Samsung präsentiert das Galaxy S6

Mit der Einleitung "no more internet rumors" wollte JK Shin Präsident und CEO von Samsung Electronics den Gerüchten ein Ende machen und stellte das Samsung Galaxy S6 zusammen mit einer Edge-Variante vor. Alle technischen Daten wurden allerdings nicht genannt. handytarife.de fasst die Pressekonferenz für Sie zusammen.

Samsung© Samsung Electronics GmbH
02.03.2015, 00:08 Uhr

Samsung geht voran, um die Gesellschaft besser zu machen. Das hat Erfolg, denn die Anderen werden den Koreanern folgen. So in etwa lautete die Selbstbewusste Aussage des Global-Players, der in den letzten Monaten viel Kritik einstecken musste. Begonnen hatte dies letztes Jahr beim Mobile World Congress, als das Samsung Galaxy S5 vorgestellt wurde und den hohen Erwartungen nicht gerecht wurde.

"Everything is just amazing"

Unter dieser Überschrift lassen sich viele Präsentationen zusammenfassen. Doch wenn es wirklich so wäre, dann hätten alle anwesenden Journalisten keine Daseinsberechtigung. Denn der Messe-Glanz kaschiert zuweilen so manche Schwächen, die es herauszufinden gilt. Wir werden das Samsung Galaxy S6 genauer unter die Lupe nehmen, wenn es ab dem 10. April im Handel erhältlich ist. Solange beleuchten wir zunächst die uns gegebenen Informationen von der Pressekonferenz einen Tag vor offiziellem Beginn des MWC in Barcelona.

Das Samsung Galaxy S6 hat in beiden Varianten einen 5,1 Zoll Quad-HD-Display, der hinter Corning Gorilla Glas 4 sitzt. Das entspricht der vierfachen HD-Auflösung. Im Gegensatz zum Samsung Galaxy Note 4 mit nur einer Edge, hat der Zwilling vom S6 eine Dual-Edge. Der Bildschirm ist also nach rechts und nach links gekrümmt. Beim Note 4 ist die Edge wie ein bündiges zweites Display, das Zusatzfunktionen anzeigt. Das S6 mit Dual-Edge nutzt die gesamte Breite der Anzeige.

Wenn das Smartphone mit dem Bildschirm nach unten auf dem Tisch liegt, sollen so eingehende Anrufe durch Lichteffekte besser zu sehen sein, wenn das Handy sich im Lautlos-Modus befindet. Wenn allerdings die ganze Anzeigefläche permanent genutzt wird, dann könnte es auch passieren, dass wiedergegebene Inhalte rechts und links aus dem Sichtfeld verschwinden. Unser Praxistest wird hoffentlich zeigen, dass dies kein Problem darstellt. Zu welchen Preisen die beiden Varianten angeboten werden, wurde nicht mitgeteilt.

Zum ersten Mal in der Geschichte des Samsung Galaxy S und seinen Nachfolgern ist der Akku fest verbaut. Das begründen die Koreaner mit Versprechen an eine hohe Ausdauer - wobei man den Medienvertretern die Angabe zur Kapazität der Batterie schuldig blieb - und ein schnelles Aufladen. So soll durch einen 10-minütigen Anschluss an das Ladegerät, die Nutzung um vier Stunden verlängert werden können. Hohe Anforderungen, die auch damit geweckt werden, dass eine volle Akkuladung nur halb so lange dauern soll, wie es beim Apple iPhone 6 der Fall ist.

IKEA und Samsung ergänzen sich

Das schwedische Möbelhaus hat kurz vor dem Mobile World Congress bekannt gegeben, dass schon kommenden April erste Nachtschränke, Schreibtische und Lampen mit der Qi-Technologie zum drahtlosen Aufladen ausgerüstet werden sollen. Und endlich bietet auch Samsung die Funktion ab Werk an. Demnächst bietet sich also den Mobilfunkanbietern die Möglichkeit, Bundles aus Vertrag, Smartphone und einem Möbelstück zu schnüren. Bleibt zu hoffen, dass nicht auch die Ladestation in Eigenregie zusammengelötet werden muss.

Mit "Samsung Pay" soll nun endlich der Durchbruch kommen. Dafür haben sich die Koreaner mit Visa, Mastercard und American Express starke Partner nicht nur ins Boot, sondern ins Flaggschiff geholt. Wenn der Fingerabdrucksensor dabei genauso gut funktioniert, wie bei dem Note 4, dann wird allerdings auch das prunkvollste Schiff sang und klanglos untergehen. 

Ausgesprochen interessant war das in diesem Zuge eingeführte Kürzel "MST". Wofür das genau steht, verriet der Redner nicht. Es könnte "Magnet-Streifen-Technologie" heißen. Dabei geht es darum, dass NFC nicht von allen als sicher angesehen wird, und dass Einzelhändler keine Lust haben ich für jedes Zahlungssystem ein neues Lesegerät anschaffen zu müssen. Das Samsung Galaxy S6 muss nur an ein herkömmliches Lesegerät für Magnet-Streifen-Karten gehalten werden, um eine Zahlung durchzuführen. Wie das im Detail funktioniert wurde nicht erklärt, aber wenn es funktioniert, dann ist das ziemlich clever.

Mehrere Seitenhiebe Richtung Apple konnte man sich seitens Samsung nicht verkneifen. So spielte man auf "Bend-Gate" und die sich verbiegenden iPhones an, als man den Metall-Rahmen des Samsung Galaxy S6 als besonders hart anpries. Das neue Smartphone ist mit 6,8 Millimetern auch sehr dünn geworden. So steht die Kameralinse auf der Rückseite genauso wie bei dem Konkurrenten aus Cuptertino deutlich hervor.

Die Benutzeroberfläche TouchWiz wurde entschlackt

Zur Aufnahme bereit soll die Kamera binnen 0,7 Sekunden sein, indem bei ausgeschalteten Display zweimal die Home-Taste gedrückt werden muss, um ein Foto oder ein Video aufnehmen zu können. Dabei schießt die Frontkamera Selfies mit fünf Megapixeln, während die Hauptkamera mit 16 Megapixeln auflöst. Auch hier zog man einen Vergleich zum iPhone 6 Plus, um zu zeigen wie viel besser die Fotos bei schlechten Lichtverhältnissen sein sollen.

Das Samsung Galaxy S6 wird es in weiß, schwarz, blau und grün geben. Dazu gesellt sich eine goldene Ausführung, die so golden ist, dass sie aufpassen muss nicht ins kitschige abzurutschen. In drei Speichervarianten mit 32, 64 oder 128 Gigabyte wird es das S6 und den Edge-Zwilling geben. Das deutet darauf hin, dass keine Erweiterungsmöglichkeit per Micro-SD-Karte angeboten wird. Verbaut sind außerdem ein Octacore-Prozessor und ein neuer, besonders schneller Arbeitsspeicher, der wohl mit drei Gigabyte bemessen ist.

Jérôme Lefèvre / Redaktion handytarife.de