T-Mobile: Netzsperre in Vertragshandys

Zusatzkosten können neuerdings auf Kunden zukommen, die einen Vertrag bei T-Mobile abschließen. Denn der Bonner Anbieter versieht immer mehr Vertragshandys mit einer sogenannten Netzsperre. Dadurch kann der Nutzer sein Gerät nur noch mit SIM-Karten von T-Mobile nutzen, ähnlich wie beim durch Prepaid-Karten bekannten SIM-Lock-Handy.  

Chatten© nenetus / Fotolia.com
02.02.2006, 13:07 Uhr

Die Intention, die dahinter steht, ist klar: T-Mobile will vor allem die Karten der derzeit boomenden Discount-Anbieter aus seinen Handys verbannen, denn das Ganze ist ein simples Rechen-Exempel. Kostet beispielsweise ein neues Handy ohne Vertrag 500 Euro, wird aber subventioniert mit zweijährigem Laufzeitvertrag schon für einen Euro angeboten, so wird der Vertrag abgeschlossen, der Kunde benutzt jedoch eine Discounter-SIM-Karte in diesem Handy und telefoniert zu günstigeren Konditionen. Selbst bei einer Grundgebühr des Laufzeitvertrages von 20 Euro würde er noch besser dastehen, denn die Subventionierung des Gerätes bringt ihm umgerechnet auf die zwei Jahre Vertragslaufzeit etwas mehr als 20 Euro monatlich.
Selbstverständlich ist diese Variante nur für denjenigen interessant, der stets darauf bedacht ist ein aktuelles und hochwertiges Endgerät zu besitzen.
Vor allem im Ausland kann die Netzsperre zusätzlich teuer werden, denn mit einer ausländischen Prepaid-Karte kann man sich ohne teure Roaming-Gebühren aus Deutschland preiswert per Call-by-Call anrufen lassen. Auch Anrufe nach Deutschland mit der Karte des lokalen Anbieters sind in der Regel günstiger als über den deutschen Provider.
T-Mobile in Vorreiterrolle
T-Mobile machte jetzt den ersten Schritt, um Handys mit fremden Karten unbrauchbar zu machen. Zur Begründung lässt ein Pressesprecher verlauten, dies geschehe „im Interesse der Kunden“. Denn nur bei Nutzung des T-Mobile-Netzes seien bestimmte Funktionen der Handys, wie beispielsweise das Surfen im Internet, uneingeschränkt möglich. Beim Konkurrenten Vodafone wird bislang nur ein einziges Vertragshandy, das VPA 4, mit einer Netzsperre versehen. Nur so könne man das Gerät zu einem so günstigen Preis anbieten. Ob die Sperre auf weitere Vertragshandys ausgedehnt wird, sei derzeit offen. Bei E-Plus und O2 gibt es momentan keine Netzsperren für Vertragshandys und sie sind nach Auskunft der Unternehmen auch nicht geplant.
Nach Ablauf ihrer zweijährigen Vertragslaufzeit können T-Mobile-Kunden die Sperre kostenfrei aufheben lassen. Eine vorzeitige Freischaltung ist möglich, kostet dann jedoch 99 Euro.
Was denken Sie über die T-Mobile Netzsperre? Diskutieren Sie mit im Forum!
Quelle: Welt am Sonntag