75 % verschicken intime Bilder per Handy

Bei der Verwendung von digitalen Medien innerhalb einer Beziehung werden Unterschiede deutlich. Zwei Drittel aller Deutschen versenden Persönliches oder Intimes per Text oder Bild - in Australien und England sind es nur gut die Hälfte. Trotzdem traut ein Viertel aller Befragten dem Partner keinen verantwortungsbewussten Umgang mit diesen Daten zu.

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07.02.2013, 14:49 Uhr

Der IT-Sicherheitsspezialist McAfee hat jetzt die Ergebnisse seiner Umfrage "Love, Relationships and Technology 2013" veröffentlicht. Weltweit wurden rund 7.700 Personen im Alter zwischen 18 und 54 nach ihrem Umgang mit digitalen Daten innerhalb ihrer Beziehungen befragt - mit interessanten Ergebnissen.
75 % der befragten Personen haben bereits intime Texte und Bilder über das Internet mit ihrem Smartphone versendet. Sollten am Ende der Liebe jedoch noch ein paar romantische E-Mails oder sexy Fotos übrig sein, rechnen nur 74 % damit, dass der Partner diese auch vertraulich behandelt.
Tut er dies nicht, ist der Schaden nur schwer zu begrenzen. 5 % aller Befragten wurden von dem Ex-Partner bedroht, private Fotos auf Facebook zu veröffentlichen, hierzulande machten 70 % die Drohung wahr. In anderen Ländern ist man deutlich zurückhaltender: In Mexiko ließen nur 31 %, in Großbritannien 42 % und in Brasilien 55 % der Ex-Partner ihrer Drohung Taten folgen. Die Löschung solcher Fotos kann dann nur vom Ex-Partner selbst ausgehen, 58 % aller Befragten Deutschen haben das bereits erlebt und mussten den Verursacher darum bitten. Ein Viertel hat sogar rechtliche Schritte eingeleitet, um die Löschung der intimen Fotos zu erzwingen.
Heimlich in fremde Accounts schauen
5 % der Befragten haben sich schon einmal in den Account eines Dritten gehackt um die dortigen Inhalte offenzulegen. Als Gründe hierfür wurden folgende genannt:
• belogen worden (29 %)
• betrogen worden (19 %)
• verlassen worden (35 %)
• unangemessene Fotos mit anderen Personen gepostet (23 %)
Cyber-Stalking
Bewaffnet mit dem Kennwort des Partners neben E-Mails auch Bankdaten und Social Media Dienste durchforstet werden. 23 % aller Befragten checkten die E-Mails des Partners manchmal, 10 % regelmäßig. Auch die Social Media Seiten werden regelmäßig (8 %) oder manchmal (22 %) kontrolliert, ebenso Bankkonten, die immerhin 22 % der Befragten manchmal überprüfen.
Private Daten
Der Wunsch zu Teilen ist in Beziehungen normalerweise ein gern gesehener Gast. Auf die persönlichen Daten sollte man ihn dennoch nicht ausweiten. In deutschen Beziehungen wird so ziemlich alles geteilt: Bankdaten (53 %), der Zugang zum E-Mail-Konto (42 %), Passwörter (32 %), Sozialversicherungsnummer (30 %), Angaben zur Krankenversicherung (45 %), Krankenversicherungsnummer (37 %) und Handy-Inhalte (37 %).
Ungesicherte Daten auf ungeschützten Geräten
Immerhin haben 68 % aller Smartphone-Besitzer ihr Handy mit einem Passwort geschützt, 33 % jedoch nicht. Hier sind im weltweiten Vergleich die Brasilianer führend: 72 % von ihnen schützen ihr Smartphone, in Australien, England und Kanada sind es nur je 59 %.
Auch das Speichern der Daten ist noch immer nicht selbstverständlich. 7 % der Befragten speichert die Daten einmal am Tag, 9 % mehrmals pro Woche, 18 % mehrmals pro Monat und 12 % mehrmals pro Jahr. 22 % speichern ihre Daten noch seltener und 31 % niemals. Im weltweiten Vergleich schneiden die Australier am schlechtesten ab: 40 % von ihnen sichern die Daten auf ihrem Smartphone überhaupt nicht.
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