LG G3 - Die Präsentation des neuen Flaggschiffs

Um 18 Uhr unserer Zeit wurde am Dienstag das LG G3 in New York, San Francisco, London, Singapur, Seoul und Istanbul vorgestellt. Der Vorgänger G2 polarisierte mit Tasten, die auf der Rückseite angebracht wurden. Welche Neuerungen der Nachfolger mit sich bringt, erfahren Sie in unserem Bericht.

LG© LG Electronics
28.05.2014, 00:19 Uhr

Fast 10 Monate nach der Präsentation des Vorgängers im August letzten Jahres zeigt LG nun schon das G3, das die auf der Rückseite unter der Kameralinse angeordneten Tasten (lauter, leiser und Power) übernimmt. Dr. Ramchen Woo, seineszeichens Kopf der Smartphone-Planung, war der erste, der das neue Flaggschiff auf der Bühne vorzeigen durfte. Er beschwor das Mantra, das auch schon letztes Jahr im August gebetsmühlenartig wiederholt wurde: “Learning from you”. Er eröffnete dem Publikum: keine Komplexität sonder Einfachheit - das sei es, was die Koreaner von ihren Kunden gelernt haben.

Keine Innovationskraft

In einer komplexen Welt, wo die Technik zwar immer smarter wird, aber damit auch immer höhrer Anforderungen an den Anwender zu stellen scheint, kann dieses Motto seine Anhänger finden. Dessen Umsetzung entpuppte sich im Laufe der Pressekonferenz nicht als herausstechend innovativ, womit dich das LG G3 nahtlos neben Samsung Galaxy S5, Sony Xperia Z2 und HTC One M8 einreiht.

LG präsentiert einen weiteren Begriff, der zur Verwirrung beitragen kann: QuadHD. Nicht qHD, HD, FullHD oder UltraHD, sondern QuadHD. HD mit einem kleinen “q” vorangestellt bedeutet quarter HD und entspricht einem Viertel der HD-Auflösung. High-Definition entspricht etwa der Hälfte der Pixel-Zahl von FullHD und die neue UltraHD-Technik, die auch 4K genannt wird, kommt auf vier Mal so vielen Pixel wie FullHD. Der neue Begriff QuadHD ist das vierfache der HD-Auflösung - Summa summarum also der doppelten FullHD-Auflösung oder auch 2K.

Hardware auf dem neusten Stand

Das ist ein sehr hoher Wert. Nur wenige Fernseher lösen so hoch! Beim 5,5-Zoll-Display des G3 kommt man so auf eine enorme Pixeldichte von 538 Pixeln pro Zoll. Zum Vergleich: Das iPhone 5S kommt auf 326 ppi. Man dürfte also gestochen scharfe Bilder auf dem neuen Smartphone ansehen können, wenn Fotos und Videos auch dementsprechend aufgenommen wurden. Zum Beispiel mit der 13 Megapixel Kamera auf der Rückseite, die bei schwachem Licht von einer Dual-LED unterstützt wird. Dieses Technik, um Farben natürlicher einzufangen, kennen wir bereits vom aktuellen Flaggschiff aus dem Hause Apple.

Ein Laser-Auto-Fokus soll in knapp 0,3 Sekunden scharf stellen und die Funktion “Just Shoot” ermöglicht das Fokussieren und Fotografieren mit nur einer Berührung auf dem Bildschirm. Selfies macht die 2,1 Megapixel Frontkamera angeblich per Handzeichen, sodass nach dem Ballen der Faust ein Countdown gestarten wird. Wie gut das funktioniert muss der Praxis-Test zeigen.

Der Snapdragon 801 Quadcore-Prozessor mit 2,5 Gigahertz wird entweder von 2 oder von 3 Gigabyte Arbeitsseicher unterstützt. Welche Version es zu uns schafft ging weder aus der Präsentation noch aus der Pressemeldung hervor. Ebenso ist es beim internen Speicher, der sich auf 16 der 32 Gigabyte beläuft. Erweitert werden kann der Speicher in jedem Fall dank eines MicroSD-Slots, der bis zu 2 Terrabyte große Karten aufnehmen können soll. Da hat LG einen ganz tiefen Blick in die Kristallkugel geworden, weil vor kurzem erst die größte MicroSD-Karte mit 128 Gigabyte in den Verkauf gegangen ist.

So viel Technik, insbesondere der hochauflösende Bildschirm, brauchen natürlich Strom. Die Koreaner verbauen dafür einen 3000 mAh Akku, der kabellos aufgeladen werden kann. Das ist eine ordentliche Dimensionierung und das (mittlerweile!) Besondere daran ist, dass er ausgetauscht werden kann. Das bedeutet allerdings auch, dass die Rückseite im Gegensatz zum Vorgänger abnehmbar ist. Spätestens beim Abnehmen fällt dann auf, dass diese nur nach Metall aussieht und in Wirklichkeit aus Kunststoff gefertigt wird.

“Simple is the new smart”

Die Neuerungen der Software stellte Andrew Caughlin (Head of Mobile UK & Ireland) vor. Man kann nur Farbprofile für Apps einstellen, um zum Beispiel geschäftliche und private Anwendungen klar voneinander zu unterscheiden. Das “Smart Keyboard” lässt sich in der Größe anpassen. “Smart Notice” soll als persönlicher Assistent fungieren und unter anderem daran erinnern, wenn eine App länger nicht mehr genutzt wurde oder eine heruntergeladene Datei Speicher zu verschwenden scheint. Die weiteren Funktionen sind Google Now sehr ähnlich.

“Smart Security” trägt der Statistik Rechnung, dass 62 % der Smartphone-Nutzer ihr Handy nicht schützen. Die Funktion “Knock Code” konnten wir uns schom beim Mobile World Congress in Barcelona vorführen. Mit ”Content Lock” können Ordner und Dateien auf dem LG G3 mit einer Verschlüsselung versehen werden, was auch “Samsung Knox” auf dem Galaxy S5 beherrscht. Der “Kill Switch” zum Orten, Sperren und Löschen aus der Ferne wurde als Eigenentwicklung vorgestellt, doch das kann prinzipiell jedes Android-Smartphone, auf dem der Device Manager eingerichtet wurde.

Auf dem Handy läuft das Google-Betriebssystem in der aktuellen Version 4.4.2 und es kommt am 28. Mai in Südkorea auf den Markt. Wann der Verkauf hierzulande los geht und zu welchem Preis, wurde weder auf der Pressekonferenz gesagt, noch geht dies aus der Pressemitteilung hervor. Für Deutschland sind bisher die Farben schwarz, weiß und gold bestätigt. Der Vorgänger wurde innerhalb von acht Wochen weltweit eingeführt.

Jérôme Lefèvre / Redaktion handytarife.de