Fazit vom Mobile World Congress 2014 in Barcelona

Die größte Mobilfunkmesse der Welt neigt sich dem Ende zu und handytarife.de zieht ein Fazit: Was haben wir gesehen, was hat uns begeistert, was enttäuscht und welche Trends ließen sich erkennen? Im folgenden Bericht geben wir unseren selektiven und bewusst subjektiven Eindruck von der Messe in Barcelona wieder.

Handytarife Selbständige© rangizzz / Fotolia.com
27.02.2014, 12:05 Uhr


Samsung – Leuchtturm auf den zweiten Blick?

Samsung hat drei neue Smartwatches (Gear 2, Gear 2 neo & Gear Fit) und das neue Flaggschiff-Smartphone Galaxy S5 vorgestellt. Die Gear 2 neo ist eine abgespeckte Version und hat unter anderem nicht den Herzfrequenzmesser, den Gear 2 und Gear Fit eingebaut haben. Außerdem sitzt nun die Technik aller Modelle im Uhrengehäuse, sodass man das Armband wechseln kann. Die Gear Fit ist kleiner und leichter, verzichtet auf eine Kamera und ist die erste Smartwatch mit einem gebogenen Display.

Einen Herzfrequenzmesser in eine Smartwatch einzubauen, ist eine gute Idee. Als All-in-one-Lösung könnte dieser Technik-Trend ein noch breiteres Publikum ansprechen, weil nicht mehr nur das Smartphone ferngesteuert wird, sondern auch eine umfangreiche Selbstvermessung stattfinden kann, was ebenfalls ein Trend ist, wie es die Vielzahl erhältlicher Fitness-Armbänder zeigt.
 

Am neuen Samsung Galaxy S5 scheiden sich in der Redaktion die Geister. Ein Leuchtturm-Projekt ist das neue Flaggschiff auf den ersten Blick nicht. Den veröffentlichten Spezifikationen fehlt der Wow-Effekt. Doch wir wollen keine zu voreiligen Schlüsse ziehen. Bei der Präsentation des Apple iPhone 5S sind auch keine Begeisterungsstürme ausgebrochen und trotzdem ist das Top-Modell aus Cupertino ein gelungenes Mobiltelefon. So wollen wir auch den Test des neuen Koreaners in der Redaktion abwarten.

Wir sehen viel Potenzial in der Kamera, die Fotografieren wirklich kinderleicht machen könnte. Samsung Knox und der Fingerscanner scheinen Features zu ein, die vor allem die Sicherheit von Geschäftsdaten bei der beruflichen Nutzung sicherstellen sollen. Das Bezahlen per Fingerabdruck wird nicht in naher Zukunft massentauglich werden. Der Herzfrequenzmesser macht in meinen Augen keinen Sinn. In wie weit sich das Galaxy S5 zum Fitness-Coach mausern kann wird vor allem davon abhängen, ob die S-Health-Applikationen auch auf den deutschen Markt zugeschnitten, oder wie bisher eher stiefmütterlich behandelt werden.

Sony – Das Xperia Z2 stellt sich vor

Auch Sony hat mit dem Xperia Z2 die Bühne des Mobile World Congress gewählt, um sein Flaggschiff der breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Der Vorgänger Xperia Z1 hat unseren Test mit Bravur durchlaufen und  dem wird es das Z2 nach aktuellem Kenntnissstand gleichtun, aber auch nur deswegen, weil sich nicht viel ändert. Es kann jetzt Videos in vierfacher HD-Auflösung aufnehmen. Die Bildschirme, die das wiedergeben können sind aber noch zu selten und viel zu teuer.

Der Prozessor legt nochmal eine Schippe drauf. Ich hatte das neue Smartphone in der Hand und es fühlt sich auch weiterhin sehr gut an. Es ist tadellos verarbeitet, die bisher angebrachte Display-Schutzfolie ist widerstandfähigerem Glas gewichen, wasser- und staubgeschützt ist es genauso wie sein Vorgänger. Doch auch hier fehlt mir etwas die Innovation auch wenn man mit dem optional erhältlichen SmartBand zumindest auf den Fitness-Zug aufspringt.
 

Trend – Vereinfachte Benutzeroberflächen

Die Redaktion von  handytarife.de ist seit je her davon überzeugt, dass WindowsPhone mit seiner Kacheloberfläche sehr gut für Smartphone-Einsteiger geeignet ist. Kein Wunder also, dass die Oberfläche nun auch auf Basis des Android-Betriebssystems kopiert wird. Damit werden Smartphones kindgerechter und auch Best-Ager werden so an die neue Technik herangeführt.

Acer, Huawei, LG und letztlich auch Nokia mit der X-Familie stellten Handys mit großen und eindeutig gekennzeichneten Schaltflächen vor. Bei Acer lassen sich sogar verschiedene Modi einstellen, die unterschiedlich strenge Restriktionen bei der Nutzung der Funktionen vorgeben und auch nur durch Eingabe einer PIN umgestellt werden können. Mit Preisen ab etwa 100 Euro sind alle diese Telefone erschwinglich und streben auf einen umsatzstarken Markt: Definitiv ein Trend des Jahres 2014.

Jérôme Lefèvre / Redaktion handytarife.de