Handy im Ausland: Manuelle Netzwahl teilweise sinnvoll

Während man früher vor Reiseantritt mühevoll Tarife vergleichen musste, um den günstigsten Anbieter zu erwischen, hat sich dies heutzutage weitgehend erübrigt. Die Preise für Telefonate nach Deutschland sind inzwischen vereinheitlicht. Nach Vorgabe der EU-Kommission sinken die Auslandstarife in diesem Sommer weiter.

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06.05.2009, 08:55 Uhr

Diesmal sogar für Telefonate und Kurzmitteilungen. Ob vor, während oder nach den großen Ferien, ist aber noch nicht sicher. Die Anbieter haben verschiedene Übergangsfristen vereinbart, es lohnt sich daher, vor dem Urlaub beim Netzbetreiber nachzufragen.
Bei grenznahem Aufenthalt automatische Netzwahl ausschalten
Vorsicht geboten ist beim Reisen entlang der deutschen Grenzen, warnt Roamingspezialistin Pia von Houwald vom Mobilfunkanbieter E-Plus. "Hier kann Roaming von Hand ausnahmsweise noch sinnvoll sein. Denn das Handy sucht sich automatisch den Sendemast mit der stärksten Sendeleistung. Der kann aber jenseits der Grenze liegen, so dass die höheren Auslandstarife über den dortigen Netzbetreiber fällig werden", so von Houwald.
Was ist zu beachten
Wo das Telefon sich eingeloggt hat, erkennt der Nutzer auf dem Display: spricht das Handy beispielsweise plötzlich Dänisch und zeigt einen fremden Netzanbieter, hat es sich funktechnisch bereits ins Nachbarland verirrt. Wer sich entlang der Grenze zu Dänemark, Holland, Belgien, Frankreich, Polen, Tschechien oder gar im Dreiländereck Deutschland-Österreich-Schweiz bewegt, kann die automatische Netzauswahl ausschalten und dann den inländischen Anbieter manuell auswählen. Das funktioniert oft auch auf der anderen Seite der deutschen Grenze, denn natürlich senden nahe gelegene deutsche Sendemasten ihre Funkwellen ebenfalls in das benachbarte Ausland.
International Roaming leicht gemacht
Telefonieren mit dem Handy im Ausland ist heutzutage leicht: Einfach das Mobiltelefon anschalten und lostelefonieren. Wer dabei unter anderem die oben genannten Tipps beachtet, wird beim International Roaming nicht in die Kostenfalle tappen.
Vorsicht ist jedoch bei Datentarifen im Ausland geboten. „Hier sind die europäischen Regelungen noch nicht so weit wie bei Telefonaten und SMS“, erklärt Tarifexperte Henrik Wolter von handytarife.de. „Deshalb sollten bei der Nutzung von UMTS Surfsticks für den Laptop im Ausland oder auch der Verwendung eines Blackberrys vorher genau die Kosten beim Anbieter erfragt werden.“ Nur so könnten böse Überraschungen bei den Handytarifen für das Ausland ausbleiben, so Wolter weiter.