Naht das Ende der billigen Tarife?

Eine aktuelle Studie sagt jetzt eine Trend-Umkehr bei den Ausgaben für Telekommunikations-Dienstleistungen voraus. Während die Anbieter den Preisverfall bei den Handytarifen stoppen, müssen sich Verbraucher auf steigende Gebühren im Festnetz einstellen. Ist bald Schluss mit günstigen Tarifen?

Handy Tarifvergleich© George Dolgikh / Fotolia.com
14.01.2016, 18:27 Uhr

Gleichzeitig erlaubt der boomende Markt für Altgeräte neue Vermarktungs- und Finanzierungsmodelle für Smartphones bei Neukauf oder Vertragsabschlüssen. Rund 130 Euro erlösen Besitzer mit alten Smartphones im Durchschnitt, Premiumgeräte ermöglichen höhere Preise. Dies ist jetzt nachzulesen in den "Deloitte TMT Predictions 2016".
"Verbraucher müssen sich auf das Ende der günstigen Telekommunikationspreise einrichten. Anbieter nutzen die Popularität von Smartphones und bandbreitenintensiven Streaming-Diensten, um hochwertige Tarifangebote durchzusetzen. Mittels innovativer Preismodelle werden sie im kommenden Jahr Übertragungsgeschwindigkeiten, mobiles Datenvolumen und digitale Inhalte stärker als bisher monetarisieren", sagt Andreas Gentner von Deloitte.
Kurz: 2016 soll Deloitte zufolge Schluss sein mit günstigen Handytarifen!
Handy- und Festnetztarife: hohes Datenvolumen für Streaming
Viele Jahre standen die Preise für Telekommunikationsdienste in Deutschland durch den starken Wettbewerb unter Druck: 2016 stabilisieren die Netzbetreiber das Tarifniveau im Mobilfunk und setzen im Festnetz sogar höhere Preise durch. Sie läuten damit die Trendwende ein, und viele Verbraucher gehen mit. Angesichts von Streaming und Connected Devices schätzen immer mehr Konsumenten leistungsfähige Netzinfrastrukturen und sind bereit, mehr dafür zu bezahlen.
Wachsende Nachfrage nach Neu- und Altgeräten
Smartphones sind Statussymbole, für viele Deutsche muss es deswegen stets das Neuste sein. Fast 60 Prozent der Endgeräte sind jünger als 18 Monate. Mit First- und Secondhand-Geräten haben drei Viertel der Deutschen ein Smartphone, bei den unter 35-Jährigen besitzt nahezu jeder eins. Der rasche Wechsel zu neuen Geräten schafft einen wachsenden Secondhand-Markt. Gebrauchte Smartphones kosten durchschnittlich 130 Euro, Premiumgeräte sind teilweise deutlich teurer. Für Anbieter erlaubt die Entwicklung zusätzliche Vermarktungsmodelle, etwa durch die Inzahlungnahme gebrauchter Geräte.