Die unendliche Geschichte des Mobile Payment

Mal ehrlich: An der Kinokasse, im Supermarkt, an der Tankstelle - würden Sie da mit Ihrem Handy bezahlen? Hm? Nein? Nö, ich auch nicht. Warum auch - es gibt Bargeld, EC-Karten, Kreditkarten... Aber warum kündigt die Mobilfunk-Industrie quasi jede Woche aufs Neue den Durchbruch des Bezahlens per Handy an?

Chatten© nenetus / Fotolia.com
07.12.2012, 10:52 Uhr

Glauben Sie mir, die Redaktion eines Mobilfunkportals wie handytarife.de erhält täglich einen Stapel Pressemitteilungen zu mehr oder weniger relevanten Themen (oder was Anbieter dafür halten, aber das ist eine andere Geschichte...). Und Sie können darauf wetten, dass spätestens alle zwei Wochen eine Meldung dabei ist, die ankündigt, dass Mobile Payment in Deutschland mal wieder kurz vor dem Durchbruch steht.

Wo ist der Vorteil?

Ich habe mich schon immer geweigert, das so zu glauben. Sehen Sie sich doch mal an, wo sich die tolle Geldkarte damals durchgesetzt hat: Richtig - nirgends. Auch daran habe ich nicht geglaubt. Mag ja sein, dass die Amis oder andere oh-wie-fortschrittliche-High-Tech-Staaten denken "Ja, die Deutschen, da sind sie mal wieder hinterher." Aber irgendwie kann ich den Fortschritt nicht so richtig erkennen: Eine EC- oder Kreditkarte ist doch zum Bezahlen ebenso schnell gezückt wie das Handy, oder? Ok - für Kleinbeträge unter 5 oder 10 Euro, bei denen eine elektronische Zahlung oft seitens der Händler aus Kostengründen abgelehnt wird, wäre es vielleicht eine Option, aber auch da denke ich: Wer hat denn keinen Fünfer dabei, um solche Beträge bar zu bezahlen? Und woanders geht es ja auch - als ich kürzlich in Norwegen war, hatte ich zuvor extra etwas Bargeld getauscht, was ich im Nachhinein gar nicht hätte machen müssen, denn selbst den Kaffee für 5 Euro (billiger gibt’s dort leider keinen...) kann man easy per EC-Karte bezahlen. Außerdem würde es mich verwirren, wenn manche Beträge direkt vom Konto, andere von der Handyrechnung abgebucht werden. Übersichtlich ist sicher anders.

Nicht mit mir

Klar - eine Busfahrkarte oder das Bahnticket direkt aufs Smartphone zu bekommen, das ist praktisch. Da gäbe es dann vielleicht auch bezahltechnisch einen Anknüpfungspunkt. Aber an der Kasse bei Aldi oder Esso? Glaub ich nicht.

Ja, gerne, nennen Sie mich fortschrittsfeindlich, ewig-gestrig oder wie auch immer. Aber eins steht fest: Von meinem Handy kriegen Sie kein Geld.

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