Smartphone-Sucht: Die Abhängigkeit von Apps

A10 Networks und B2X haben in zwei Studien herausgefunden, dass die Abhängigkeit vom Smartphone und der darauf installierten Apps hohe Werte erreicht, und damit der Alltag vieler Menschen durch die Technik maßgeblich bestimmt wird. Das treibt kuriose Blüten, die sich in Zahlen belegen lassen.

Handy Tarifvergleich© George Dolgikh / Fotolia.com
28.05.2017, 10:00 Uhr

Zunächst wurden 2.600 Menschen in Brasilien, Deutschland, Indien, Russland und den Vereinigten Staaten von Facit Research in Kooperation mit den Professoren Meyer und Hess der Ludwig-Maximilian-Universität München interviewt. Diese Studie förderte zu Tage, dass zwanghafte Smartphone-Nutzung weiter zulegt.

Laut dem Statistischen Bundesamtes gehörten im Jahr 2015 rund 22 Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung zur Generation Y, den Digital Natives, die zwischen 1980 und 1999 geboren wurden. Ein Viertel der auch Millennials genannten Gruppe überprüft laut der Studie von B2X mehr als 100 Mal am Tag ihr Smartphone. Zum Vergleich: bei den Babyboomern, die zwischen 1955 und 1969 geboren wurden, tut dies nur jeder Zehnte. Rund die Hälfte der 18-37-Jährigen checkt mehr als 50 Mal am Tag ihr Smartphone. Von den Babyboomern sind es 15,9 Prozent.

 Mit der Menthal-App gegen Handy-Sucht und Depressionen

25 Prozent der Digital Natives hängen mehr als 5 Stunden am Tag vor dem Handy-Bildschirm. Über die Hälfte zumindest 3 Stunden,
verglichen mit nur einem Viertel der Babyboomer. Generationsübergreifend ist die ständige Erreichbarkeit. 85% der Nutzer haben ihr Mobiltelefon
immer griffbereit und 57 Prozent erwarten von
ihren Freunden und ihrer Familie auf Nachrichten eine sofortige
Reaktion oder zumindest eine Antwort innerhalb weniger Minuten.

Den Stellenwert von Handys im Alltag verdeutlichen Fragen nach dem Verzicht auf das mobile Telefon. Fast dreiviertel der Befragten würden ihr Smartphone nicht für einen einzigen Monat hergeben, selbst wenn sie dafür einen ganzen Tag mit einem ihrer Lieblingsstars verbringen könnten. 56 Prozent würden eine 10%-ige Gehaltserhöhung nicht im Tausch annehmen und eine zusätzliche Woche Urlaub reicht der Hälfte nicht, um den Verzicht auf das Handy zu kompensieren. Viele Menschen fühlen sich ohne ihr Smartphone frustriert (27%), verloren (26%), gestresst (19%) und traurig (16%).

Wie wichtig sind Apps im Alltag?

Essentieller Teil, um den Funktionsumfang moderner Mobiltelefone zu erweitern, sind Apps. Sie sind es, die ein Telefon smart machen. Die Untersuchungen des Application Intelligence Reports von A10 Networks haben ergeben, dass berufliche und private Apps fast unverzichtbar sind. Die Mehrheit der Befragten vergleichen den Stellenwert von Apps mit Grundbedürfnissen wie essen, atmen oder dem Kontakt zu anderen Menschen.

Die Studie wurde in zehn Ländern durchgeführt. In Deutschland ergab die Befragung, dass Apps ein wesentlicher Bestandteil des Lebens der Befragten sind. 70 Prozent sind der Meinung, dass sie nicht ohne Apps leben können oder dass es sehr schwierig wäre, darauf zu verzichten. Das zeigte sich auch bei der Frage, was die Studien-Teilnehmer im Falle eines Notfalls mitnehmen würden: 45 Prozent entscheiden sich für ihr Smartphone, statt wesentlicher Dokumente (32 Prozent). 56 Prozent der deutschen Befragten würde lieber ihr Haus einen ganzen Tag lang nicht abschließen, als ihr entsperrtes Smartphone eine Stunde lang auf einer Parkbank liegen zu lassen.

Zu einem ganz anderen Ergebnis kam die handytarife.de-Umfrage, in der der Schutz des Hauses oder der Wohnung deutlich höher gewichtet wird, als der Schutz der Daten auf dem Handy. Dabei ergab die Studie von A10 Networks, dass fast die Hälfte der Befragten der Ansicht ist, dass es realistischer ist, dass ihre mobilen Daten gehackt und ihre persönlichen Informationen gestohlen werden, als dass jemand in ihr Auto einbricht oder ihr Haus ausraubt.