Wer braucht schon virtuelle Pickel?

Mal ehrlich: Mit den meisten Apps verhält es sich meiner Meinung nach wie mit dem Blinddarm: Jeder hat ihn, keiner braucht ihn und im schlimmsten Fall macht er nur Probleme. Auf der Suche nach brauchbaren Ausnahmen bin ich auf haarsträubende Exemplare gestoßen, die ich Ihnen keinesfalls vorenthalten will.

Smartphone im Café© Drobot Dean / Fotolia.com
02.12.2013, 09:20 Uhr

Noch vor wenigen Jahren konnte mit dem Begriff "App" keiner etwas anfangen. Inzwischen wabern gefühlte Fantastillionen dieser Anwendungen durch das weltweite Netz und verpesten so manches Smartphone oder auch Tablet.

Wer nicht versteht, worüber ich mich so aufrege, dem möchte ich hier eine kleine Auswahl der Apps präsentieren, die mir auf meiner Suche begegnet sind. Und ich betone: Das ist nur die Spitze des Eisbergs!

Platz 7 "BeileidsApp"

In Zeiten, in denen Schlussmachen per SMS längst gang und gäbe ist, kann man auch Beileidsbekundungen per App auswählen. Ob Christ, Moslem oder Atheist - für jeden ist was Passendes dabei. Zugutehalten muss man der App jedoch, dass der Entwickler pro Download 20 Cent für wohltätige Zwecke spendet.

Platz 6 "iDragPaper"

Zugegeben - wenn die Klopapierrolle leer ist, ist das schon ärgerlich. Wie in dem Fall aber virtuelles Toilettenpapier helfen soll, ist mir schleierhaft.

Platz 5 "PocketHeat"

Die App überlastet den Prozessor, GPU etc. und soll dadurch als Handwärmer fungieren - hirnverbrannt.

Platz 4 "Hangtime"

Die App misst die Zeit, in der das Handy durch die Luft fliegt. Ergo - man muss es hochwerfen und im besten Fall wieder auffangen. Wem das nicht gelingt, dem geschieht es nur recht.

Platz 3 "Solarium"

Mit dieser App wird das Handy zum Solarium. Kein Witz. Ganz ehrlich. Doppelschwör.

Platz 2 "Pimple Popper"

Wer unter zu reiner Haut leidet, kann mithilfe dieser App virtuelle Pickel ausdrücken. Für dieses ekelhafte Vergnügen verlangt der Hersteller ernsthaft Geld.

Platz 1: "Nothing"

Nomen est omen: Die App kann nichts und macht auch nichts. Gar nichts. Damit hält sie immerhin, was sie verspricht.

Wenn ich mir die Auswahl ansehe, frage ich mich, wer schlimmer ist - die Leute, die den geistigen Durchfall auf den Markt werfen, oder diejenigen, die sich so etwas herunterladen und womöglich noch Geld dafür bezahlen.

Mir bleibt nur, einen der wohl genialsten Wissenschaftler des letzten Jahrhunderts zu zitieren: "Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." (Albert Einstein)

 

Steffie Stichel
Steffie Stichel ist mit Computer, Handy und Co. aufgewachsen und profitiert gerne von deren praktischem Nutzen. Von Leuten, die ohne technischen Schnickschnack nicht mehr leben können und lieber auf ihre Leber statt auf ihr Handy verzichten würden, hält sie jedoch wenig. steffie.stichel@handytarife.de

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