Spanische Telefónica will Mobilfunk-Anbieter O2 kaufen

Der spanische Telekom-Konzern Telefónica will für umgerechnet rund 26 Milliarden Euro den britischen Mobilfunk-Betreiber O2 übernehmen und damit zum Branchenführer Vodafone aufschließen. Das Management von O2 stimmte der Transaktion zu und will seine eigenen Aktien an Telefonica verkaufen. Die Offerte sei «fair und angemessen». Die Marke O2 soll erhalten bleiben.

o2© Telefónica
31.10.2005, 16:13 Uhr

Telefónica würde zusammen mit O2 die Deutsche Telekom als zweitgrössten Mobilfunkanbieter Europas hinter Marktführer Vodafone ablösen, der 165 Millionen Kunden unter Vertrag hat. Telefónica verspricht sich von dem Zukauf gleich ab dem ersten Jahr einen Gewinnbeitrag. Von 2008 an werde ein positiver Einfluss von 293 Mio. Euro erwartet, der unter anderem durch den gemeinsamen Einkauf von Infrastruktur und Handys erreicht werden soll.
Durch den Zusammenschluss kämen zwei schnell wachsende Unternehmen zusammen, die sich geografisch gut ergänzten, sagte O2- Chef Peter Erskine, der das Unternehmen weiterhin führen soll. «Wir können auf dem aufbauen, was wir erreicht haben und müssen uns nicht integrieren und Jobs wegrationalisieren.» Eine Fusion sei auch gut für die Verbraucher: Wenn die Regionen der beiden Unternehmen verbunden werden, könnten Kunden von besseren Roaming- und Servicebedingungen profitieren.
Um O2 rankten sich seit längerem Übernahmegerüchte. So prüften bereits die Deutsche Telekom und niederländische KPN eine Übernahme des Unternehmens, konnten sich aber nicht dazu durchringen. O2 gilt mit einem Kundenbestand von 24,6 Millionen als zu klein, um auf dem europäischen Mobilfunkmarkt alleine bestehen zu können. Für den Fall einer Offerte eines Konkurrenten für O2 hatte die Telekom nicht ausgeschlossen, ein neues Angebot für O2 vorzulegen. Um diese Möglichkeit zu verbauen, habe Telefónica eine Barzahlung angeboten und keinen Aktientausch, hieß es in Branchenkreisen.