eine poppige Uhr von Wiko gesehen, die ein Fitness-Tracker mit klassischen Zeigern ist und so eine jugendlichere Variante der Activite Pop von Withings werden könnte, wenn es nicht nur bei den Prototypen bleibt.

 

Der Sinn und Zweck der Alarmanlage fürs Handy von Gorilla erschließt sich nicht jedem auf Anhieb. Wer aber häufig an fremden Plätzen arbeitet und sein Laptop nicht immer abbauen möchte, der besitzt ein Schloss mit Kensington-Lock. Damit lässt sich der tragbare PC am Tisch im Café oder der Bibliothek befestigen und sichern, falls man zwischendurch mal seinen Platz verlassen möchte. Tablet und Smartphone bieten keine spezielle Öffnung für solche Schlösser.

 

Wenn also das Handy weiter geladen werden soll oder das iPad nicht immer mitgenommen werden kann wenn man den Platz verlässt, dann will die Firma Gorilla mit einer Alarmanalage Abhilfe schaffen, die auslöst, sobald das Mobiltelefon vom Strom getrennt wird. Das USB-Kabel muss aber nicht zwangsläufig an einem Netzteil hängen, sondern es kann auch als Schlaufe ums Tischbein einen geschlossenen Kreis bilden, sodass lautstark Alarm geschlagen wird, wenn das Tablet ausgesteckt oder der Kabel durchgeschnitten wird.

 

Unterzugehgen scheint das Thema Sicherheit, denn die Stände von AVG, Kaspersky oder der kleine Meeting-Raum von Lookout zeugen nicht von der Präsenz, die diesem Thema unserer Meinung nach gewidmet werden sollte. Ich hatte mehrere spannende Gespräche zum Thema Mobile-Security, wovon wir in den kommenden Wochen noch berichten werden, um noch mehr zu sensibilisieren. Denn so schön die neuen Smartphones auch sind und so praktisch es sein mag, dass LG ein Auto per Smartwatch entriegeln kann – wie schon im Straßen- sollte auch beim Datenverkehr „Safety first“ gelten!

Jérôme Lefèvre / Redaktion handytarife.de