Altes Handy: Persönliche Daten vom internen Speicher und der Speicherkarte löschen

Etliche Beiträge in den Medien zeigen, wie sorglos Verkäufer persönliche Daten an meist unbekannte Fremde weitergeben. Dies mag in der Folge bei privaten Partyfotos einfach nur peinlich sein. Spätestens jedoch wenn die eigenen Intimvorlieben oder sensible interne Daten des Arbeitgebers in den falschen Händen landen, ist von der Bloßstellung im Web bis hin zu Erpressungsversuchen alles möglich.

Frau mit Handy© oneinchpunch / Fotolia.com
05.11.2009, 12:07 Uhr

Internen Speicher und Speicherkarte löschen
Vor der Trennung von einem alten Handy sollte daher unbedingt sichergestellt werden, dass sich keine persönlichen Daten mehr auf dem internen Speicher befinden. Dabei reicht es nicht, nur die Einstellungen des alten Handys zurückzusetzen. Die Werkseinstellungen müssen so wiederhergestellt werden, dass alle Daten einschließlich Dateien, Fotos, Videos und heruntergeladene Apps gelöscht werden.
Leider lässt sich dazu selbst innerhalb der Produktpalette eines Herstellers oft keine allgemeingültige Aussage treffen. Im Vorteil sind Besitzer von Smartphones: Diese haben Funktionen zur Löschung des Speichers an Bord. Bietet ein Handy von Haus aus keine Löschfunktion an, bleibt als Alternative noch die Datenbereinigung über die Herstellersoftware oder komplett von Hand.
In jedem Fall sollte vor der Weiterverwertung des alten Geräts noch einmal gründlich geprüft werden, ob tatsächlich alle persönlichen Daten entfernt wurden: Sind alle Nummern aus dem Telefonbuch gelöscht? Im Kalender keine Einträge und Notizen mehr vorhanden? SMS-Nachrichten aus allen Ordnern verschwunden? Zudem sollten noch einmal die Datei-Ordner nach nicht gelöschten eigenen Bildern, Musikstücken und Videos durchforstet werden.
Wann Gelöschtes wirklich weg ist
Eine Datei zu löschen bedeutet, ähnlich wie auf einem PC, allerdings noch nicht, dass diese auch wirklich endgültig verloren ist. Das jeweilige (Handy-)Betriebssystem gibt den Speicherplatz der Datei lediglich frei, damit dieser für neue Daten zur Verfügung steht. Solange an der fraglichen Stelle also keine neuen Daten gespeichert werden, ist die Datei immer noch vorhanden.
Auch gelöscht geglaubte private Fotos und Videos lassen sich so vom Neubesitzer mit einfach zu bedienenden Datenrettungs-Programmen wenigstens von einer Speicherkarte wiederherstellen. Dazu muss die Karte lediglich über einen Adapter mit dem PC verbunden werden. Deutlich aufwendiger und für Hobby-Schnüffler kaum realisierbar ist dagegen der Zugriff auf den internen Handyspeicher.
Der sicherste Weg zur Datenlöschung auf der Speicherkarte, neben der Zerstörung des Mediums, ist das mehrmalige Überschreiben des Datenträgers mit neuen Daten. Auf Windows-Rechnern haben sich hierfür Freeware-Tools wie ‚Eraser’ bewährt. Je nach Sicherheitsstufe wird der Speicher mehrmals mit Zufallsdaten überschrieben.
Ab wann Schnüffler absolut keine Chance mehr haben an Daten zu kommen, ist stark umstritten. Theoretisch reicht schon ein einmaliges Überschreiben. Wer sicher gehen will, orientiert sich an Vorgaben aus dem militärischen Bereich und wählt sieben Durchgänge. Eine Option ist auch ein Verkauf des Handy ohne die Speicherkarte.
Wesentlich weniger kritisch ist das Risiko beim internen Handyspeicher, wenn der Hersteller den Zugriff via Datenkabel am PC nicht zulässt. Hier kann es sich für ein Plus an Sicherheit trotzdem anbieten, den geleerten Speicher einfach noch einmal zu füllen, etwa durch ein langes Video der eigenen Wohnzimmerwand.
Checkliste vor dem Verkauf:


 

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