Was tun bei falscher Handyrechnung?

Viele Handynutzer würdigen ihre Handy-Rechnung - wenn überhaupt - nur eines kurzen Blickes. Ein grober Fehler, denn nicht immer stimmen die geforderten Posten auf der Rechnung mit der tatsächlich erbrachten Leistung überein. handytarife.de erklärt, wie Sie bei einer fehlerhaften Mobilfunkrechnung richtig vorgehen.

Tarifvergleich© Jacob Lund / Fotolia.com
10.07.2013, 09:16 Uhr

Handyrechnung prüfen
Zunächst ist es wichtig, jede Mobilfunk-Rechnung genau zu kontrollieren. Denn: Fehler können passieren und nur wer sie erkennt, kann sich auch gegen zu hohe Rechnungen wehren.
Einzelverbindungsnachweis verlangen
Wer feststellt, dass die Mobilfunkrechnung höher ist, als sie sein sollte, hat die Möglichkeit, einen Einzelverbindungsnachweis zu beantragen. Dieser führt Beginn und Ende der einzelnen Verbindungen sowie die übermittelten Datenmengen genau auf und muss von jedem Anbieter kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Sind Kosten durch nicht abgeschlossene Abonnements entstanden, wenden Sie sich am besten an die Verbraucherzentrale.
Widerspruch einlegen
Ist der Rechnungsbetrag tatsächlich fehlerhaft, sollte man beim Anbieter Widerspruch einlegen. Auch wenn für die Reklamation der Rechnung acht Wochen Zeit bleiben, sollte der Widerspruch gegen die zu hohe Handy-Rechnung möglichst schnell erfolgen. Die Reklamation sollte schriftlich und am besten per Einschreiben versendet werden.
Das Schreiben sollte folgende Daten beinhalten:

  • Kundennummer
  • Kontaktdaten
  • Aufforderung, die Verbindungsdaten nicht nach 80 Tagen zu löschen
  • Erläuterung, welche Rechnungsposten warum fehlerhaft sind
  • Frist zur Beantwortung des Widerspruchs setzen (drei Wochen)
  • Kopie des Einzelverbindungsnachweises, in dem die strittigen Posten markiert sind


Rechnungsbetrag überweisen
Wichtig: Auch wenn es strittige Posten gibt, müssen die unstrittigen Beträge fristgerecht gezahlt werden.
Zahlung per Bankeinzug
Wird der Rechnungsbetrag automatisch per Bankeinzug gezahlt, kann man bei einer fehlerhaften Rechnung von seiner Bank eine Rückbuchung vornehmen lassen. Auch in diesem Fall muss natürlich der reguläre Rechnungsbetrag gezahlt werden.  
Reaktion des Anbieters
Wurden Anrufe berechnet, die nie getätigt wurden, muss nach der Reklamation der Rechnung nun der Anbieter das Gegenteil beweisen. Kann er jedoch belegen, dass die Schnittstellen einwandfrei funktioniert haben, liegt ein Einzelverbindungsnachweis vor und wurde eine technische Überprüfung durchgeführt, so besteht ein Anscheinsbeweis. Das bedeutet: Die Gerichte gehen davon aus, dass die Gespräche tatsächlich stattgefunden haben. Dagegen vorzugehen ist nur schwer möglich.
Schlichtung
Wer sich mit seinem Anbieter gar nicht einigen kann, hat die Möglichkeit, eine Schlichtungsstelle (Bundesnetzagentur) einzuschalten und gegebenenfalls ein Schlichtungsverfahren einzuleiten. Ein Schlichtungsverfahren ist jedoch immer mit Gebühren von mindestens 25 Euro verbunden. Die genaue Höhe richtet sich nach Wert des Streitgegenstandes. Zudem besteht auch die Möglichkeit, einen Anwalt einzuschalten.
Achtung: Spam!
Immer wieder kommt es vor, dass gefälschte Mobilfunkrechnungen per E-Mail versendet werden. Sie erkennen dies entweder daran, dass Sie gar keinen Vertrag mit dem jeweiligen Anbieter abgeschlossen haben, oder am Anhang, der bei Fälschungen meistens als ZIP-Ordner versendet wird. Öffnen Sie diesen Ordner auf keinen Fall, da sich andernfalls Schadsoftware auf Ihrem Rechner installieren kann!
Weiterführende Informationen: Übersicht der Mobilfunk-Anbieter mit Hotline, Adresse, Kontaktmöglichkeit und mehr

War dieser Artikel hilfreich?