Vodafone vor Gericht - Darf Prepaid-Guthaben verfallen?

Nachdem Mobilfunk-Netzbetreiber O2 von einem Münchner Gericht dazu verurteilt wurde, dass Guthaben bei O2-Prepaid-Verträgen nicht nach einer bestimmten Zeit verfallen darf, steht nun in Düsseldorf auch Konkurrent Vodafone vor Gericht. Auch ihm wollen Verbraucherschützer untersagen, vorab eingezahlte Gebühren nach einer bestimmten Zeit wertlos werden zu lassen.  

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26.07.2006, 15:29 Uhr

Das OLG München hatte im Juni in einem Verfahren gegen den Anbieter O2 entschieden, dass Prepaid-Guthaben für Handys grundsätzlich nicht verfallen dürfen (handytarife.de berichtete). Knapp 5 Millionen Prepaid-Verträge waren von diesem Musterurteil betroffen, welches jedoch vorerst nur für Kunden von O2 gilt.
Verbraucherschützer erwarten jedoch, dass die Richter des Düsseldorfer Landgerichts in der Frage des Guthaben-Verfalls nicht von den Argumenten der Richter in München abzuweichen, was bedeuten würde, dass auch bei Vodafone-Prepaid-Kunden das Guthaben gültig bleibt.
Ein Urteil wird für den 23. August erwartet. Währenddessen hat O2 die Entscheidung der Münchner Richter akzeptiert und angekündigt, in Zukunft Guthaben nicht mehr nach einem Jahr verfallen zu lassen.
Vodafone bestand bislang darauf, dass die vom Münchner OLG beanstandeten Klauseln in O2-Verträgen nicht mit denen in den eigenen Kontrakten identisch seien.