Was Deutsche von ihrem Mobilfunknetz erwarten

Telefonieren war gestern - heute erwarten die Deutschen mehr von ihrem Handy. Bereits jeder zweite Deutsche erwartet von seinem Mobilfunknetz immer und überall einen schnellen Zugriff auf das mobile Internet. Das ist ein Ergebnis der Studie "Netznutzen", die TNS Infratest im Auftrag der Deutschen Telekom durchgeführt hat.

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11.12.2010, 17:00 Uhr

Die repräsentativen Ergebnisse aus mehr als 2.000 telefonischen Interviews zeigen hohe Erwartungen, aber auch ein wachsendes Qualitätsbewusstsein, wenn es um gute Mobilfunkverbindungen geht. Die vielfältigen Vorteile des mobilen Internets werden bundesweit wahrgenommen, jedoch mit unterschiedlichen Schwerpunkten genutzt.
Höchstleistung, die selbstverständlich wird
Überall telefonieren zu können, gehört für fast alle Befragten zur Grundversorgung: 91 Prozent der Deutschen erwarten von einem guten Mobilfunknetz lückenlosen Empfang und gute Sprachqualität. Für jeden zweiten Befragten gehört inzwischen auch ein stabiler und schneller Internetzugang zu einem guten Mobilfunknetz. Mit den hohen Erwartungen geht ein starkes Bewusstsein für den Wert der guten Verbindung einher. Insgesamt ist jeder vierte Befragte (25 Prozent) bereit, für eine verbesserte Netzqualität (durchgehend stabile Verbindung und hohe Geschwindigkeit) auch einen höheren Preis zu zahlen.
Wie wird das mobile Internet genutzt?
Insgesamt nutzt bereits fast jeder vierte Mobilfunknutzer (23 Prozent) das mobile Internet auf dem Handy. Mit Blick auf die Einwohnerzahlen in den einzelnen Regionen ist der Anteil der mobilen Surfer mit 28 Prozent im Osten besonders hoch. Doch wofür nutzen die Deutschen die Freiheit und Flexibilität, die ihnen der mobile Internetzugang bietet? Der absolute Renner im mobilen Internet ist die E-Mail - deutschlandweit geben 79 Prozent an, diese Funktion über das mobile Internet zu nutzen. Von unterwegs im Internet zu surfen, landet mit 75 Prozent auf Platz 2. Mit einigem Abstand folgt auf Platz 3 das Pflegen von Kontakten in Social Networks, das immerhin jeder Dritte gerne mobil betreibt. Mit 21 Prozent sichern sich mobile Musik- und Videodownloads noch einen guten vierten Platz in der Gunst der Nutzer. Beim regionalen Vergleich zeigt sich, dass die Norddeutschen entgegen ihrem schweigsamen Ruf besonders kommunikativ sind. 84 Prozent mailen mobil und bei der Nutzung sozialer Netzwerke von unterwegs liegen die Norddeutschen im Bundesvergleich an der Spitze. Im Westen Deutschlands ist Surfen dagegen die ungekrönte Lieblingsfunktion.
Qualität oder Preis: Worauf Nutzer bei der Anbieter-Auswahl achten
Bei der Anbieterauswahl ist für fast jeden Vierten (23 Prozent) die Qualität des Mobilfunknetzes das entscheidende Kriterium, dicht gefolgt von der Servicequalität (19 Prozent). Mit 40 Prozent steht damit zwar noch der Preis an der Spitze der Auswahlkriterien, Netzqualität und Service gewinnen jedoch an Boden. Die meisten der qualitäts- und servicebewussten Kunden entscheiden sich übrigens für die Telekom: Die Netzqualität ist in dieser Gruppe für jeden Dritten entscheidend (36 Prozent), der Preis spielt dagegen nur für ein Viertel dieses Segments eine Rolle.
LTE - Schnelle Datenverbindungen gestartet
Das Wissen über schnelle Datenübertragungsmöglichkeiten kommt gerade in Fahrt. Knapp jeder dritte Deutsche (31 Prozent) weiß laut der Umfrage, dass LTE eine Abkürzung für den nächsten Mobilfunkstandard ist. Nutzer erreichen damit schnelle mobile Datenübertragung mit Bandbreiten von mindestens 3 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Am besten wissen die Befragten aus Ostdeutschland Bescheid: Knapp 40 Prozent kannten hier die richtige Antwort. In Norddeutschland tippt dagegen noch jeder zehnte Befragte darauf, dass es sich bei LTE um einen Schnellzug handelt. Im Vergleich dazu sind Apps für die meisten bekannt: Zwei von drei Deutschen (64 Prozent) wussten, dass es sich dabei um spezielle Programme zur Nutzung auf dem Handy handelt. Bei den unter 30-jährigen gehört dieser Begriff mit 92 Prozent an richtigen Antworten schon zur Allgemeinbildung. Ein rasanter Siegeszug, wenn man bedenkt, dass die kleinen Programme erst vor gut drei Jahren die Eroberung des Massenmarktes angetreten haben.
Kostenfalle mobiles Internet auf dem Handy