Deutsche Bahn testet Handy-Ticket

In vielen Städten können Kunden ihr Ticket für die U- oder S-Bahn schon über das Handy kaufen. Nach dem Willen der Deutschen Bahn soll dies in absehbarer Zeit auch bundesweit im Fernverkehr möglich sein. „Touch and Travel“ wird derzeit auf der Strecke Berlin-Hannover in der Praxis getestet.

Frau mit Handy© oneinchpunch / Fotolia.com
19.05.2008, 11:32 Uhr

Nachdem das Ende Februar gestartete Pilotprojekt nach Konzernangaben bisher erfolgreich verläuft, werden ab Herbst in der zweiten Testphase 2.000 ausgewählte Kunden von T-Mobile und Vodafone das neue System erproben. Im Gegensatz zu vergleichbaren Angeboten regionaler Verkehrsverbände wird das Handy-Ticket der Bahn nicht per MMS auf das Mobiltelefon geschickt. Hier setzt man auf die so genannte Near FieldCommunication-Technologie.
Einloggen auf dem Bahnsteig
Dabei muss man sich zunächst online anmelden. Dabei wird unter anderem erfasst, ob man im Besitz einer Bahncard ist und ob man erster oder zweiter Klasse reisen möchte. Anschließend erfolgt der Ticketkauf über so genannte „Touchpoints“ auf den Bahnsteigen. An diesen Kontrollkästen mit Funkchip meldet man sich vor dem Einsteigen mittels eines Tastendrucks am Handy an und am Zielbahnhof wieder ab. Das System errechnet dann automatisch den Fahrpreis für die zurückgelegte Strecke, am Ende des Monats erhält der Kunde dann eine Rechnung. Nachteil: Die günstigen Sparpreise der Bahn lassen sich über „Touch and Travel“ jedoch nicht buchen.
Wunschvorstellung: Ein Handy-Ticket für alle
Die Deutsche Bahn plant, das System bis zum Jahr 2015 flächendeckend auszubauen. Doch für die Kunden bringt das System nicht nur Vorteile: Da die regionalen Verkehrsverbände eine andere Technik bevorzugen, wird man nach jetzigem Stand wohl mit zwei verschiedenen Programmen leben müssen. Wünschenswert wäre aus Verbrauchersicht jedoch sicherlich ein einheitliches Programm, mit dem man für alle öffentlichen Verkehrsmittel Tickets per Handy kaufen kann.