Telekom soll StreamOn nachbessern

Seit April hat die Bundesnetzagentur die StreamOn-Option auf ihre Vereinbarkeit mit geltenden Gesetzen geprüft. Nun wurde mitgeteilt, dass die Option nicht in Gänze dem Gebot der Netzneutralität und dem Roam-like-at-home-Prinzip entspricht. Wie wird es weitergehen? Der magentafarbene Mobilfunkbetreiber hat sich auch geäußert.

Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG
09.10.2017, 16:44 Uhr

Mehrere Portale, darunter onlinkosten.de, berichten, dass die Bundesnetzagentur bei der Prüfung der StreamOn-Option der Deutschen Telekom endlich zu einem Ergebnis gekommen ist. Demnach gestattet die Aufsichtsbehörde Zero-Rating grundsätzlich.

Bei StreamOn werden Dienste wie Spotify, Netflix, die Mediatheken von ARD und ZDF sowie einige andere Streaming-Dienste nicht auf das Datenvolumen angerechnet, wenn der Telekom-Kunde die Option gebucht hat und die jeweilige Audio- bzw. -Video-Plattform sich bei dem Bonner DAX-Unternehmen angemeldet haben. Die Regulierungsbehörde stört sich allerdings an der Option „StreamOn Music&Video“ die ab dem MagentaMobil L Tarif hinzugebucht werden kann. Denn dann werden sämtliche Videos nur noch in DVD-Qualität wiedergegeben, während es keine Reduktion der Qualität bei Musik-Streaming-Diensten gibt. Die Bundesnetzagentur sieht hierein eine Ungleichbehandlung des Datenverkehrs.

StreamOn gilt bisher nicht im Ausland

Außerdem lässt sich StreamOn nicht im Ausland nutzen. Seit dem 15. Juli sollen Mobilfunk-Kunden aber ihre Handytarife wie zuhause nutzen können. Mit dem Prinzip "Roam-like-at-home" sind Roaming-Gebühren für Reisende in der EU, Norwegen, Island und Lichtenstein grundsätzlich abgeschafft worden. Die Bundenetzagentur ist folglich der Auffassung, dass Telekom-Kunden sie Option StreamOn auch im Ausland nutzen können sollten.

Die Telekom teilt diese Rechtsauffassung nicht und prüft nun, wie sie mit den von der Bundenetzagentur bemängelten Vertragsbestandteilen umgeht. Werden die Mängel nicht beseitigt, kann die Regulierungsbehörde dies anordnen, ein Zwangsgeld verhängen oder die Tätigkeit als Betreiber von Telekommunikationsnetzen oder Anbieter von Telekommunikationsdiensten untersagen. Die Rolle rückwärts hat sie die Telekom bereits in ihren AGB vorbehalten. Sie könnten die Option auch abschaffen, ohne dass die Kunden ein Sonderkündigungsrecht hätten.