Mitfahrzentrale BlaBlaCars greift mit BlaBlaLines an

BlaBlaCars ist die weltweit größte Plattform, um eine Mitfahrgelegenheit zu finden. Dieses Angebot für gelegentliche Reisen wird nun um die App "BlaBlaLines" für regelmäßige Routen erweitert. Das Angebot verbindet zunächst die Städte Châlons-en-Champagne bis Reims und Toulouse bis Montauban. 2018 sollen Fahrten in ganz Frankreich möglich sein. 

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06.05.2017, 09:30 Uhr

In der App kann man sich als Fahrer registrieren, der regelmäßig bestimmte Routen zurücklegt. Das kann zum Beispiel die tägliche Fahrt zur Arbeit oder zum Sport und wieder von dort zurück sein. Dazu gibt der Fahrer an, zu welcher Uhrzeit er seine Fahrten normalerweise antritt. Im Vergleich zu der Mitfahrzentrale BlaBlaCars richtet sich die neue Plattform damit an Strecken mit 30 Kilometer statt Reisen von 300 Kilometer. Vorerst kann der neue Service nur auf Android-Smartphones genutzt werden.

Hier in Deutschland würde mit einem solchen Angebot das „grüne Gewissen“ angesprochen, um nicht tagtäglich alleine im Auto zu sitzen und Teil einer Blechlawine zu sein, die Stickoxide, Feinstaub und all die anderen, gerade in letzter Zeit, viel genannten chemischen Verbindungen in die Luft pustet. In Frankreich muss auf vielen Straßen Maut bezahlt werden. In den USA gibt es teilweise extra Fahrspuren für Fahrzeuge in denen mehr als eine Person sitzt. Gerade dadurch könnte der Anreiz dort deutlich größer sein, die Plattform "BlaBlaLines" zu nutzen.

Mitfahrer registrieren sich ebenfalls in der App und geben ihre Route ein. Daraufhin schaut "BlaBlaLines" nach, welche Fahrer die gewünschte Route am ehesten erfüllen, wobei der Treffpunkt - in Frankreich „Rendevous-Punkt“- stets so nah wie möglich an die Route des Fahrers gelegt wird. Der Mitfahrer wird wiederum so nah wie möglich an sein Ziel gebracht, ohne dass sich die eigentliche Route wesentlich verlängert. Das letzte Wort behält dabei stets der Fahrer. Er bekommt eine Push-Benachrichtigung, wenn jemand daran interessiert ist mitzufahren und kann die Anfrage ablehnen.

Vorerst soll der Service dieser App kostenlos sein. Nutzer müssen ihre Fahrten derzeit bar bezahlen, aber bis zum Ende des Jahres soll es auch eine Möglichkeit für Mobile Payment geben. Das erinnert ein wenig an das Startup Door2Door, das neben der App „Ally“ zur Reiseplanung auch den Fahrdienst „Allygator“ als Pilotprojekt in Berlin betreibt. Hier sind nicht Privatpersonen die Fahrer, es handelt sich um einen Shuttle-Service, dessen Route per App gebucht wird. Auf dem Weg werden dann Mitfahrer eingesammelt. Die Navigation erfolgt auf der Grundlage der aktuellen Beförderungswünsche und die Mitfahrer teilen sich die Fahrtkosten.