Smartphones: Sind die fetten Jahre vorbei?

Die Wachstumsgrenzen scheinen erreicht, zumindest was den Absatz von Smartphones im deutschen Markt angeht. Wearable Devices wie Smart Watches sind hingegen noch weit von einem Boom entfernt. Das zeigt der Deloitte Global Mobile Consumer Survey 2014, wozu 2.000 deutsche Verbraucher befragt wurden.

Frau mit Smartphone© kaboompics / Pixabay.com
16.09.2014, 10:41 Uhr

Die Untersuchung repräsentiert mehr als 80 Prozent der weltweiten Mobilfunknutzer (Umfrage in 22 Ländern unter 45.000 Mobilfunkkunden). In Deutschland läuft der Handy-Verkauf zunehmend online, im stationären Handel dominieren die Shops der Mobilfunkanbieter. Für die Verbraucher zählen auch und vor allem die Netzqualität, bei LTE zeigen sie sich eher zurückhaltend. Auch hat sich die Hoffnung, mit Bundles Zusatzeinnahmen zu generieren, bislang nicht erfüllt.
Maximale Smartphone-Abdeckung
Obwohl sich die Verbreitung vernetzter Endgeräte in Deutschland fortsetzt, scheinen Wachstumsgrenzen in Sicht. So planen verglichen zum Vorjahr deutlich weniger Verbraucher die Anschaffung eines Smartphones - die Interessentenzahl hat sich über alle Altersgruppen um etwa zwei Drittel reduziert. Keine Rolle spielen bislang sogenannte Wearables und die zwischen Smartphones und Tablets angesiedelten Phablets.
Online-Handel dominiert
Der Verkauf von Smartphone, Tablet & Co. konzentriert sich zunehmend auf den Online-Handel. Heute geht bereits über die Hälfte der Geräte über die virtuelle Ladentheke. Dabei nehmen die großen Internethändler den Mobilfunkanbietern Marktanteile ab. Im stationären Handel stehen die Shops der Netzbetreiber oben in der Käufergunst.
WiFi bevorzugt
Kunden achten auf den Preis - aber auch auf die Netzqualität. Dennoch nutzen viele Verbraucher lieber WLAN als Datendienste über Mobilfunk-Infrastrukturen. Auf wenig Enthusiasmus stoßen bislang LTE-Netze, hier bleibt das Wachstum bescheiden. Zwar hat sich die Nutzerzahl binnen Jahresfrist verdoppelt, allerdings nur auf ein moderates Niveau. Auch das weitere Wachstum wird kaum dynamischer, denn die größten Hürden sind die Kosten sowie der unscharfe Mehrwert für die Verbraucher.
Mobil Messaging beliebt
Mobile Instant Messaging entwickelt sich zum beliebten Kommunikationskanal, insbesondere wegen der Zusatzfunktionen wie dem Versenden von Fotos und Videos oder der Möglichkeit von Gruppenchats. Die gute, alte SMS abzuschreiben wäre jedoch verfrüht: Deren Nutzung bleibt ebenfalls konstant hoch.
Spielen und Musik hören
Zur Unterhaltung werden Smartphones am häufigsten für Games und zum Hören von lokal gespeicherter Musik genutzt. Neue, vielversprechende Anwendungen sind nicht in Sicht. Bevorzugt je etwa ein Drittel der Befragten die genannten Funktionen, so liegt der Anteil derer, die bereits Musik-Streaming betreiben, bei gerade einmal 9 Prozent. Hier zeigt sich in den verschiedenen Altersgruppen allerdings ein durchaus uneinheitliches Bild: Während 17 Prozent der 18- bis 24-Jährigen Musik-Streaming nutzen, tun dies nur 4 bis 6 Prozent der 35- bis über 65-Jährigen. Wenig Anklang finden zudem die mobilen Bezahldienste, während mobile Werbung an Akzeptanz gewinnt.