Klingelton-Anbieter Zed unter Betrugsverdacht

Zed Germany, nach Branchen-Pionier Jamba der zweitgrößter Anbieter von Klingeltönen und Handyspielen in Deutschland, steht nach einem Bericht der Financial Times Deutschland (FTD) unter dem Verdacht, Leistungen fehlerhaft abgerechnet zu haben. Betroffen seien Kunden aller vier Mobilfunkbetreiber.  

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25.04.2006, 19:42 Uhr

Zed soll gekündigte Abos erneut aktiviert oder einfach nie existente Abos abgerechnet haben, so die FTD. Mehrfach hätten die Netzbetreiber dem Unternehmen in den vergangenen Monaten den Zugang zu ihren Abrechnungssystemen gesperrt, bei O2 bestehe diese Sperre immer noch. Zed-Geschäftsführer Dietmar Giese hingegen bestreitet die erhobenen Vorwürfe und behauptet, die Schuld an den fehlerhaften Abrechnungen trügen die Netzbetreiber.
Internetforen sind inzwischen voll von Berichten über zweifelhafte Abrechnungen. Vielen Kunden dürften Fehlbuchungen gar nicht aufgefallen sein, denn anstatt den damals gültigen Abopreis von 4,99 Euro einmalig abzurechnen, buchte Zed fünf Teilbeträge in Höhe von jeweils 99 Cent ab – eine reine Verschleierungstaktik, wie Verbraucherschützer dem Anbieter vorwerfen.
Längst hatte man sich in der Branche über die stetig steigenden Umsätze bei Zed gewundert. Denn während der Wettbewerber Jamba deutliche Umsatzrückgänge hinnehmen mußte verdoppelte Zed innerhalb eines halben Jahres den Monatsumsatz auf rund 4,6 Mio. Euro.
Wer also Dienste von Zed bezogen hat, sollte seine entsprechenden Abrechnungen genau unter die Lupe nehmen.