Spam-Aufkommen in Deutschland verdoppelt sich

2015 hat sich die Anzahl der weltweiten Spam-Mails wieder deutlich erhöht. Das zeigen die Statistiken mehrerer internationaler Anbieter für Sicherheitssoftware. web.de und gmx liefern nun für den deutschen Markt aktuelle Zahlen: Mit über 100 Millionen täglich hat sich die Anzahl der Spam-Mails im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.

Handytarife im Vergleich© blackzheep / Fotolia.com
10.02.2016, 13:35 Uhr

Die Anzahl schädlicher Links hat sogar noch deutlicher zugenommen. Und auch bei den Spam-Themen gibt es neue Trends.
Im Sommer 2015 vermeldete Symantec noch die weltweit niedrigste Spamquote seit dem Jahr 2003. Der Anteil von Spam-Mails am gesamten weltweiten E-Mail-Aufkommen war in den ersten sechs Monaten des Jahres auf 49,7 Prozent gefallen. Im zweiten Halbjahr kehrte sich dieser Trend allerdings wieder um. Im November lag die Quote beispielsweise bei 54,1 Prozent. Ebenso sind mehr Mails mit schädlichem Inhalt versendet worden.
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Diese Entwicklungen bestätigen auch Statistiken von web.de und gmx für den deutschen E-Mail-Markt. Im Jahresvergleich ist die Anzahl der Spam-Mails deutlich gestiegen, Experten erkannten 2015 pro Tag im Schnitt 105,9 Millionen Spam-Mails. Die Zahl hat sich damit mehr als verdoppelt. 2014 waren es noch 50 Millionen pro Tag. Ebenso hat sich die Anzahl schädlicher Links in Spam-Mails stark erhöht.
Trend zur Wegwerf-Domain
Die Gründe für den Anstieg sind vielfältig. Neben der weiterhin zunehmenden Professionalisierung Online-Krimineller spielt dabei vor allem die stark steigende Anzahl an Endgeräten eine entscheidende Rolle, diese sind – wie etwa Smartphones – auch permanent online. Demnach haben kriminelle Hacker mehr Möglichkeiten, Spam zu versenden.
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Außerdem ist festzustellen, dass das Spam-Geschäft immer schnelllebiger wird. Die Filter der E-Mail-Anbieter sind inzwischen so gut, dass sie fast jede Spam-Mail erkennen. Spam-Versender müssen deswegen immer schneller ihre Vorgehensweise ändern. Ein Beispiel dafür ist der Trend zur Wegwerf-Domain. Spam-Versender wissen, dass Domains – also die Endung einer E-Mail-Adresse (name@domain.de), die sie zum Spammen verwenden, – sehr schnell erkannt werden. Deswegen verwenden sie eine Domain oft nur für eine einzige Spam-Attacke. Oft greifen Spammer auch auf URL-Shortener zurück, um die eigentliche Zieladresse zu verschleiern, an der man sich dann ein Virus oder eine Malware einfangen kann.
6 Tipps zum Umgang mit Spam

  • Spam-Filter lernen permanent weiter: Wurde eine Spam-Nachricht mal nicht erkannt, sollte diese zunächst als Spam markiert werden (zum Beispiel, indem sie in den Spamordner verschoben wird) und nicht direkt gelöscht werden. Denn durch jede als Spam gekennzeichnete Mail lernt das System etwas darüber, was für den individuellen Nutzer Spam ist und was nicht. So werden die persönlichen Spam-Filter im E-Mail-Postfach trainiert.
     
  • Mail-Adressen sollten nicht überall angegeben werden: E-Mail-Adressen sollten nicht unbekümmert öffentlich im Netz, wie zum Beispiel in Foren, Blogs oder sozialen Netzwerken, veröffentlicht werden. Internet-Kriminelle gehen dort gezielt auf die Suche nach E-Mail-Adressen, denen sie Spam zusenden können.
     
  • Sinnvoll ist es auch, mehrere E-Mail Adressen für verschiedene Anwendungen zu nutzen. So kann beispielsweise eine E-Mail-Adresse für die Korrespondenz mit Freunden und Behörden genutzt werden, eine andere fürs Online-Shopping und eine dritte für die Reisebuchung oder Foren. Damit werden die Angriffsziele weiter verteilt und die persönliche Identität eines Bürgers beschränkt sich nicht nur auf eine einzige E-Mail-Adresse.
     
  • Auf Spam-Nachrichten sollte niemals geantwortet werden. Eine weitere Gefahr versteckt sich hinter Links, die eine mögliche „Abbestellung“ von Spam-Nachrichten oder Newslettern vortäuschen, da diese oft gefälscht sind. Einem Abmelde-Link sollte man nur dann folgen, wenn der Absender bekannt und vertrauenswürdig ist. Besser ist es, die Homepage des Versenders zu besuchen und die Abbestellung dort vorzunehmen.
     
  • Vorsicht bei Rechnungen: Nutzer sollten kritisch bei eingegangenen Mails sein: Wer bei einem Anbieter beispielsweise keinen Vertrag hat, aber Rechnungen von ihm erhält, sollte dort zunächst nachfragen (oder online im entsprechenden Nutzerkonto nachsehen), statt Links in der Mail zu folgen oder Anhänge zu öffnen.
     
  • Bewusstes Nutzerverhalten: Hier hilft ein wachsames Auge im Umgang mit Mails und Links. Diese sollten nicht arglos geöffnet bzw. aufgerufen werden. Im Zweifel sollte beispielsweise ein Link in einer Mail nicht angeklickt werden, sondern die URL des Absenders direkt in den Browser eingegeben werden.

(Quelle: web.de/gmx)