NOAH: Revolution ist im vollen Gange

Der Wandel durch die Digitalisierung und das Internet wird in allen Bereichen der Wirtschaft immer sichtbarer. Traditionelle Branchen wie die Automobilindustrie, Banken und der Energiesektor müssen umdenken und sehen sich neuen Konkurrenten in Form von Start-ups gegenüber. NOAH zeigt dabei erfolgreiche Konzepte innovativer Start-ups auf.

Frau mit Smartphone© kaboompics / Pixabay.com
10.06.2016, 08:59 Uhr

Wichtig: Obwohl es bei dem in oder anderen Big Player kriselt, sollte dies nicht als Bedrohung gesehen werden, sondern eher als Weckruf und Ansporn mutiger zu sein.
Mehr Mut gefordert
„We need more guts“ – „Wir brauchen mehr Mut“ so fordert es auch Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender von Daimler, der im Talk mit Travis Kalanick, Gründer des Taxidienstes UBER, und Bild Chefredakteur Kai Diekmann über die Zukunft der Mobilität sinniert. „Besonders hier in Deutschland sind wir oft zu vorsichtig und möchten Entscheidungen genau abwägen“, so Zetsche auf der NOAH Konferenz in Berlin. „Aber gerade wir Großunternehmen haben auch eine Verantwortung gegenüber hunderttausenden von Mitarbeiten und deren Familien.“ Gleichzeitig lobt Zetsche die Innovationskraft der Start-ups und deren Nähe zum Konsumenten mit seinen Wünschen.
UBER steht für ein ganz anderes Konzept der Mobilität, welches eher auf weniger Autos und mehr Mitfahrgelegenheiten setzt. „Zum Wohle der Umwelt und für weniger Autos in den verkehrsgeplagte Städten“ wie Travis Kalanick nicht müde wird zu betonen. Es ist ein Meeting auf Augenhöhe mit Respekt für das Erreichte des jeweils anderen. Den beiden Gesprächspartnern ist klar, dass es in Zukunft nur über ein Zusammenspiel der Konzepte gehen kann.

Steht das Fernsehen vor dem Ende?
Auch Thomas Ebeling, Vorstandsvorsitzende der ProSiebenSat.1 Gruppe, spricht von einem radikalen Umbruch in der Medienwelt. Fast die Hälfte aller Umsätze generiert ProSiebenSat.1 außerhalb seines ursprünglichen Kerngeschäfts, dem Fernsehen. Die Digitalsparte trägt bereits fast ein Drittel zum Gesamtumsatz bei, Tendenz steigend. Hat damit das traditionelle Fernsehgeschäft bald ausgedient? „Sicherlich nicht“, so Ebeling. „In den mittleren und älteren Altersgruppen verzeichnen wir sogar steigende Zuschauerzahlen. Und auch die jüngeren Zuschauern wandern nicht ab, sondern nutzen andere Kanäle als zusätzliche Quellen“. Interessant ist auch die Beobachtung, dass einige der größten und erfolgreichsten Start-ups wie Zalando drei Viertel Ihres Werbebudgets in TV investieren. Für Brandbuilding kommt man da einfach nicht dran vorbei.
Und auch Axel Springer Chef Mathias Döpfner sieht sein klassisches Geschäftsfeld der Content-Erstellung nicht in Gefahr: „Gute Inhalte waren immer gefragt und wir sehen derzeit auch wieder einen Trend, das Nutzer auch bereit sind, dafür zu bezahlen.“ Das Fazit lautet also, dass es nicht darum geht, dass traditionelle Geschäftsfelder und Unternehmen bald ausgedient haben, sondern vielmehr geht es um eine bessere Verzahnung bisherigen Modellen mit innovativen Ansätzen der Digitalwirtschaft. Und hier sind wir wieder beim Thema „We need more guts“ – Es stehen einige schwierige Entscheidungen an, dass hat die NOAH-Konferenz eindrucksvoll gezeigt.