Heizkosten sparen - dank Smartphone

Die Heizperiode hat begonnen und die Schauergeschichten aus steigenden Energiepreisen, Klimawandel und ausbleibenden Gaslieferungen aus Russland lassen viele darüber nachdenken, wie sie Energie sparen können. Die Redaktion von handytarife.de hat die Max! Hauslösung inklusive Smartphone-App für Android und iOS getestet.

Handy Tarifrechner© Jacob Lund
29.10.2014, 11:25 Uhr

Mit der App sollen sich einzelne Heizkörper und Netzstecker ansteuern lassen, sodass von unterwegs die Temperatur geregelt werden kann. So ist es möglich die Heizleistung auf ein Minimum zu reduzieren, wenn man länger als gedacht unterwegs ist, oder noch auf dem Heimweg den Wohnraum aufheizen möchte. Mit den Netzsteckern und einer angeschlossenen Klimaanlage ist auch ein Herunterkühlen denkbar.

Zunächst hilft ein Blick in den Heizspiegel, der von der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online mbh erstellt und vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert wird. Ziel ist das Erreichen der Klimaschutzziele der Bundesregierung: 40% weniger CO2-Emissionen bis 2020. Bis dahin soll es auch eine Millionen Smart Homes geben. Die Stadtwerke Bonn und die Bonner Energieagentur beziffern das Einsparpotenzial durch Dämmung des Daches oder der obersten Geschossdecke, der Fassade, der Kellerdecke und Austausch der Fenster auf insgesamt circa 27 Prozent.

Herzstück der Installation: Der Max! Cube

Einsparungen durch Baumaßnahmen und individuelle Tipps

Eine Heizanlage mit moderner Gasbrennwerttechnik kann bis zu 15 Prozent einsparen. Die neusten Generationen dieser Anlagen können über moderne Thermostate und teilweise auch per Smartphone-App individuell eingestellt werden und lernen mit. Sie registrieren zum Beispiel den Warmwasserverbrauch zu verschiedenen Tageszeiten und halten die benötigten Mengen dementsprechend vor. So übernimmt ein Computer die Umsetzung der Einspar-Tipps, die jeder beherzigen sollte, wenn es nach den Stadtwerken und der Energieagentur geht:

Mit und ohne Smartphone-Steuerung empfehlenswert: elektronischer Thermostat

Empfohlen werden unterschiedliche Temperaturen, je nach Nutzung des Raumes: Küche 18 Grad, Wohn-, Kinder-, Arbeitszimmer 20-21 Grad, Bad (während der Nutzung) 21-24 Grad, Schlafzimmer 16-18 Grad und im Keller 6 Grad. Die Anpassung der individuellen Temperaturvorgaben lässt sich mit elektronischen Thermostatventilen umsetzen. Stoßlüften für etwa sechs Minuten ist besser, weil bei permanent geöffnetem Fenster zu viel Energie entweicht. Dass die Heizung währenddessen ausgeschaltet beziehungsweise die Energieverschwendung gestoppt wird, wenn vergessen wurde das Fenster wieder zuschließen, besorgen Fensterkontakte, womit wir zur MAX! Heizungssteuerung von EQ3 und ELV kommen.

Testaufbau und Installation

Ihre Komponenten können untereinander kommunizieren, sodass eine Internetverbindung nicht zwangsläufig benötigt wird. Dann ist aber keine Steuerung per PC oder Handy-App möglich. Der Cube stellt die Internet- und Netzwerkverbindung her. Dafür muss man zu Beginn vom „Max-Portal“ die Steuerungssoftware herunterladen und sich registrieren. Unser Testaufbau bestand im Detail aus dem Starterset mit dem Cube, zwei Heizkörper-Thermostaten und zwei Funk-Fensterkontakten. Hinzu kamen noch der Wandthermostat, ein Eco-Taster und zwei Zwischenstecker.

Der Fensterkontakt sorgt dafür, dass weniger Energie verschwendet wird.

Die Thermostatventile für die Heizkörper werden aufgeschraubt, wofür Adapter notwendig sein können. Die gängigsten sind bereits im Lieferumfang enthalten, weitere gibt es im Online-Shop. Dann wird jedes Gerät in einen speziellen Modus versetzt. Sobald der Cube diesen erkennt, kann über die Max-Software auf dem heimischen PC ein Raum zugeteilt werden. Durch die Zuordnung von Thermostat und Fensterkontakt zum Beispiel im Wohnzimmer, schaltet sich die hier verortete Heizung ab, sobald das Fenster geöffnet wird.

Auf Betriebstemperatur

Einmal eingerichtet erfüllt die MAX! Heizungssteuerung ihren Dienst tadellos. Der Heizkörper wird abgeschaltet, wenn das Fenster geöffnet wird und die Anzeige, dass ein Fenster geöffnet ist, steigert auch die Sicherheit. Die Heizleistung lässt sich tages- und uhrzeitabhängig für jeden einzelnen Raum in der Software festlegen. Die in den Ventilen und im Wandthermostat integrierten Fühler geben auf dem PC und per App Auskunft über die herrschenden Temperaturen. Wenn man beim  Verlassen der Wohnung den Eco-Taster drückt, kann man später bereits auf dem Rückweg den Eco-Modus beenden und betritt das Heim bei komfortabler Betriebstemperatur.

Die App zeigt das offene Fenster, die herrschende und die Ziel-Temperatur

Die beiden Zwischenstecker sind in erster Linie dafür da, dass elektrische Heizkörper oder Klimageräte, die per Steckdose betrieben werden, über den Cube geschaltet werden können. Das hilft zusätzlich beim Stromsparen. Die Betriebsanleitung gibt eine Schaltverzögerung von bis zu fünf Minuten an. Bei uns lag der Zeitraum zwischen der Aktivierung per App und dem Einschalten des angeschlossenen Gerätes regelmäßig unter 30 Sekunden. Denkbar ist so auch das Einschalten des Kaffeeautomaten zum Vorheizen vom Bett aus.

Heizkostenabrechnung und Mietspiegel vergleichen!

Bauliche Maßnahmen zur Dämmung und die Installation einer modernen Heizanlage bieten Einsparpotenzial von bis zu 47 Prozent. Doch das ist zum einen teuer und als Mieter hat man kaum Einfluss auf Modernisierungsarbeiten. Wer bereits in einem gedämmten Haus mit einer aktuellen Heizung wohnt sollte daran denken, dass die Einsparungen von prognostiziert bis zu 30 Prozent dafür sorgen sollten, dass sich die MAX! Hauslösung auch wieder amortisiert. 30 Prozent von 53 Prozent sind weniger als 30 Prozent von 100 Prozent – zu verworren? Wir machen mal ein kleines Rechenbeispiel:

Auch Netzstecker lassen sich per App einzeln ansteuern

Für eine 70 Quadratmeter Wohnung fallen im Raum Bonn jährlich etwa 740 Euro Kosten für das Heizen mit Gas an (Heizspiegel 2013). Spart man 30 Prozent von 740 Euro, dann sind das jährlich 222 Euro. Werden aber 47 Prozent durch die bauliche Modernisierung eingespart, dann liegen die Heizkosten bei 347,80 Euro, wovon nur noch 104,34 eigespart werden könnten, wenn das Einsparpotenzial dabei überhaupt so hoch bleibt. Schauen sie also in den Mietspiegel und ihre Heizkostenabrechnung, um zu beurteilen, ob sie zu viel verbrauchen.

Fazit: Rechnen und Einsparen

Was kostet denn nun so eine Anlage? Unser Testaufbau wurde in einem Appartement mit 32 Quadratmetern aufgebaut. In der Küche und im Wohnraum waren die Thermostatventile und die Fensterkontakte installiert. Der Wandthermostat wurde im Wohnraum angebracht und der Eco-Taster nahe der Wohnungstür. Das Badezimmer hat kein Fenster, würde aber noch einen weiteres Ventil benötigen, während die Zwischenstecker als Spielerei aus der Berechnung herausgelassen werden können: 226,39 Euro.

Vom Mietspiegel ausgehend kostet das Beheizen des Appartements 352 Euro im Jahr. Bei 30 Prozent Ersparnis sind es etwas über zwei Jahre die es dauert, bis sich die Investition in die MAX! Heizungssteuerung rechnet.

So ein von uns durchgeführter Kurzzeittest liefert keine verlässlichen Daten. Die Prozentzahl des kolportierten Einsparpotenzials kann niedriger liegen. Doch selbst wenn es nur 15 Prozent sind, die man spart, amortisieren sich die Anschaffungskosten nach etwa vier Jahren. Sind sie also Mieter oder Hauseigentümer und es sind keine Modernisierungsarbeiten geplant beziehungsweise vor kurzem durchgeführt worden, dann kann sich die MAX! Hauslösung mit ihrer App für Android und iOS durchaus lohnen, insbesondere dann, wenn Sie zusätzlich die Tipps von co2online beherzigen.

Die MAX! Heizungssteuerung günstig bei ELV bestellen.

Jérôme Lefèvre / Redaktion handytarife.de

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