Windows Phone 7: OS-Update Mango mit Schwung

Rund ein Jahr nachdem Microsoft sein altbackenes Smartphone-OS Windows Mobile umkrempelte, um auf Windows Phone 7 zu setzen, steht ein großes Update an. Unter dem Codenamen "Mango" bietet das amerikanische IT-Unternehmen den Nutzern ab Herbst 2011 rund 500 teilweise deutliche Veränderungen und die Schar der Entwickler freut sich über rund 1.500 APIs.

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27.07.2011, 17:45 Uhr

Microsoft setzt mit Mango, der offizielle Name wird mit der Veröffentlichung bekannt gegeben, gewissermaßen zum mobilen Update-Rundumschlag an. Sprechen Entwickler des IT-Unternehmens vom neuen Windows Phone 7 Update, könnten die Themen vielseitiger nicht sein: Von einer verbesserten Ausnutzung der vorhandenen Akku-Ressourcen ist ebenso die Rede, wie von einer besseren Implementierung von sozialen Netzwerken wie Linked-In oder Twitter. Im Fokus von Mango stehen allerdings am Ende drei Bereiche, die sich unter den Stichworten Kommunikation, Web sowie Applikationen beziehungsweise Apps trefflich zusammenfassen lassen.
Kommunikation: Gruppen-Kacheln
Die beim Nutzer durchaus beliebten Kacheln verschwinden keineswegs von der Bildfläche, im Gegenteil: Eine verstärkte Personalisierung steht bevor: Microsoft strebt mit dem Mango-Update Kontakthubs für individuell bestimmbare Gruppen an. Soll heißen: Arbeitskollegen, Freunde oder Familienangehörige lassen sich beliebig einteilen und dann in einer Kachel auf dem Hauptbildschirm zusammenfassen, was im WP7-Jargon anpinnen heißt.
Mithilfe dieser Gruppen-Kacheln sind dann auch Gruppen-E-Mails oder -SMS möglich. Vorausgesetzt, die Kontaktdaten sind vorhanden. Ist dies nicht der Fall, zeigt die Software dies aber in einer Übersicht an. Außerdem genießen künftig Accounts bei Twitter oder Linked-In die direkte Verknüpfung mit angelegten Kontakten aus dem Adressbuch, diese Eigenschaft war bisher Facebook sowie dem Microsoft-Dienst Windows-Live vorbehalten. Spätestens hier merkt man auch den nordamerikanischen Einfluss auf Microsoft-Produkte: Die in unseren Gefilden populären VZ-Netzwerke oder aber auch Xing-Kontakte lassen sich lediglich über Apps pflegen, wohingegen das in Deutschland wenig populäre Business-Netzwerk Linked-In integriert ist.
Web: Internet-Explorer 9 kann HTML 5
Auch der Web-Browser kommender Windows-Phone-7-Generationen zeigt sich zukunftsgerecht und beherrscht das gerade erst aufkeimende HTML5. Weiterhin verzichtet Microsoft darauf, dem mobilen Internet-Explorer die Möglichkeit zu geben, über Add-Ons auch Flash-Inhalte wiedergeben zu können. Dieser Verzicht resultiert vor allem aus Gründen der Sicherheit.
Apps: Microsoft setzt auf die Entwickler
Wer auf seinem Microsoft Windows Phone 7 Smartphone künftig mehr als 45 Apps lädt, kann über eine Jump-Funktion direkt den Anfangsbuchstaben der gesuchten Anwendung auswählen, um dann gezielter suchen zu können. Über die Pfeiltaste, die Teil jedes Windows-Phone-7-Gerätes bleibt, lässt sich künftig zudem zwischen den letzten gestarteten Anwendungen springen. Bisher schließen Applikationen von Drittanwendern konsequent, sobald andere Programme starten. Die verbesserte Multitaskingfähigkeit stellt damit ebenfalls eine Veränderung zur ersten Version von Microsoft Windows Phone 7 vor.
Nichts geändert hat sich beim Bezahlen kostenpflichtiger Apps. Hier gilt es zunächst auch weiterhin die Kreditkarten-Nummer zu zücken. Denkbar ist allerdings, dass gerade die Kooperation mit Nokia neue Bezahlwege ermöglicht.
Kaum Chancen für Bluetooth
Bereits seitdem Microsoft im Mai das große Update Namens Mango ankündigte, steht eine Beta-Version des Handy Betriebssystems angemeldeten Entwicklern zur Verfügung. Diese werden sich in den kommenden Wochen und Monaten sicherlich gerade in der Vorantreibung von Augmented-Reality-Anwendungen versuchen. Das Thema Bluetooth wird von Microsoft auf Smartphones weiterhin stiefmütterlich behandelt: Weder der Datenaustausch noch das Koppeln von Peripherie-Geräten zählt zu den Talenten des Betriebssystems.
Die von handytarife.de beäugte Beta-Version von Windows Phone 7 Mango macht allerdings schon richtig Spaß. Gerade die Tatsache, eine große Anzahl von Veränderungen bieten zu können, macht das Betriebssystem zu Recht spannend. Im Herbst soll Mango dann auf die Geräte der Endnutzer aufgespielt werden können.
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