Apps zum Reisen quer durch Deutschland

Die Deutschen sind Weltmeister im Reisen. Das Statistische Bundesamt hat für das Jahr 2016 447,3 Millionen Übernachtungen in- und ausländischer Touristen in Deutschland ermittelt. Kein Wunder also, dass es mittlerweile eine Reihe von Apps gibt, die den Reisenden unterstützen wollen. handytarife.de hat einige für Sie getestet.

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19.07.2017, 14:41 Uhr

Fast 20 Prozent der Übernachtungen entfallen auf Touristen aus dem Ausland. Über 80 Prozent der übernachtenden Gäste kommen aus dem Inland. Im Durschnitt übernachtet jeder Deutsche als Gast vier Nächte in einem Beherbergungsbetrieb. So nennte das Statistische Bundesamt alle Unterkünfte für den privaten und geschäftlichen Reiseverkehr in Hotels und Pensionen, wie auch Campingplätzen und Gäste betten, die als Nebenerwerb angeboten werden. Jede Reise beginnt mit der Auswahl eines passenden Ziels. Städtetrips mit kulturellem Unterhaltungsangebot, Reisen an die See oder in die Berge – all das bietet auch das Heimatland.

Die meisten Übernachtungen fanden im Jahr 2016 in Bayern statt. Auf den Plätzen darunter folgten Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Aus den Daten der Statistischen Landesämter für Großstädte ergibt sich, dass inländische Gäste am häufigsten in Berlin übernachten. Hamburg, München, Frankfurt am Main, Köln und Düsseldorf folgen mit einem deutlichen Abstand zur Hauptstadt dahinter. Doch wie kommt man am besten an das gewünschte Reiseziel, was kostet der Trip, und wie findet man sich dort angekommen am besten zu recht?

Apps planen die Reise

handytarife.de hat Apps getestet, die als sich als moderne Reiseführer verstehen und Ihnen auf dem auf dem Smartphone auf Schritt und Tritt zur Seite stehen wollen. Wir sagen Ihnen, ob sich die kleinen Hilfs-Programme lohnen und wie sich diese voneinander unterscheiden.

Ist der gewünschte Urlaubsort gefunden, stellt sich die Frage nach dem Verkehrsmittel. Wer nicht mit dem eigenen Auto reisen möchte oder kein eigenes KFZ besitzt, braucht eine Alternative. Mit den Apps fromAtoB, Gopili und Quixxit können Sie innerhalb Deutschlands und teilweise auch Europa die Verbindungen mit dem Bus, Zug, Taxi, Flugzeug oder auch per Mitfahrgelegenheit finden. Diese Apps übernehmen die komplette Routenplanung mit Kostenübersicht. So finden Reisende vom Startpunkt daheim bis zum Reiseziel verkehrsmittelübergreifend einen Vorschlag mit der Möglichkeit direkt zu buchen.
 

Wir haben drei Reiserouten planen lassen:

  1. Vom Touristenanleger am Hamburger Hafen zum Schloss Nymphenburg in München
  2. Vom Kölner Zoo zum Brandenburger Tor in Berlin
  3. Von der Bundesbank in Frankfurt am Main nach Bergen auf Rügen

Schon bei der Angabe von Start und Ziel gab es deutliche Unterschiede. Während bei Quixxit eine genaue Adresseingabe möglich ist, versteht sich Gopili nur auf die Angabe von Ortschaften. FromAtoB kann nur Haltestellen verarbeiten, sodass der Nutzer den zum Start und Ziel nächstgelegenen Haltepunkt kennen sollte. Leider sind davon aber auch nicht alle in der Datenbank enthalten, sodass Ortskenntnisse oder eine Karten-App parallel benötigt wird. In unserer Stichprobe zeigte Quixxit teilweise verlockend günstige Tickets als „Sonstiges Angebot“. Doch diese sollten nur auf bahn.de buchbar sein, wo dann aber nur noch die Standard-Angebote „Sparpreis“ und „Flexpreis“ verfügbar waren. Diese konnten auch direkt bei Quixxit gekauft werden, genauso wie Nahverkehrsticket, wenn die regionalen Verkehrsbetriebe dies anbieten. So konnten hier auch die Preise dafür eingerechnet werden. Das können die anderen Apps nicht.

Weitere Differenzen zwischen den Preisen für die Reise per Zug ergaben sich aus der Bevorzugung von Fernverkehrsangeboten bei Gopili und fromAtoB. Quixxit schlägt auch Umstiege in Regionalzüge vor. Die Ergebnisse über Mitfahrgelegenheiten bekommen alle drei Apps von BlaBlaCar und unterschieden sich kaum. Quixxit liefert leider keine Verbindungen mit Reisebussen. Diese lieferte uns fromAtoB auch nicht, obwohl die Anwendung dies eigentlich können soll, genauso wie die Flugsuche. Bei anderen versuchen wurde uns Reiserouten per Flixbus und Flüge angezeigt, aber für die von uns ausgewählte Stichprobe eben nicht. Bei Gopili kann man keine Startzeit angeben, sondern muss die Suchergebnisse nach der Uhrzeit sortieren lassen, um eine bessere Übersicht zu bekommen. Diese App lieferte zuverlässig Ergebnisse, aber nicht immer den günstigsten Preis.

Fazit: fromAtoB, Gopili und Quixxit im Test

Quixxit lieferte die detailliertesten Ergebnisse und es gibt darüber hinaus das nette Feature, das den Nutzer informiert, wie viel co2 mit den jeweiligen Verkehrsmitteln auf der Reise ausgestoßen wird. Bei den Preisen muss man vorsichtig sein und sich im Buchungsprozess „Sonstiges Angebot“ erstmal auf das Portal der Deutschen Bahn weiterleiten lassen, um zu überprüfen, ob die Offerte überhaupt bestand hat. Die App fromAtoB hat das Potenzial ebenfalls den Transit von Haustür zu Haustür zu planen, liefert aber nicht immer Ergebnisse und Gopili ist weniger genau bei der Ortsauswahl und auch bei den Preisen. Somit können wir leider keine App ohne Einschränkungen empfehlen. Um sich umfassend zu informieren sollten die Vorschläge von wenigstens zwei Anwendungen miteinander verglichen werden.
 

Die Öffis im Blick

Für Reisen in die größten und bekanntesten Städte Deutschlands gibt es Apps die sich speziell auf die Angebote innerhalb der Metropole beschränken. Die Apps Citymapper und ally mobility zeigen Ihnen auf ihrem Städtetrip die zur Verfügung stehenden Verkehrsmittel und berechnen die anfallenden Kosten für den Transit innerhalb der Ortschaft. Dazu zählen auch Carsharing- und Taxi-Routen. Weltenbummlern sollte sich die App Moovit mal ansehen, denn dort sind über 1000 Städte weltweit vertreten.

Wer sich in einer fremden Stadt befindet, möchte sich vielleicht mit einem Mietwagen oder einem Carsharing-Fahrzeug von A nach B bewegen. Das Angebot von Carsharing-Anbietern ist recht überschaubar. Grund hierfür ist die Rentabilität, so dass sich die meisten Unternehmen nur an wenigen Stadtorten niederlassen. Die beiden größten Anbieter und in mehreren großen Städten vertreten sind car2go von Mercedes und DriveNow von BMW. Wer sich mal in der deutschen Hauptstadt Berlin befindet und einen kleinen Stadtflitzer ausprobieren möchte, der bei jedem Stau schnell vorankommt, der kann sich per Coup-App einen Elektro-Roller mieten. Damit gehört die nervige Parkplatzsuche der Vergangenheit an.

Vollbepackt zur Unterkunft


Bei Städtereisen muss es nicht immer ein Hotel sein. Wer sich wie ein Anwohner fühlen möchte findet bei Airbnb Unterkünfte von privaten Teilnehmern. Dort quartiert man sich entweder in eine freie Wohnung oder als Mitbewohner in ein Gästezimmer ein. Der Charme einer Übernachtungsmöglichkeit bei einer Privatperson, die seine Gäste noch mit ein paar Insider-Tipps aus dem bewohnten Kiez versorgt, weicht aber leider mehr und mehr einer Professionalisierung der Anbieter, wodurch erste Städte sich dazu gezwungen sehen, Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Findige Geschäftsleute vermieten Wohnungen mehr und mehr an Touristen, weil dies deutlich rentabler ist. So steigen die Mieten im urbanen Lebensraum immer weiter und letztlich stirbt damit genau das Flair der Stadt, weswegen Touristen so gerne anreisen. Belebt ist eine Stadt immer wegen ihrer Bürger und nicht durch ihre Gäste. Was man am Rieseziel alles unternehmen könnte, wo sich die sogenannten "Points-of-Interest" befinden kann die Trips App von Google beantworten und bietet dabei auch die Möglichkeit, die eigenen Favoriten zu markieren.

Ist auch die Unterkunft gebucht, kann gepackt werden. Je nach Anlass und Ziel der Reise wird der Koffer anders bestückt. Damit bei der Suche nach der passenden Kleidung, der Reiseapotheke und all den anderen Kleinigkeiten, sie sonst gerne vergessen werden, kein Chaos entsteht, bieten die Apps Packpoint und Packking Packlisten an. Diese Anwendungen listen je nachdem, ob sie dienstlich oder privat reisen, die wichtigsten Dinge des Lebens auf, angefangen bei der Zahnpasta bis zur Krawattennadel.

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