Preisverfall beim Handytarif? Weitere Billiganbieter vor dem Start

simyo, die Billigmarke von e-plus, hat es vorgemacht: Telefonieren für 19 Cent pro Minute rund um die Uhr in alle Netze, ohne Vertragsbindung. Mehr als 100.000 Kunden sollen bislang bei dem neuen Angebot zugegriffen haben, die Konkurrenz ist aufgewacht und will das Feld nicht kampflos räumen. Eigene Projekte mit Billig-Tarifen sollen schon bald Kunden erobern, berichtet jetzt die Wirtschaftswoche.

Handy Tarifvergleich© George Dolgikh / Fotolia.com
25.07.2005, 14:55 Uhr

Möglich sind die supergünstigen Tarife durch den Verzicht auf jeglichen Schnickschnack wie subventionierte Handys und persönliche Kundenbetreuung. Über das Internet wird die SIM-Karte bestellt und immer wieder aufgeladen.
Debitel, Mobilcom und The Phone House wollen nun dagegenhalten und planen eigene Angebote: "In den nächsten zwei bis drei Monaten wird sich etwas bewegen", so ein Mobilcom-Sprecher. "Bislang ist aber noch keine Entscheidung getroffen." In Branchenkreisen heißt es, das Unternehmen werde wahrscheinlich mit dem größten Netzbetreiber, T-Mobile, zusammenarbeiten.
Etwas forscher tritt The Phone House auf: Ein entsprechender Vertrag mit e-plus ist bereits unterschrieben, eine eigene Billigmarke vor dem Start. "Name und Termin stehen allerdings noch nicht fest", heißt es jedoch bislang. Debitel, das zehn Millionen Kunden hat, gibt sich noch zurückhaltend: "Wir bringen möglicherweise ein Angebot heraus", sagte eine Sprecherin. "Aber der Zeitpunkt ist noch offen."
So richtig freut man sich auf Anbieterseite jedoch nicht über den neuen Zwang, im Billigsegment mitmischen zu müssen: Lieber würde man Verträge mit Handys verkaufen, hier seien die Margen deutlich höher als bei den Billig-Tarifen. Allerdings bleibt kaum eine Wahl, wenn nicht simyo alleine alle willigen Billigtelefonierer einsammeln soll.
So geben die Anbieter zu, dass sie die Zielgruppe der Billigtelefonierer bisher nicht besonders gut abgedeckt hätten, diese könnte Schätzungen zufolge immerhin zwischen zehn und 20 Prozent des Marktes ausmachen.
Einen ersten Vorstoß in den Billigmarkt hatte der Münchner Netzbetreiber o2 im vergangenen Herbst unternommen, als er mit dem Kaffeeröster Tchibo einen neuen Vertriebskanal schuf. o2 hat über Tchibo bisher 385.000 Prepaid-Handys vermarktet. Dann folgte e-plus mit simyo.
Lediglich T-Mobile und o2 haben bislang angekündigt, keine eigenen Billigmarken am Markt positionieren zu wollen.
Fazit: Der lachende Dritte könnte der Kunde sein, der in Zukunft noch mehr Auswahl unter noch günstigeren Tarifen hat. Handytarife.de hält Sie natürlich aktuell auf dem Laufenden und durchleuchtet alle neuen Angebote auf eventuelle Schwächen, damit Sie nicht in Tarif-Fallen tappen!
Quellen: Wirtschaftswoche; Die Welt; Netzbetreiber