Neue Handys können Augen überlasten

Moderne Smartphones begeistern viele Anwender mit ihrer großen Vielfalt an Funktionen. Mehr als 70 Prozent der Deutschen gehen davon aus, mobile Anwendungen künftig häufiger zu nutzen. Durch das ständige Lesen und Tippen werden die Augen aber stark beansprucht, Nutzer sollten auf Entspannung und Pausen für die Augen achten.

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14.05.2011, 12:00 Uhr

"Smartphones verlagern die Kommunikation vom Hören und Sprechen auf das Lesen und Tippen", sagt Frank Grunwald, Gesundheitsexperte beim Deutschen Ring Krankenversicherungsverein. "Durch diese Veränderung nehmen die mobilen Geräte die Augen im Alltag noch stärker in Anspruch, bis hin zu Überlastungen und sogar Sehstörungen", so der Experte weiter.
Stress und Hektik trüben den Blick
Dieses Phänomen ist aus dem Büroalltag bekannt: Müde, gereizte und brennende Augen. Das "Computer Vision Syndrom" (CVS) tritt bei ununterbrochener Arbeit am Bildschirm auf und erhöht die Anspannung der inneren Augenmuskeln. Dadurch kommt es zu einer Mangeldurchblutung und die Umstellung von Nah- auf Fernsicht verlangsamt sich. Dies wirkt sich auch auf die Nutzung des Smartphones aus, das aufgrund seiner geringen Größe einen schnellen Perspektivwechsel erfordert.
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Als zweite bekannte Ursache für gereizte Augen gilt das "Office-Eye"-Syndrom. Auslöser ist die pausenlose Wanderung des Blicks zwischen Computerbildschirm, Unterlagen, Telefondisplay und Notizen. Das Auge muss sich zwischen 4.000 und 17.000-mal pro Tag an verschiedene Helligkeitsniveaus und Sehentfernungen anpassen. Smartphones verstärken diese Anstrengung noch. "Allzeitige Erreichbarkeit verkürzt natürliche Erholungsphasen, wie das Mittagessen oder die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln", sagt Grunwald. "Zudem führt das Entziffern der Bildschirminhalte auf den kleinen Geräten oft zu einer ungesunden Körperhaltung."
Augenkur für zwischendurch
Der einfachste Weg, seinen Augen etwas Gutes zu tun, ist bewusstes Zwinkern. "Viele vergessen beim konzentrierten Arbeiten regelrecht zu blinzeln. Die Zahl der Augenaufschläge nimmt von mehr als 20 auf nur noch ein- bis zweimal ab", warnt Grunwald. "Nach längeren Arbeitsphasen lohnt es sich daher, mehrfach hintereinander etwa zehnmal zu zwinkern, um die Augen zu befeuchten und den Blick aufzufrischen."
Eine gute Übung für zwischendurch ist auch das Augendrehen. Es entspannt die Muskulatur und fördert die Durchblutung. Sogar gezieltes Gähnen trägt zur Entspannung bei. "Die Gesichtsmuskulatur um die Augen wird beim Gähnen an- und wieder entspannt. Dabei tritt meist etwas Tränenflüssigkeit ins Auge, die durch Lidschläge verteilt werden kann und so für die nötige Feuchte sorgt", so Grunwald. Die Augen für einige Sekunden zu schließen oder den Blick in die Ferne schweifen zu lassen, verhilft den Augen ebenfalls zu einer angenehmen Ruhephase.
Tipps bei häufigen Beschwerden
Wer berufsbedingt häufig mit mobilen Geräten unterwegs ist, sollte bei auftretenden Beschwerden umgehend seinen Augenarzt verständigen. Möglicherweise lässt sich mit einem speziellen Sehtraining oder einer Brille für die Bildschirmarbeit unkompliziert Abhilfe schaffen. Aus ergonomischer Sicht bieten sich zudem Headsets an. So lassen sich Verspannung vermeiden, die durch das Einklemmen des Smartphones zwischen Schulter und Ohr hervorgerufen werden.