Nokia überrascht mit einer neuen Produkt-Reihe

Stephen Elop machte den Anfang und erklärte stolz, dass WindowsPhone mittlerweile 10 Prozent Marktanteil in Europa hat. In Deutschland liegt der Wert allerdings deutlich unter 10 Prozent. Länder wie Frankreich, Italien und das Heimatland von Nokia Finnland heben den Schnitt. handytarife.de war live dabei und berichtet vom MWC.

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24.02.2014, 10:07 Uhr

Top-App-News: Blackberry-Messenger für WindowsPhone

Bei Nokia arbeitet man weiter daran den Mehrwert von Windows Phone nach außen zu tragen. Das geschieht zum einen, indem man passendes Zubehör anbietet, wie den TreasureTag, einem Schlüsselanhänger, der verhindern soll, dass man den Schlüsselbund nicht verliert. Außerdem versucht man weiterhin die Plattform mit Apps zu füllen: Ab sofort, so wurde auf dem Mobile World Congress verkündet, ist der Blackberry-Messenger (BBM) auch für Smartphones mit dem Microsoft-Betriebssystem erhältlich. Sicherlich ein marketingtechnisch kluger Schritt bei der aktuellen Diskussion um die Übernahme von WhatsApp, wenn BBM nun auf Android, iOS und WindowsPhone läuft.

Zwei neue Billig-Handys

Es folgte ein Handy für die Wachstumsmärkte: Das Nokia 220 kostet lediglich 29 Euro, wird seinen Weg aber wohl nicht nach Europa finden. Das Nokia Asha 230 hingegen schon und zwar sofort. Für 45 Euro bekommt man ein Touchscreen-Handy mit eigenständigem Betriebssystem und Lumia-Features, wie dem doppelten Tippen auf den Bildschirm, um diesen einzuschalten, Nokias eigenem Musikstreamingdienst MixRadio und der nun umbenannte Cloud-Service von Microsoft OneDrive sind ebenfalls mit an Bord. Damit auch diejenigen in den Genuss dieser Neuerungen kommen, die ein Nokia Asha bereits ihr eigen nennen, ist ein Update für April angekündigt.

Nokia X, X+ und XL

Alle Modelle der X-Reihe sind Dual-SIM-Handys und haben nicht WindowsPhone als Betriebssystem. Die Oberfläche ist mit den Kacheln zwar ähnlich, doch als Basis dient Android von Google, das aber stark angepasst wurde. Sämtliche Google Services (Gmail, Drive etc.) wurden verbannt und durch die Dienste von Microsoft ersetzt. Skype ist vorinstalliert und darf einen Monat lang für anrufe ins Fest- und Mobilfunknetz kostenlos genutzt werden. In der Microsoft-Cloud stehen 10 Gigabyte Gratis-Speicher zu Verfügung. Outlook ist vorinstalliert. Ob auch Office kommen wird, ließ Elop offen.

Das installieren von Android-Apps läuft über einen eigenen App-Store von Nokia oder andere Stores, die man nachrüsten kann. Der Play-Store von Google bleibt dabei außen vor. Die Kacheln auf dem Startbildschirm lassen sich in der Größe anpassen und in Ordnern zusammenfassen. Wischt man nach rechts kommt man in die Fastlane, die auch Asha-Handys bieten, wo Nachrichten, die am häufigsten genutzten Apps und wichtige Einstellungen zusammengefasst werden.

Nokias Glance-Screen bekommen alle drei Smartphones. Außerdem stehen die Nokia Dienste HereMaps und MixRadio zur Verfügung. X und X+ sind mit einem 4 Zoll Display ausgestattet, der nicht besonders hoch aufzulösen scheint. Das X ist ab sofort für 89 Euro verfügbar. Das X+ bekommt zusätzlich einen Micro-SD-Slot und wird ab dem zweiten Quartal für 99 Euro angeboten. Das XL mit 2 Megapixel Frontkamera und 5 Zoll Display kommt ebenfalls zu dem späteren Zeitpunkt für 109 Euro.

Hersteller Nokia will mit der X-Reihe den Druck auf andere Hersteller von Android-Smartphones erhöhen und positioniert die neuen Produkte zwischen Asha und Lumia. Die Lumia-Telefone sollen die Innovationsträger des Finnischen Mobilfunkpioniers bleiben.

Jérôme Lefèvre / handytarife.de