Viele Erwachsene teilten intime Details per Handy

In einer aktuellen McAfee Studie wurde untersucht, wie und mit wem deutsche Verbraucher private Daten auf ihren Mobilgeräten teilen. Die Studie beleuchtet besonders, wie der Austausch von intimen Inhalten wie Texten, Fotos und Videos sowie Passwörtern zu Cyber-Stalking und dem unerwünschten Auftauchen von Inhalten im Internet führen kann.

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23.02.2014, 11:01 Uhr

Während 93 Prozent der Befragten in Deutschland mit ihren Smartphones Fotos von Familie und Freunden machen, verwenden 61 Prozent es auch für den Austausch intimer Inhalte, 44 Prozent teilen explizit sexuellen Content.
Leichter Anstieg beim Thema Passwort-Schutz
78 Prozent sichern ihr Smartphone mit einem Passwort, dies sind erfreuliche 10 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Noch immer teilen allerdings 42 Prozent der befragten Erwachsenen hierzulande ihre Kennwörter mit einer anderen Person, 2013 taten dies nur 32 Prozent. Über ein Viertel (26 Prozent) verwendet noch immer das gleiche Kennwort für mehrere Geräte.
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"Bei all den Geschichten über intime Fotos, die im Internet die Runde machen, ist es kaum nachvollziehbar, wieso Menschen immer noch ihre Passwörter mit anderen teilen", sagte Toralv Dirro von McAfee. "Sie erhöhen fahrlässig die Möglichkeit, dass Privates öffentlich wird und riskieren schwerwiegende Konsequenzen für ihre Identität und ihren Ruf. Verbraucher müssen unbedingt Vorkehrungen treffen, um ihre digitale Sicherheit zu gewährleisten.“
McAfee rät Verbrauchern, Passwörter und Codes für mobile Geräte auf keinen Fall mit anderen zu teilen. Schwache Passwörter, die leicht ermittelt werden können, wie z. B. Geburtstage, Zahlenfolgen oder Wiederholungen, sollten vermieden werden. Sicherer sind sechsstellige Zugangscodes oder Wörter, die in Zahlen übersetzt wurden.
Sex sends
73 Prozent aller Befragten erfreuen ihre Umgebung mit Emails, Fotos oder Textnachrichten privater und intimer Natur, 44 Prozent versenden auch eindeutig sexuelle Inhalte. Zu den glücklichen Empfängern gehören mit 47 Prozent mehr Männer als Frauen (39 Prozent). 37 Prozent der Männer und 40 Prozent der Frauen speichern diese Inhalte auch auf ihrem Gerät.
Adressiert werden in 41 Prozent der Fälle Freund oder die Freundin, zu 24 Prozent die Ehepartner, zu 15 Prozent Internetbekanntschaften und 13 Prozent der Befragten schicken sexuell Eindeutiges an jemanden, mit dem sie sich nur gelegentlich treffen.
Die Geschlechter erweisen sich hierbei als nahezu gleichermaßen sendefreudig: Persönliches und Intimes teilen 59 Prozent der Männer und 64 Prozent der Frauen, eindeutig Sexuelles senden 41 Prozent der Männer und 33 Prozent der Frauen.
Man teilt, vertraut ... und kontrolliert
85 Prozent derjenigen Personen, die über das Passwort ihres Partners verfügen, durchstöbern das Handy gelegentlich nach verdächtigen Fotos und Messages. 23 Prozent checken zudem den Social Media Account. Nahezu alle Befragten gaben an, dem Partner dahingehend zu vertrauen, dass Privates und Intimes nach Beziehungsende nicht veröffentlicht wird. Lediglich 30 Prozent forderten dann die Inhalte zurück.
Von den Befragten, die ihr Passwort mit dem Partner teilen, gestanden 21 Prozent, die an diesen versendeten Schlüpfrigkeiten auch selbst und heimlich wieder von dessen Smartphone zu löschen. Sicher ist eben sicher.
Dennoch haben 18 Prozent aller Befragten schon einmal Daten in der Öffentlichkeit von sich wiedergefunden, die ohne ihr Einverständnis veröffentlicht wurden. Über die Hälfte der Betroffenen haben daraufhin den Verursacher persönlich zur Rede gestellt.
Die Rache der Ex
9 Prozent derjenigen, die Nachrichten mit sexuellem Inhalt versenden, schicken dies auch an Ex-Partner. In fast der Hälfte aller beendeten Beziehungen werden zudem private Inhalte als Druckmittel genutzt, tatsächlich missbraucht wurden sie jedoch nur in 4 Prozent der Fälle. Und immerhin 17 Prozent beobachten die Aktivitäten des neuen Partners des Verflossenen auf Facebook.
Ist Privates also erstmal digital, kann das Smartphone zur Fundgrube, der Ex zum Rächer und die Öffentlichkeit zum gespannten Zuschauer werden.