112 – die Nummer für den Notfall

Die Telefonnummer 112 ist eine Notrufnummer, die gebührenfrei in Europa als Euronotruf bekannt ist. Wer vom Handy oder Festnetz aus diese Nummer wählt, wird mit einer Leitstelle verbunden, die je nach Notwendigkeit die zuständigen Organisationen wie Feuerwehr, Rettungsdienst oder Polizei alarmiert.

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12.04.2016, 10:28 Uhr

Sehr häufig ist der Fall, dass die Notrufnummer 112 unter starkem psychischem Stress gewählt wird. Um keine Zeit zu verlieren und die wichtigsten Informationen zu übermitteln, gibt es die so genannten „fünf W“, die beachtet werden sollten:

  • WO ist der Notfall/Unfall?
  • WAS ist passiert?
  • WIE VIELE Verletzte/Betroffene sind zu versorgen?
  • WELCHE Verletzungen oder Krankheitszeichen haben die Betroffenen?
  • WARTEN Sie immer auf Rückfragen der Rettungsleitstelle!

Damit Sie als Anrufer sicher sind, dass die Leitstelle alle Informationen erhalten hat, sollten Sie die Leitstelle das Gespräch beenden lassen und nie selbst als erster auflegen.
Notruf mit dem Handy
In der Regel sollen Leitstellen in der Lage sein, Anrufe auf die 112 in verschiedenen Sprachen entgegen nehmen zu können. Damit mit dieser Notfalleinrichtung kein Unfug getrieben werden kann, werden auch unterdrückte Rufnummern in der Leitstelle angezeigt. Bei mobiler Nutzung des Notrufs 112 ist zu beachten, dass in dem Smartphone oder Handy eine SIM-Karte eingelegt sein muss. Seit dem 1.Juli 2009 ist es nicht mehr möglich ohne eine eingelegte SIM Karte einen Notruf abzusetzen.
Übrigens: Hat das Mobiltelefon keinen Empfang im Netz des eigenen Mobilfunk-Anbieters, so wird automatisch eine Verbindung mit einem anderen Netz aufgebaut.
Notruf-Systeme
Die technische Entwicklung macht auch vor der Rufnummer 112 nicht halt. Findige Entwickler bauten die Notruffunktion in diversen technischen Geräten ein. So reagiert beispielsweise das eCall-System bei einem Verkehrsunfall und kontaktiert automatisch den Notruf 112. Dies soll die Rettungszeit verkürzen und für weniger Verkehrstote sorgen – das System soll ab 2018 in Neuwagen integriert sein.
Notruf per App
Moderne Smartphones können über Applikationen auch Notrufe senden. Eine besondere App, die kinderleicht zu bedienen ist, hilft älteren oder eingeschränkten Menschen, indem sie Smartphone-Funktionen auf das Wesentliche reduziert. Die dafür entwickelte App „einfachfon“ zeigt lediglich die wichtigsten Funktionen auf großen Touchscreen-Tasten: Telefonieren, Kurznachrichten, Fotografieren und Notfall melden. Bei der Notfall-Taste wird die 112 kontaktiert, alternativ werden vordefinierte eigene Nummern angerufen oder an festgelegte Kontakte ein Hilferuf per SMS mitsamt dem eigenen Standort versandt - eine ähnliche Funktion wie der Hausnotruf, nur für unterwegs.
Selbst helfen im Notfall
Es gibt viele Gründe warum jemand den Notruf 112 wählt, so können Häuser brennen, Autos einen Unfall haben, Menschen krank oder verletzt sein. Vor allem bei letzterem sollte jeder Mensch bereit sein, helfen zu können. Es ist wichtig „Erste Hilfe“ leisten zu können, denn die Minuten der Erstversorgung sind oft entscheidend. Bei der ersten Hilfe geht es vor allem darum, die Zeit die die Rettungskräfte brauchen, zu überbrücken. Die Wundversorgung, eine Herz-Lungen-Wiederbelebung oder Knochenbrüche sollte jeder Ersthelfer versorgen können. Um einen Kurs für erste Hilfe zu machen oder auch nur seine Kenntnisse aufzufrischen, bieten einige Institutionen Erste Hilfe Kurse an.
Moderne Technik kann auch bis zum Eintreffen des 112-Rettungsdienstes Anwendung finden. Manche Büros oder Geschäfte haben medizinische Geräte wie einen computergestützten Ersthelfer-Defibrillator, der die Herztätigkeit kontrolliert und über Elektroden einen Impuls auslöst, damit das Herz wieder normal schlägt.
Gut zu wissen: Unterlaufen dem Ersthelfer Fehler, muss er keine Konsequenzen fürchten, wenn er nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt hat.

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