Sprachsteuerung setzt sich bei Smartphones durch?

Kennen Sie jemanden, der um einen Anruf zu tätigen oder eine SMS zu schreiben mit seinem Handy spricht? Gefühlt (oder gesehen) macht dies eigentlich niemand. Und dennoch: Eine aktuelle Umfrage behauptet jetzt, dass jeder zweite Smartphone-Nutzer (52 Prozent) sein Mobiltelefon per Stimme bedient. Verrückt!

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05.02.2016, 10:59 Uhr

Dabei soll die Sprachsteuerung besonders unter jungen Smartphone-Nutzern beliebt, sagt der Bitkom.
Bei den 14- bis 29-Jährigen verwenden demnach schon 58 Prozent die Spracheingabe, bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 54 Prozent und bei den 50- bis 64-Jährigen 52 Prozent. Bei den Smartphone-Nutzern ab 65 gibt jeder Vierte (25 Prozent) Fragen oder Befehle per Stimme ein statt über das Display.
Wer die Sprachsteuerung seines Smartphones nutzt, tut das derzeit vor allem, um einen Anruf aufzubauen (80 Prozent), aber auch um eine Textnachricht zu verfassen (49 Prozent) oder um beispielsweise das Wetter oder die aktuellen Fußballergebnisse abzufragen (33 Prozent). Ebenfalls beliebt sind die Navigation (16 Prozent) oder das Starten von Apps (12 Prozent) per Spracheingabe.
Historie der Steuerung von Handys
Die Steuerung von Mobiltelefonen hat sich in wenigen Jahren stark geändert: Die ersten Handys hatten Tasten, die mehrfach belegt waren. Entsprechend langwierig war das Tippen von SMS. Die Worterkennung beschleunigte die Tastatureingabe. Später wurde dann zudem bei bestimmten Modellen jeder Taste ein einzelner Buchstabe zugeordnet. Beim Smartphone wurde die physische Tastatur durch ein Touch-Display ersetzt. Die neuen Betriebssysteme der Smartphones unterstützen in aller Regel Sprachbefehle.
Für den Durchbruch auf dem Massenmarkt sorgte Apple im Jahr 2011. Damals stellte das Unternehmen die Spracherkennungssoftware Siri für das iPhone 4s vor. Ein Jahr später zog Google mit Google Now nach. Die Verarbeitung der Spracheingabe geschieht dabei nicht auf dem Mobiltelefon, sondern auf Servern der Unternehmen. Dieses Verfahren erhöht die Zuverlässigkeit beim Erkennen der gesprochen Befehle. Allerdings werden dafür schnelle mobile Internet-Verbindungen gebraucht. Die Spracherkennung profitiert also vom Trend zum Cloud Computing, den schnelleren mobilen Internetverbindungen und mobilen Daten-Flatrates.
Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Befragung, die Bitkom Research durchgeführt hat. Dabei wurden 749 Nutzer von Smartphones ab 14 Jahren befragt.