Bezahlen mit dem Handy

Seit Jahren versuchen verschiedene Anbieter, das Handy-Payment hierzulande zu etablieren, doch der endgültige Durchbruch lässt noch auf sich warten. Mit "Apple Pay" und "Google Pay" sind zwei digitale Schwergewichte in den Markt der Bezahlung per App und Smartphone gestartet. Hat damit der Siegeszug des Mobile Payment begonnen?

Smartphone im Café© Drobot Dean / Fotolia.com
23.11.2010, 09:01 Uhr

Denn jeder, der eine Vielzahl von EC- oder Kreditkarten mit sich herumträgt und sich die dazu passenden PINs merken muss, kann sich vorstellen, wie viel einfacher es wäre, wenn man unkompliziert und sicher mit dem Mobiltelefon bezahlen würde. Das Suchmaschinen-Unternehmen Google versucht zum Beispiel via Google Wallet, die Kreditkarte auf das Smartphone zu übertragen. Zudem bieten Online-Bezahlsysteme wie PayPal bereits eigene Apps an und auch Apple und Samsung drängen in den Markt.
Das sogenannte Handy-Payment oder M-Payment war eine Art Micropayment-System, bei dem Zahlungen über das Mobiltelefon getätigt und über die Mobilfunkrechnung beglichen wurden. In den Anfängen hat sich M-Payment vor allem im Bereich der mobilfunknahen Dienste, wie beispielsweise Klingeltöne und Handylogos, durchsetzen können. Inzwischen ist beispielsweise auch das Bezahlen von Parkscheinen oder Fahrscheinen vielerorts via Mobiltelefon möglich.
Ticketkauf über das Handy
Die Deutsche Bahn bietet das Handy-Ticket an. Des Weiteren besteht die Option, Touch&Travel zu nutzen - ein handybasiertes eTicketing-Verfahren für Nutzer des Öffentlichen Personenverkehrs. Dabei kann die Zielhaltestelle ganz flexibel während der Fahrt angepasst werden.
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Bei der Lufthansa sind inzwischen ebenfalls Ticketkauf, Reservierung und Check-In per Mobiltelefon möglich. Auch die Deutsche Post bietet seit Längerem die Zahlung der Portokosten per Handy an. Jüngst findet Handy-Payment auch verstärkt im Bereich der E-Paper Angebote von Zeitungen und Zeitschriften Verwendung. Im Bereich des normalen, alltäglichen Einkaufs, in Geschäften oder im Internet steht Handy-Payment bislang noch in den Startlöchern. Doch auch dieses Feld soll erobert werden.
Shoppen mit dem Mobiltelefon
Das Einkaufen in Online-Shops auf dem Handy im Browser oder einer App ist Gewohnheit, wobei die Zahlung hier in der Regel über ein angelegtes Benutzerkonto und das Hinterlegen der Kreditkartendaten oder des PayPal-Accounts abgewickelt wird. Apple, Google und Samsung haben ihre eigenen Plattformen, um das Handy selber zum Zahlungsmittel zu machen, und so über kurz oder lang die Magnetstreifenkarten zu ersetzen, im entwickelt, doch die Einführung in Deutschland lässt noch auf sich warten.
Eine Frage der Gewohnheit?
Dank moderner Smartphones, sind die technischen Voraussetzungen für M-Payment zweifelsohne vorhanden. Doch es mangelt trotz Sicherheit in der Praxis bislang noch an Akzeptanz für dieses Zahlungsverfahren. Die Gründe dafür sind nicht eindeutig festzustellen, vermutlich ist es eine Frage der Gewohnheit. Das Bezahlen mit dem Mobiltelefon mutet dem Großteil der Nutzer fremd an.

Hier wäre eine Umgewöhnung erforderlich, die die wenigsten Verbraucher ohne weiteres gewillt sind, einzugehen - zu vertraut ist man mit der bequemen, bargeldlosen Zahlung via EC-Karte. Dabei könnte die Eingabe der Geheimzahl und das Unterschreiben auf der Quittung endlich entfallen, indem die Zahlung mit den immer häufiger verbauten Fingerabdrucksensoren autorisiert wird. Das Handy-Payment noch einen harten Weg vor sich. Ob und wann das Mobiltelefon die EC-Karte als Zahlungsmittel verdrängt oder ihr gleichwertig gegenübertreten kann, bleibt abzuwarten.

Nervt es Sie auch, dass Sie sich für die Vielzahl von EC- oder Kreditkarten, die Sie mit sich herumtragen, die dazu passenden PINs merken müssen? Wieviel einfacher wäre es, wenn man unkompliziert und sicher mit dem Mobiltelefon bezahlen würde!? Das Suchmaschinen-Unternehmen Google und der iPhone-Hersteller Apple verbinden via "Google Pay" bzw. "Apple Pay" Kreditkarte und Smartphone. Voraussetzung dafür ist ein im Handy verbauter NFC-Chip.

Mit "Samsung Pay" arbeiten die Südkoreaner zusätzlich an einer eigenen Lösung, die mit der sogenannten „Magnetic Secure Transmission“ neben der Near-Field-Communication für kontaktloses Bezahlen (z.B. bei Rewe, Aldi, Lidl, McDonald‘s) auch an Bezahl-Terminals funktioniert, die nur Magnetkarten unterstützen. Zudem drängen weitere Bezahlsysteme wie von Payback, den Sparkassen sowie den Volks- und Raiffeisenbanken in den Markt.


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Das sogenannte Handy-Payment oder M-Payment war eine Art Micropayment-System, bei dem Zahlungen über das Mobiltelefon getätigt und über die Mobilfunkrechnung beglichen wurden, ohne dass ein Bankkonto dafür nötig war. In den Anfängen hat sich M-Payment hierzulande vor allem im Bereich der mobilfunknahen Dienste, wie beispielsweise Klingeltöne und Handylogos, durchsetzen können.
 

Noch heute ist diese Form des Zahlungsverkehrs in Entwicklungsländern weit verbreitet. Unter den Namen „M-Pesa“ (steht für „mobiles Bargeld“) startete 2007 der bargeldlose Zahlungsverkehr via Handy in Kenia. Später auch in anderen afrikanischen Ländern, Indien, Ägypten, Rumänien und zuletzt auch in Albanien eingeführt, funktioniert M-Pesa wie eine um die Zahlungsfunktion erweiterte Prepaid-Karte. Ist das Konto aufgeladen, kann per SMS Geld an andere überwiesen werden. So funktioniert zum Beispiel auch die Ein- und Auszahlung bei sogenannten M-Pesa-Agents. Das sind die Betreiber von Tankstellen, Supermärkten, Straßenkiosken, Internetcafés und Handyläden. Gebühren fallen pro Transaktion an.

Shoppen mit dem Mobiltelefon


Das Einkaufen in Online-Shops auf dem Handy im Browser oder einer App ist Gewohnheit, wobei die Zahlung hier in der Regel über ein angelegtes Benutzerkonto und das Hinterlegen der Kreditkartendaten oder des PayPal-Accounts abgewickelt wird. So zum Beispiel bei der Deutschen Bahn mit ihrem Handy-Ticket oder auch der Lufthansa , bei der inzwischen ebenfalls Ticketkauf, Reservierung und Check-In per Mobiltelefon möglich sind. Apple, Google und Samsung haben ihre eigenen Plattformen, um das Handy selber zum Zahlungsmittel zu machen, und nutzen herfür - wie auch die Sparkassen und Raiffeisenbanken - die NFC-Technologie für kontaktloses Bezahlen, die auch bei „Garmin Pay“ in den Smartwatches und Fitnesstrackern beim digitalen Kassiervorgang verwendet wird.


Andere Dienste funktionieren durch das Abfotografieren bzw. Abscannen von Barcodes oder nur kurzzeitig gültigen QR-Codes. So ist die Starbucks-App gemessen an der Anzahl ihrer Nutzer der größte Handy-Bezahldienst in den USA. Dafür wird der eigenen Nutzer-Account mit Guthaben aufgeladen. Bei der Bezahlung im Café wird dann ein Code auf dem Smartphone-Display angezeigt, der an der Kasse abgescannt wird. So sammeln Kunden bei Starbucks auch bei jedem gekauften Getränk Bonus-Punkte.

Amazon hat damit Begonnen Ladengeschäfte zu eröffnen, bietet neben seinem Online-Geschäft nun in ausgewählten Filialen auch offline die beliebtesten Produkte und Lebensmittel an. Hier scannt der Smartphone-Nutzer mit der Amazon-App die Codes der Produkte, die er kaufen möchte, und bezahlt mit der hinterlegten Zahlungsmethode, wie auch im Online-Shop. In China ist die App WeChat ein Allrounder, der neben Messaging, Sozialem Netzwerk und Nachrichtenportal auch digitale Geldbörse ist. Im Moment der Bezahlung wird ein nur kurze Zeit gültiger QR-Code generiert, der vom Zahlungsempfänger abfotografiert wird. So lässt sich auch auf Flomärkten oder unter Freunden bequem Geld per WeChat überweisen.

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Wie sicher sind Apple Pay, Google Pay und Co. 
 

In seinem Bericht "Angriffe auf Geldautomaten Bundeslagebild 2017" schreibt das Bundeskriminalamt: "Grundsätzlich eröffnen die fortschreitenden technischen Entwicklungen, wie z. B. die auch in Deutschland immer weiter verbreitete NFC-Funktion bei Zahlungskarten, neue Tatgelegenheiten. Zwar wurden im Jahr 2017 im NFC-Bereich – trotz des bereits erkannten Bedrohungspotenzials – keine Straftaten polizeilich bekannt, dennoch sind die Entwicklungen im Bereich der NFC-Technik, wie auch jene bei Chipkartenzahlungen aufmerksam zu beobachten sowie die stetige und enge Kooperation mit den Netzbetreibern, den Terminalherstellern, der Fa. EURO Kartensysteme, den großen Handelsunternehmen und den Dachorganisationen des Einzelhandels fortzusetzen."

Auf unsere Nachfrage zu Erkenntnissen aus eigenen Versuchen antwortet das BKA, dass "diese Versuche jedoch ergeben [haben], dass der technische Aufwand eines solchen Auslesens bereits bei einem Überschreiten von wenigen Zentimetern Entfernung sehr hoch ist". Dennoch empfiehlt die Behörde, dass Verbraucher, die NFC-Karten nutzen, ihre Karte in einer RFID-Schutzhülle oder in einer entsprechend ausgestatteten Tasche aufbewahren könnten. Hundertprozentiger Schutz sei nur durch das Abschalten der NFC-Funktion des EMV-Chips auf der Zahlungskarte gewährleistet.

Diese Vorsichtsmaßnahme wird insbesondere deswegen empfohlen, weil der Chip in den EC- und Kreditkarten immer senden kann, wenn er in die Nähe eines Lesegerätes kommt. Dabei ist es am Bezahl-Terminal so, dass Beträgen bis 25 Euro ohne Geheimzahl und Unter­schrift abgebucht werden. Hier kommt die höhere Sicherheit bei Mobile Payment per Handy oder Smartwatch zum Tragen, da die Transaktion zusätzlich auf dem Gerät durch das Entsperren des Handys, per Fingerabdruck, Face-ID oder die Betätigung einer Taste an der Smartwatch bestätigt werden muss. Das bedeutet aber auch, dass es ohne eine solche „Geräte-Sperre“ nicht geht, damit das Handy im Falle eines Diebstahls eben nicht auch für Einkäufe genutzt werden kann.


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Eine Frage der Gewohnheit? 
Dank moderner Smartphones, sind die technischen Voraussetzungen für mobiles Bezahlen zweifelsohne vorhanden. Doch es mangelt trotz Sicherheit in der Praxis bislang noch an Akzeptanz für dieses Zahlungsverfahren. Die Gründe dafür sind nicht eindeutig festzustellen, vermutlich ist es eine Frage der Gewohnheit. Das Bezahlen mit dem Mobiltelefon mutet dem Großteil der Nutzer fremd an.

So zahlen in Deutschland laut einer Umfrage von E-Marketer nur 11 Prozent der Smartphone-Besitzer mit dem Mobiltelefon an der Kasse. Am gängigsten ist die Zahlungsmethode in Italien, wo bereits jeder Fünfte sein Handy dafür nutzt. Dahinter folgen die Briten, die Spanier sowie die Franzosen. Deutschland ist hingegen laut der Erhebung auf einer Stufe mit Entwicklungsländern wie Albanien, Weißrussland und dem Kosovo.

Vielleicht schaffen die beiden Platzhirsche unter den Handy-Betriebssystemen Google und Apple mit ihren Mobile-Payment-Plattformen die Umgewöhnung, die die wenigsten Verbraucher bisher gewillt waren einzugehen. Zu vertraut ist man mit der bequemen, bargeldlosen Zahlung via EC-Karte und kontaktlosem Bezahlen per Kreditkarte. Dabei könnte die Eingabe der Geheimzahl und das Unterschreiben auf der Quittung endlich entfallen und auch die Sicherheit gesteigert werden, indem die Zahlung mit den immer häufiger verbauten Fingerabdrucksensoren oder der Gesichtserkennung autorisiert wird. Das Handy-Payment hat noch einen harten Weg vor sich. Ob und wann das Mobiltelefon die EC-Karte als Zahlungsmittel verdrängt oder ihr gleichwertig gegenübertreten kann, bleibt abzuwarten.

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