Blyk verspricht kostenlosen Handytarif

Kostenlose Handy-Telefonate und SMS gegen Werbung - so lautet die Kurzversion des Geschäftmodells der Firma Blyk, die im nächsten Jahr ihren Mobilfunkdienst auch in Deutschland anbieten will. Bisher haben sich werbefinanzierte Handy-Tarife hierzulande allerdings noch nicht durchsetzen können.

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25.06.2008, 17:02 Uhr

Gratis mit dem Handy telefonieren – eine verlockende Vorstellung, die Blyk im nächsten Jahr auch in Deutschland sowie in Belgien und Spanien wahr machen will. Wer allerdings glaubt, das Unternehmen hätte etwas zu verschenken, wird beim Blick auf die Geschäftsbedingungen in Großbritannien eines besseren belehrt. Denn das kostenlose Gesprächsguthaben erkauft man sich durch die Preisgabe seiner persönlichen Daten.
Speicherung des persönlichen Profils
Kunde von Blyk kann in Großbritannien nur werden, wer zwischen 16 und 24 Jahren alt ist und eingeladen wird. Dann muss zunächst ein Fragebogen mit etwa 50 Punkten beantwortet werden. Neben den persönlichen Daten sind dort vor allem eigene Interessen und Konsumgewohnheiten anzugeben. Wird man zum Mobilfunkdienst zugelassen, erhält man pro Monat ein Guthaben von 43 Freiminuten und 217 SMS. Sind diese verbraucht, fallen die üblichen Prepaid-Gebühren des jeweiligen Netzbetreibers an. In England ist dies Orange.
Finanzierung durch Werbenachrichten

Im Gegenzug erhält man pro Tag bis zu 6 MMS mit personalisierter Werbung auf das eigene Handy. Teilweise ist eine Antwort auf diese Nachrichten erforderlich. In England ist das Geschäftsmodell nach Angaben des Unternehmens sehr erfolgreich: Über 100.000 Kunden würden das Angebot nutzen, und über 900 Werbekunden seien beteiligt. Dieser Erfolg ist sicherlich auch durch die relativ homogene Zielgruppe erklären, die zudem offenbar auch keine großen Bedenken bei der Herausgabe von persönlichen Daten hat.
Akzeptanz in Deutschland fraglich
Auch in Deutschland gab es in der Vergangenheit bereits Versuche, werbefinanzierte Telefondienste zu etablieren. So wurden kostenlose Gespräche angeboten, die allerdings regelmäßig von Werbeeinspielern unterbrochen wurden. Das Modell konnte sich jedoch nicht durchsetzen. Grundsätzlich gehen Experten jedoch davon aus, dass Mobilfunkkunden Werbung eher akzeptieren würden als kostenpflichtige Zusatzdienste. E-Plus kündigte gerade erst an, auf lange Sicht den größten Teil seines Umsatzes mit Kooperationen und Werbung erzielen zu wollen.
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