Smartphones im Visier von Hackern

Die Zahl der Viren-Attacken wird 2014 neue Rekordwerte erreichen, darin sind sich alle Experten einig. Hacker werden besonders Smartphones und Tablets angreifen: mit Botnetzen, Banking-Trojanern und Erpresser-Viren. Die Fachzeitschrift Computer Bild hat jetzt aktuelle Security-Software für Mobilgeräte und Computer unter die Lupe genommen.

Smartphone im Café© Drobot Dean / Fotolia.com
09.02.2014, 17:51 Uhr

Gefährdet sind zurzeit hauptsächlich Android-Handys, denn Nutzer können ihre Apps auch abseits des PlayStores beziehen und sich dabei Malware auf ihr Gerät laden. Deshalb hat Computer Bild Android-Schutz-Apps im Testlabor und im Sicherheitsinstitut AV Test in Magdeburg getestet. Den besten Schutz boten die Kauf-Apps von Kaspersky (Testergebnis: 2,66; Preis: 10,95 Euro) und Bitdefinder (Testergebnis: 2,85; Preis: 7,95 Euro). Allerdings haben auch sie Schwächen: Installiert der Nutzer eine verseuchte Alternativ-Tastatur, reagiert Kaspersky nicht. Bitdefender enttäuscht mit der Datensicherheit bei Handyverlust. Ausgerechnet Avira (Testergebnis: 4,06; nur erhältlich im Paket mit Programm, Preis: 89,95 Euro), die teuerste App, ist ihr Geld nicht wert. Denn sie versagt bei Phishing und Diebstahl. Gratis-Apps bieten zwar teils ordentlichen Schutz, die beste kommt ebenfalls von Kaspersky, sie helfen jedoch nicht bei Phishing-Attacken. Generell gilt: Für Blackberry-Handys und iPhones gibt's weniger Handy Schadprogramme. Sie sind deshalb aktuelle weniger gefährdet, als Android-Geräte.
  Die besten Antivirus Programme für das Handy
Die Experten haben außerdem die sechs wichtigsten PC-Schutzprogramme auf Herz und Nieren geprüft, denn auch die Gefahr für Computer steigt: BIOS-Viren verstecken sich beispielsweise im BIOS, dem Grundprogramm des PCs. Viele Viren-Softwares können sie dort nicht finden. Schwer zu entdecken sind auch Return Oriented Programming-Viren (ROP), die Sicherheitslücken in harmlosen Programmen nutzen und bei bestimmten Funktionen aktiv werden. Die größte Gefahr geht aber von verseuchten Websites aus. Ergebnis des Tests: Vier der sechs Kandidaten erreichten gute Ergebnisse. Kaspersky (Testergebnis: 1,83; Preis: 59,95 Euro) schaffte es mit dem besten Paket aus gutem Schutz und einfacher Bedienung auf Platz 1. Drama im Test: Weltmarktführer Norton (Testergebnis: 3,70; Preis: 59,99 Euro) landete auf dem letzten Platz.
Die Experten raten, noch vorsichtiger bei unbekannten E-Mail-Anhängen und Websites zu sein sowie den Schutz immer auf dem neuesten Stand zu halten. Denn europaweit stammen die meisten verseuchten Seiten aus Deutschland.