Smartphone, Tablet & Co. boomen

Jederzeit und überall online zu sein - vor wenigen Jahren war das nur für die digitale Avantgarde interessant. Inzwischen steht das mobile Internet hoch im Kurs: Gut ein Drittel der Verbraucher in Europa nutzt bereits die Möglichkeit, unterwegs zu surfen, Nachrichten zu senden und online einzukaufen.

Frau mit Handy© oneinchpunch / Fotolia.com
19.07.2012, 14:24 Uhr

Was diese Konsumenten von Unternehmen erwarten und wie sich Reputation im sozialen Netz schützen lässt, waren jetzt Themen einer Tagung der GfK.
Obwohl immer mehr Verbraucher das Internet mobil nutzen, ging dieser Trend an bestimmten Bevölkerungsgruppen bislang vorüber. Aktuelle Daten und Expertenmeinungen zur Entwicklung in Europa bot der GfK Verein den rund 500 Teilnehmern der Tagung.
Smartphones bevorzugt
Das Internet für unterwegs ist ein Verkaufsschlager. Allein im Jahr 2011 legten sich deutsche Verbraucher rund 14,6 Millionen Smartphones zu - 16-mal mehr im Vergleich zu 2007, als das Apple iPhone herauskam. Als mobile Verbindung ins Netz verwenden die Verbraucher in erster Linie ihr Smartphone. Tablets und Netbooks spielen bei der Internetnutzung außer Haus bislang eine deutlich geringere Rolle.
Deutschland unter den Schlusslichtern
Trotz boomender Absatzzahlen: Ein Blick über die Grenze zeigt, dass Deutschland derzeit nicht zur internationalen Spitze gehört. Laut einer GfK-Studie sind die Niederländer und Briten Vorreiter, mit einem Anteil von 42 Prozent bzw. 38 Prozent an mobil gut vernetzten Konsumenten. In Deutschland zählt nur knapp ein Drittel der Verbraucher zu dieser Nutzergruppe - einer der geringsten Werte in der Untersuchung. Im Länderdurchschnitt zeigt sich außerdem eine deutliche Kluft: Vier von zehn europäischen Konsumenten zeigen derzeit noch kein Interesse, das Internet mobil zu nutze.
Mobile Menschen nicht häufiger online
Was kennzeichnet Personen, die auch in der Bahn, im Café oder im Park jederzeit online sein möchten? Wie intensiv eine Person die neuen Kommunikations-Möglichkeiten nutzt, hängt meist nicht damit zusammen, wie viel sie unterwegs ist. Die Nutzergruppe der Hochmobilen und gleichzeitig stark Vernetzten ist mit einem Anteil von 13 Prozent die kleinste in der Studie. Dieser Verbrauchertypus nutzt vor allem die Option, auf Reisen berufliche Aufgaben zu erledigen. Demgegenüber verwenden die weniger mobilen Verbraucher ihre Geräte unterwegs vorwiegend zum Telefonieren und Chatten.
Handy wichtiger als Geldbörse
Betrachtet man die sozialen und demografischen Merkmale, so sind in erster Linie Jugendliche, Studierende sowie junge Gut- und Topverdiener stark vernetzt. Unter ihnen gibt es den größten Anteil an Intensivnutzern, für die das mobile Internet nicht mehr wegzudenken ist. 88 Prozent dieser Gruppe bestätigen, dass sich ihr Leben durch die ständige Kommunikation grundlegend geändert hat. Für sechs von zehn wäre es schlimmer, das Smartphone zu verlieren als das Portemonnaie. Intensivnutzer suchen aktuelle Informationen überwiegend online, gedruckte Zeitungen und Zeitschriften lesen sie kaum noch. Hedonismus und Statusdenken sind in dieser Gruppe stark ausgeprägt. Bei Konsumgütern legen die Vorreiter höheren Wert auf Design und kaufen gern "Dinge, die sonst keiner hat".
Wunsch nach Privatsphäre
Alle Nutzergruppen eint, dass sie sorgsam mit ihren persönlichen Daten umgehen. Und selbst die eifrigsten Onliner gönnen sich regelmäßig Auszeiten, indem sie ihre Handys abschalten.