SIMSme - Post startet eigene Messenger-App

Die Deutsche Post bringt einen kostenlosen Messenger-Dienst. Mit der App „SIMSme“ sollen Kunden sicher Textnachrichten, Bilder, Videos, Kontakte und Informationen über den eigenen Standort verschicken können. Alle Nachrichten werden automatisch beim Absender verschlüsselt und können nur beim Empfänger wieder entschlüsselt werden.

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14.08.2014, 11:36 Uhr


Diese sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung macht das Mitlesen durch Dritte unmöglich, so die Post. Alle Daten werden ausschließlich auf Servern in Deutschland abgelegt und die Nachrichten nach der Zustellung beim Empfänger von den Servern gelöscht.
Weitere Messenger im App Test:
  WhatsApp
  Talkbox Voice
  Telegramm
Während andere Messenger-Dienste sich in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen die Zustimmung der Kunden geben lassen, dass alle Inhalte, auch Bilder, ohne Einschränkung und in allen Medienformaten und über alle Kanäle weiterverbreitet werden können, soll der Nutzer bei SIMSme seine Rechte behalten.
Wer ganz sensible Nachrichten verschicken möchte, kann zusätzlich SIMSme für 0,89 Euro mit einer Selbstzerstörungsfunktion für diese Daten ausstatten. Diese kann dann bei Bedarf für alle Nachrichten angewendet werden und soll ein Mehr an Sicherheit für diejenigen Nutzer darstellen, die ihre Daten und Bilder nicht dauerhaft im Netz sehen möchten.
Die neue App SIMSme steht ab sofort für Apple iPhones und für Android-Smartphones kostenlos in den jeweiligen Stores zum Download bereit. Die Anmeldung zu SIMSme erfolgt nur über die eigene Mobilnummer. Diese braucht die Deutsche Post, um den Account zu verifizieren und um sie verschlüsselt mit anderen Kontakten aus dem lokalen Telefonbuch abzugleichen. Denn so erfährt der Kunde, welcher Kontakt aus seinem Telefonbuch ebenfalls SIMSme nutzt und mit wem er somit sicher kommunizieren kann. Sollte ein Adressat noch nicht bei SIMSme registriert sein, kann der Nutzer ihn direkt aus der App per SMS, Facebook oder E-Mail einladen, sich auch bei SIMSme anzumelden.
Auch ein Einsatz von SIMSme als kostenpflichtige Variante in Unternehmen ist laut Anbieter für die Zukunft denkbar.
Fazit: Wer braucht einen weiteren Messenger?
Diese Frage ist natürlich berechtigt. Es gibt bereits diverse Tools, die diese Aufgabe erledigen und die weit verbreitet sind. Deutsche Anbieter setzen dabei nun ganz auf das Thema Sicherheit, denn das spielt bei den derzeitigen großen Playern wie WhatsApp nur eine untergeordnete Rolle, hier kann der Anbieter theoretisch beliebig mitlesen. Laut einer aktuellen Studie der Telekom ist den Deutschen das Thema Sicherheit zunehmend wichtig - aber in der Praxis sieht es meist aus Bequemlichkeitsgründen dann doch wieder anders aus.
In einem ersten Test der neuen Post-App SimsMe mussten wir leider zudem feststellen, dass sie nicht einwandfrei funktionierte. SMS ließen sich zwar problemlos verschicken, bei Bildern oder Standortmitteilungen kam es jedoch zu Fehlermeldungen und ein Versand war nicht möglich.
Ob sich dieses Angebot also durchsetzen wird möchten wir derzeit eher bezweifeln.