BlackBerry ohne RIM aus der Krise?

Mal ehrlich, …da nennt sich der kanadische Hersteller Research in Motion, den wir allesamt nur RIM nennen, endlich um – nämlich in BlackBerry – und zeigt dann Geräte, die eher in das vergangene Jahr 2012 gepasst hätten. Schade – ich mag BlackBerry eigentlich - oder sollte man sagen mochte?

Studententarife© nenetus / Fotolia.com
31.01.2013, 12:32 Uhr

Gehe ich dieser Tage in einen elektronischen Gemischtwarenladen meiner Wahl, habe ich die Wahl zwischen Windows, iOS und Android. In diesem Trio übernahm iOS so etwas wie die Pionier-Arbeit unter den Smartphone-Betriebssystemen, was findige Programmierer von Google dazu antrieb, eine Alternative namens Android zu erschaffen – beide mobilen Betriebssysteme streben seither die Welt- pardon, die Markt-Führerschaft an – ein Wettbewerb, der mir als Kunde nicht schadet. 


Als dritte Kraft im Bunde erweist sich derzeit das gekachelte Windows Phone 8, welches dank durchweg buntem Auftritt, Live-Kacheln und toller Hardware von HTC, Nokia und Samsung durchaus seine Berechtigung erreichte. 

Schick, aber...


Nun also möchte BlackBerry, einst Smartphone-Pionier, endlich wieder etwas vom milliardenschweren Kuchen Mobilfunkmarkt zurückhaben und kombiniert viele interessante Ansätze aus eben den drei vorhandenen Betriebssystemen – ohne dabei richtige Highlights zu setzen. Die strikte Trennung zwischen privatem Nutzen und dem Business-Modus, die BlackBerry Balance nennt: nett – der BlackBerry-Flow: schick – der Nachrichten-Hub: völlig nützlich – unter dem Strich aber wenig innovativ. Wirklich gefallen hat mir vor allem die Tastatur, die endlich mal mitdenkt. Aber reicht diese aus, um mich zum Systemwechsel zu bewegen?


Und auch die Hardware, die BlackBerry Z10 und Q10 nennt, haut längst niemanden mehr vom Hocker – sie enttäuscht allerdings auf den ersten Blick auch nicht. Doch mal Hand aufs Herz: Derartige Smartphones gibt es schon. Interessanter als das X10 finde ich persönlich eigentlich das Q10, welches die Touchscreen-Tastatur-Kombination bereitstellt. Doch lassen wir das, schließlich bin ich angetreten, um zu meckern.

Das Problem der direkten Verfügbarkeit


Außerdem ein Problem: die Verfügbarkeit. Nachdem BlackBerry nun, Ende Januar, die Geräte der Öffentlichkeit präsentierten, vergeht wohl rund ein Monat, ehe die neuen Smartphones in den deutschen Handel kommen. Folglich könnte der tatsächliche Deutschland-Launch von BlackBerry im Mobile-World-Congress-Trubel bereits wieder in Vergessenheit geraten. 

Thesen, Thesen,...


Kommen wir also zu These 1: Für einen Neustart braucht es mehr als zeitgemäße Hardware und ein cooles Betriebssystem samt 70.000 Apps, es fehlt BlackBerry 10 an wirklichen Innovationen. Zugegeben: Diese sind gerade im Mobilfunkbereich dieser Tage nur schwierig zu liefern – aber eben darin läge die Kunst eines gekonnten Comebacks. 

These 2: So schwunglos, wie BlackBerry wieder von sich reden macht, hilft auch eine Alicia "QWERTZ" Keys als Art-Direktorin nicht, um gegenüber den derzeitigen Mobilfunk-Platzhirschen nennenswerten Boden gutzumachen. 


Ich packe mein Nexus ein und mache Feierabend. Mein letztes BlackBerry-Smartphone verkaufte ich vor drei Jahren bei Ebay.

Thorsten Troll
Thorsten Troll ist bereits früh auf den Mobilfunk-Zug aufgesprungen und hat seither so manche Handy- oder Smartphone-technische Evolutionsstufe miterlebt. Smartphone-Akkus halten bei ihm selten länger als einen Tag - man kennt das. thorsten.troll@handytarife.de

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