Führende europäische Netzbetreiber wollen Roaming-Preise senken

Mehrere führende Mobilfunkbetreiber Europas haben sich auf eine deutliche Absenkung der Einkaufspreise beim Roaming geeinigt. Dies dürfte zu einer erheblichen Senkung der Kosten für Mobilfunkkunden, die innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums reisen, führen. Durch freiwillige Absenkung der Einkaufspreise können die durchschnittlichen Kosten um bis zu 50 Prozent fallen.  

Handytarife im Vergleich© blackzheep / Fotolia.com
01.06.2006, 16:36 Uhr

T-Mobile, Orange, Telecom Italia Mobile, Telenor, TeliaSonera und Wind, die zusammen fast 200 Millionen europäische Mobilfunkkunden betreuen, haben sich bei den durchschnittlichen Einkaufspreisen, die sie untereinander für Roaming-Leistungen (Handy-Telefonate im Ausland) in Rechnung stellen, auf eine Obergrenze von 45 Eurocent je Minute ab Oktober 2006 und 36 Eurocent je Minute ab Oktober 2007 geeinigt. Das entspricht in etwa einer Halbierung der derzeit geltenden durchschnittlichen Handytarife für International Roaming.
Zudem verpflichten sich die Netzbetreiber jeweils, die erzielten Kostenvorteile möglichst vollständig und zügig an die Handy-Kunden weiterzugeben. Dies kann zu einer Absenkung der Verbraucherpreise um bis zu 50 Prozent führen. Ein unabhängiges Gremium wird die Absenkung der durchschnittlichen Endkundenpreise überwachen und dokumentieren.
Die Gruppe der Netzbetreiber, die in fast allen EU-Ländern Roaming-Services anbieten, wird die Vereinbarungen über die geplanten Obergrenzen für Einkaufspreise auch anderen Netzbetreibern innerhalb und außerhalb Europas auf der Basis von Gegenseitigkeit anbieten. Im Gegensatz zu einer verordneten Roaming-Regulierung, die von der Europäischen Kommission vorgeschlagen wird, lässt die Initiative für freiwillige Preissenkungen auch Wettbewerbsspielraum zwischen den Mobilfunkbetreibern bei Preisen und Leistungen.
Die Netzbetreibergruppe lädt alle Betreiber im Europäischen Wirtschaftsraum ein, sich dem Übereinkommen zur Absenkung von Roaming-Preisen anzuschließen. Es ist damit zu rechnen, dass weitere Netzbetreiber beitreten und ähnliche Verpflichtungen mit Wirkung zum 1. Oktober 2006 eingehen werden.