PwC-Studie: Mobile Payment fehlt die Akzeptanz

PricewaterhouseCoopers hat für ihre „Mobile Payment Reports 2017 – What customers really want“ durch das Marktforschungsinstitut Kantar EMNID 1000 Smartphone-Nutzern im Alter von 18 bis 64 Jahren in Deutschland befragen lassen. Welche Faktoren könnten mobiles Bezahlen massenmarktfähig machen?

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13.06.2017, 09:30 Uhr

Lediglich 13 Prozent der Befragten gaben an „Mobile Payment“ zu verwenden. Die übewältigende Mehrheit von fast 80 Prozent der Studienteilnehmer fürchten sich davor, dass beim mobilen Bezahlen ihre Daten gehackt und missbraucht werden könnten. Eine naheliegende Skepsis durch die abstrakte Möglichkeit, dass fremde über die permanente Verbindung des Smartphones mit dem Internet in das System eindringen könnten.

Als der Mensch das Geld erfand, tat er dies um Zahlungsvorgänge zu vereinfachen. Gegenstände sind in der Regel nicht beliebig teilbar. Eine Axt kann man schlecht gegen ein viertel Pferd tauschen, wenn dieses lebensfähig sein soll. Gleichzeitig kann der Verkäufer einer Kutsche wahrscheinlich nichts mit 500 Laiben Brot als Gegenleistung anfangen. Geld hat diese Zahlungsvorgänge deutlich erleichtert und tut dies noch heute. Die Beliebtheit von Bargeld ist mit einem Anteil von 78 Prozent der Transaktionen im Einzelhandel ungebrochen.

Schon die Kreditkarte ist nicht weit verbreitet

Gemessen am Umsatz verschieben sich diese Zahlen. Das Handelsinstitut EHI ermittelte im letzten Jahr, dass rund 52 Prozent des Umsatzes im Einzelhandel bar und fast 45 Prozent per Kartenzahlung realisiert wurden. Große Beträge werden also vermulich eher mit der Karte bezahlt. Dabei war die Girocard (ehemals EC-Karte) mit insgesamt knapp 37 Prozent am beliebtesten. Unter 6 Prozent der Umsätze entfielen auf Kreditkarten.

In der dritten Studie zum Zahlungsverhalten in Deutschland aus dem Jahr 2015 veröffentlichte die Bundesbank, dass 30 Prozent der erfassten Umsätze von Privatpersonen für Waren und Dienstleistungen - ausgenommen wiederkehrende Zahlungen wie z.B. Miete - mit bargeldlosen Zahlungsinstrumenten getätigt werden. Dazu gehören nicht nur Debit-, Kredit- und Giro-Karten, sondern auch Überweisungen und Lastschriften. In Schweden werden hingegen nur noch etwa 20 Prozent der Einkäufe in bar bezahlt.

PwC kommt zu dem Schluss, dass die Fragmentierung der vielen verschiedenen Zahlungssysteme zu der geringen Nutzung von Mobile Payment führt. Der Erfolg des Bargeldes beruht darauf, dass es jeder akzeptiert, überall damit bezahlt werden kann. Bei anderen Varianten muss am Eingang des Geschäftes oder an der Kasse erstmal überprüft werden, welche Zahlungsmittel überhaupt angenommen werden. Immerhin 42 Prozent der Befragten würden Mobile Payment nutzen, wenn die Bedingungen stimmen. Doch das behauptet die Branche schon seit Jahren.