Schärfere Kontrollen bei Handy am Steuer

Das Bundesverkehrsministerium hat die Länder zu schärferen Verkehrskontrollen aufgefordert, um Verstöße gegen das Handyverbot am Steuer zu ahnden. Wichtiger als Forderungen nach höheren Bußgelder sei eine bessere Kontrolle der Einhaltung der Regeln, erklärte das Ministerium.

Smartphone im Café© Drobot Dean / Fotolia.com
05.01.2017, 09:11 Uhr

"Die Länder müssen ihre Kontrollen verstärken und die bestehenden Möglichkeiten zur Ahndung von Verkehrssünden auch ausschöpfen", so das Bundesverkehrsministerium auf Anfrage der Radioprogramme NDR Info und N-JOY.
Das Ministerium hatte im November für die Nutzung eines Handys am Steuer eines PKW eine deutliche Erhöhung der Bußgelder und eine Ausweitung des Verbots auf Tablets und ähnliche Geräte angekündigt. Experten halten stärkere Kontrollen der Handynutzung für nötig. Nach Auffassung der Gewerkschaft der Polizei ist eine Verstärkung des Personals dafür allerdings unrealistisch.
Bußgeld auf 100 Euro erhöhen
NDR Info und N-JOY hatten im vergangenen Jahr über Studien der TU Braunschweig berichtet, denen zufolge 7,3 Prozent der Fahrer auf der Autobahn und 4,5 Prozent im Stadtverkehr dabei beobachtet wurden, wie sie ein Handy zum Tippen oder Sprechen in der Hand halten. Bisher wird das mit einem Bußgeld von 60 Euro und einem Punkt beim Flensburger Kraftfahrtbundesamt geahndet. Das Bundesverkehrsministerium will das Bußgeld zur Abschreckung auf 100 Euro erhöhen, in schweren Fällen sogar auf bis zu 200 Euro.
Hohe Gefahr durch Smartphone beim Lenken
Wie oft Handynutzung Ursache von Unfällen ist, ist mangels aussagekräftiger Erhebungen nicht bekannt. Statistiken aus Ländern wie den USA oder Österreich nennen die Nutzung von Handys als eine der Hauptunfallursachen. Das Schreiben einer SMS oder das Eintippen einer Telefonnummer erhöht das Unfallrisiko laut Studien um das Sechs- bis Zwölffache.
(Quelle: NDR via Newsaktuell)