Kostenfalle bei UMTS-Telefonie

Nach vier Jahren Anlaufzeit und etlichen Milliarden Investitionskosten ist es soweit: Alle Provider bieten inzwischen eigene Tarife und Geräte für den neuen Mobilfunkstandard „Universal Mobile Telecommunication System“ an. Gab es Ende vergangenen Jahres etwa 25.000 Telefone und Karten der sogenannten dritten Generation (3G), so erwartet die Branche ein rasantes Wachstum auf rund 2,5 Millionen Geräte bis Ende 2005. Die neue Technik ermöglicht zahlreiche zusätzliche Funktionen, wie etwa Videotelefonie, Musik-Download, Versand von Mails und Fotos sowie großer Datenmengen in höherer Geschwindigkeit. Ohne Vertragsbindung liegen die Preise für UMTS-fähige Geräte derzeit bei ca. 400-800 Euro. Wird gleichzeitig ein Laufzeitvertrag abgeschlossen, so werden die Telefone, wie bisher GSM-Geräte auch, vom Anbieter subventioniert und kosten bisweilen lediglich 1 Euro. Durch die Vertragsbindung entstehen jedoch Folgekosten, so dass die Wahl des Providers gut überlegt sein will.

Handy Tarifvergleich© George Dolgikh / Fotolia.com
30.03.2005, 12:45 Uhr

Grundsätzlich gilt hier: Vorsicht bei vermeintlichen Schnäppchen, denn das UMTS-Handy für 1 Euro erhält nur, wer einen Vertrag mit bspw. 200 Freiminuten monatlich abschließt, und schon liegt die Grundgebühr bei 45 Euro pro Monat.
Ebenso Achtung beim mobilen surfen: Vodafone und O2 bieten bereits eine (grundsätzlich zu empfehlende) Flatrate an, mit der man unbegrenzt im jeweils netzinternen mobilen Internetportal surfen kann. Allerdings fallen bei Vodafone zusätzliche Gebühren an, sobald man sich auf netzexternen Seiten bewegt, was die Online-Kosten in die Höhe schnellen lässt. Für mobiles TV via UMTS läuft derzeit noch eine kostenlose Einführungsphase bis Ende des Jahres, ab dann wird der Kunde auch hier mit einem Preis von etwa 2-3 Euro pro Stunde außerhalb des Inklusivvolumens zur Kasse gebeten.
Die meisten Leistungen sind derzeit noch nicht wirklich preiswert zu nennen: Aktuelle Musikvideos aus den Charts lassen sich zum einmaligen Ansehen für 39 Cent bei Vodafone herunterladen, für 1,99 Euro können sie dauerhaft auf dem Handy gespeichert werden. Ein News-Infodienst mit aktuellen Nachrichten schlägt mit 19 bis 39 Cent pro Mitteilung zu Buche. Vor der Anschaffung eines UMTS-Endgerätes sollte außerdem beachtet werden, dass noch keine mit dem GSM-Standard vergleichbare Netzabdeckung gegeben ist, d.h. bislang sind primär Städte und Ballungsgebiete versorgt, während die UMTS-Versorgung insbesondere auf dem Land noch zahlreiche Lücken aufweist. Bis Ende 2005 müssen jedoch, wie von der Regulierungsbehörde vorgeschrieben, mindestens 50% der Bevölkerung versorgt werden. Bei Funklöchern kann auf die herkömmliche GSM-Versorgung zurückgegriffen werden, die UMTS-Features sind dann jedoch nicht nutzbar.