Verbraucherpreise für Mobilfunk steigen

Die Preise für drahtlose Telekommunikationsdienstleistungen befinden sich laut aktueller Zahlen des Statistischen Bundesamtes auf dem Niveau von Ende 2017. Nachdem sie zunächst 2018 gesunken waren, stiegen sie seit August des letzten Jahres um 0,5 Punkte bis Januar 2019.

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07.03.2019, 10:50 Uhr

Das Statistische Bundesamt hat mitgeteilt, dass die Verbraucherpreise im Januar 2019 1,4 Prozent über denen des Januars 2018 lagen. Diese Inflation gilt aber nicht für den Mobilfunkmarkt. Zum ersten Mal seit dem Basisjahr 2015 stiegen die Preise für Mobilfunk seit August letzten Jahres wieder. Grundsätzlich ist ein Anstieg der Preise nicht ungewöhnlich, aufgrund der Inflation ist dies sogar weitestgehend normal. 

Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich von Januar 2018 bis Januar 2019 zum Beispiel um 0,8 Prozent. Gemüse wurde 6,3 Prozent teurer, Fisch, Fischwaren und Meeresfrüchte 2,4 Prozent, Brot und Getreideerzeugnisse 1,7 Prozent. 5,1 Prozent günstiger war im Januar 2019 gegenüber dem Vorjahresmonat Obst. Molkereiprodukte kosteten 1,3 Prozent weniger. Ebenso wurden Telefone (-8,3 %), Geräte der Unterhaltungselektronik (-5,9 %) und Informationsverarbeitungsgeräte (-5,3 %) günstiger. Diesen Trend gab es bei drahtlosen Telekommunikationsdienstleistungen seit dem Basisjahr 2015 bis August 2018. Bis dahin sind die Preise stetig gesunken. Nun liegen die Verbraucherpreise wieder auf dem Vorjahresniveau.

Mobilfunk 0,53 Prozent teurer

Telekommunikationsdienstleistungen haben ein Gewicht von 2,2 Prozent am Verbraucherpreisindex. Die Preisänderung weist insgesamt ein Minus von 0,1 Prozent auf. Das liegt an den relativ deutlich gesunkenen Preisen bei Zugängen zu Onlinediensten und zum Internet mit einem Minus von 3,3 Prozent. Der Preisindex für die drahtlose Kommunikation stieg seit August 2018 um 0,53 Prozent.

Laut einer Auskunft vom Statistischen Bundesamt befinden sich im Warenkorb eine Vielzahl verschiedener Prepaid- und Vertragskundentarife der Mobilfunkunternehmen. Das Amt gewichtet sie nach ihrer Marktbedeutung. Den Anstieg im Bereich der drahtlosen Telekommunikation führen die Statistiker im Wesentlichen auf gestiegene Grundgebühren einzelner Tarife zurück, die durch  Leistungsverbesserung (Volumenerhöhungen) in ihren Berechnungsmodellen nur teilweise kompensiert wurden. Weiter ins Detail geht das Statistische Bundeamt leider nicht, da es sich um Einzeldaten von Unternehmen handelt und diese der statistischen Geheimhaltung unterliegen.

#openPreisindex

Zeitlich fällt der Anstieg des Preisindexes mit neuen Preisen und Tarifen bei der Telekom zusammen. Die Grundgebühr der Tarife MagentaMobil S, M und L erhöhte sich um jeweils 2 Euro pro Monat. Gleichzeitig veränderten sich die Konditionen bei Rabatten für Neuverträge. Ende August 2018 präsentierte die Telekom auf der IFA in Berlin das Update des Tarif-Portfolios mit etwas mehr Datenvolumen bei gleichzeitig nur noch sechs Monaten Rabatt auf die monatliche Grundgebühr statt 12 Monaten. Mittlerweile ist der Zeitraum der Vergünstigung auf drei Monate eingedampft worden. So zahlen Kunden, die jetzt einen MagentaMobil L Vertrag abschließen, über die 24-monatige Mindestlaufzeit 177 Euro mehr als mit dem alten Handytarif.

Grundlage für die Berechnung des Verbraucherpreisindex ist der sogenannte "Warenkorb". Er enthält sämtliche Waren und Dienstleistungen, die private Haushalte in Deutschland für Konsumzwecke kaufen. Dafür beobachtet das Statistische Bundesamt die Preise von Einzelprodukten, die aktuell häufig gekauft werden. Deshalb wird der Warenkorb laufend aktualisiert.

Jérôme Lefèvre / Redaktion handytarife.de