Tipps für Urlaubsbilder mit dem Smartphone

Anfangs noch von Hobby-Fotografen belächelt, ersetzen flache Smartphones heute im Urlaub zusehends Kompaktkameras. Die Möglichkeit, Fotos direkt zu bearbeiten und zu verschicken oder in soziale Netzwerke hochzuladen, macht Smartphones gerade auf Reisen sehr attraktiv. Wie aber ist eine gestochen scharfe Bildqualität via Smartphone überhaupt möglich?

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20.07.2013, 20:21 Uhr

Oliver Schindelbeck ist als Projektleiter bei der Carl Zeiss AG unter anderem für die Optik des neuen Nokia Lumia 925 verantwortlich. Was eine gute Kamera im Smartphone ausmacht, erklärt er im Interview.
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Was macht die Kamera im neuen Lumia so speziell?
Schindelbeck: An erster Stelle steht hier die optische Bildstabilisierung. Die erlaubt es, relativ lange Belichtungszeiten im Dunkeln zu wählen, ohne verwackelte Bilder zu bekommen.
Beim Lumia 925 ist das Kameramodul kleiner als eine Fingerkuppe. Wie passen da sechs Linsen hinein? Welchen Zweck haben so viele Linsen?
Schindelbeck: Das Kameramodul ist sogar flacher als beim Lumia 920 mit 5 Linsen. Wir standen vor der Herausforderung, noch eine sechste Linse zu integrieren, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Wir haben uns dabei darauf konzentriert, die Gesamtschärfe des Bildes zu erhöhen, ganz speziell in den Randbereichen. Im Vergleich zu den Objektiven anderer Smartphones konnten wir hier eine deutliche Evolution erzielen. Die "Eintrittspupille" bei diesen Optiken ist ja immer relativ klein. Das führt auch dazu, dass die Leute denken, mit solchen Stecknadelkopfgroßen Optiken könne man keine guten Aufnahmen machen. Dieser kleine Punkt muss so aufgeweitet werden, dass er auf die ganze Sensorfläche trifft. Das kann man mit nur einer Linse machen, aber dann hätte dies deutliche Bildfehler zur Folge. Verwendet man mehrere Linsen mit unterschiedlichen Eigenschaften, kann man den "Aufweitungsaufwand" besser verteilen. Bildfehler können so kompensiert oder gering gehalten werden. Mit der sechsten Linse werden die Bilder im Randbereich also deutlich besser.
Wohin geht der Trend bei Smartphone-Kameras? Ist überhaupt noch eine weitere technische Entwicklung möglich, oder werden jetzt physikalische Grenzen erreicht?
Schindelbeck: Man denkt ja immer, technische Grenzen seien erreicht. Blickt man dann aber zwei Jahre zurück, sieht man, dass sich noch einiges getan hat. Als wir 2005 die erste Kamera mit Nokia entwickelt haben, war das ein großer Sprung. Aus heutiger Sicht war die Bildqualität damals doch sehr bescheiden. Ein Zukunftstrend ist das Thema "Computational Photography", also rechnerunterstützte Bildgebung. Viele Dinge können so nach der eigentlichen Aufnahme per Software korrigiert werden. Das gibt auch viel mehr Spielraum auf der Hardware-Seite. Wenn künftig Verzeichnungen per Software sehr gut korrigiert werden, können wir unser Optik-Design entsprechend anpassen. Wenn wir mehr Verzeichnungen zulassen, könnten wir dann an anderer Stelle Verbesserungen erzielen. Auch die Bildsensoren entwickeln sich immer weiter, das Bildrauschen wird immer geringer, was ebenfalls neue Möglichkeiten beim Design der Optiken ermöglicht.
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Bildbearbeitungs-Apps für Urlaubs-Bilder
Ist das mit dem Smartphone geschossene Bild dann doch noch nicht ganz perfekt geworden, lässt es sich mit der passenden Bearbeitungs-App korrigieren: Eine Anwendung, die gleich mehrere Bearbeitungsoptionen beinhaltet, ist "Pixlr Express". Die App bietet Möglichkeiten, Bilder zuzuschneiden, Lichtverhältnisse zu korrigieren und mit einer Vielzahl von Filtern dem Bild die richtige Atmosphäre zu verleihen. Insgesamt beinhaltet die App weit über 600 Funktionen und ist für iOS und Android verfügbar. Wer noch mehr Bearbeitungs-Werkzeuge wünscht: Die App gibt es auch in der kostenpflichtigen Premium-Variante.
Reisende, dir ihre Urlaubserinnerungen gebündelt in einem Buch festhalten möchten, laden am besten die App "clixxie", mit der man vom Smartphone aus sein individuelles Fotobuch in Auftrag geben kann. Hierbei kann der Anwender sich sein Buch in der Pocket- oder Compact-Variante mit jeweils 15 oder 30 Fotos zusammenstellen und mit Titel oder Widmung versehen. Auf Wunsch können die Bilder auch zuvor noch bearbeitet werden. Hier ist aber Vorsicht geboten: Bearbeitete Bilder haben oft eine schlechtere Qualität und werden ausgedruckt schnell pixelig. "clixxie" ist sowohl für Android als auch für iOS kostenlos erhältlich. Preislich liegt das Fotobuch zwischen 7,50 Euro (Pocket/15 Bilder) und 15,50 Euro (Compact/30 Bilder).
Postkarten mit eigenem Foto verschicken
Kunden des Mobilfunk-Anbieters Vodafone können ihre Urlaubsfotos auch gleich mit einem persönlichen Gruß als Postkarte versenden: Einfach mit dem Smartphone ein Foto schießen, Empfänger-Adresse und Grußtext eingeben und an postkarte@vodafone.de schicken. Die Deutsche Post macht eine Postkarte daraus und schickt sie an den Empfänger, und zwar in ganz Europa. Eine MMS-Postkarte kostet bei Vodafone 1,59 Euro.