Motorola featuring Google: Das Moto X

Letzte Woche, Donnerstagabend: In New York erwachte ein vielleicht nicht schlafender, aber wenigstens dösender Riese, nachdem schon seit Monaten spekuliert wurde, ob er sich eindrucksvoll zurückmelden würde. Doch für Deutschland bleibt dies leider eine Randnotiz. Die Redaktion von handytarife.de fasst die Präsentation für sie zusammen.

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05.08.2013, 21:12 Uhr

Die Rede ist von Motorola und die Spekulationen zogen sich über den Zeitraum von der Übernahme durch Google bis Donnerstagabend, ob dem einstigen Giganten durch den neuen Hausherren wieder Leben eingehaucht würde. Kann die Integration von Motorola in den Google-Konzern Innovationen vereinfachen, wenn Betriebssystem und Endgerät aus einer Hand kommen, wie bei Apple?

Integration ist auf jeden Fall das Stichwort, um das wichtigste Feature vorweg zu nehmen. Das Moto X verfügt über eine Spracherkennung, die jederzeit reagieren kann, ohne dass man das Smartphone in die Hand nehmen muss. Mit den Worten „OK, Google Now“ weckt man die Spracherkennung auf und kann einfach eine Frage oder einen Befehl anhängen. Die obligatorische Frage nach dem Wetter wird genauso beherrscht, wie der Befehl, dass der Wecker doch bitte in 20 Minuten nochmal klingeln soll, wie ein Werbevideo eindrucksvoll beweist.

Das Moto X integriert sich als ständiger Begleiter in das Leben des Nutzers und soll wichtige Nachrichten von unwichtigen unterscheiden können, dadurch dass es eine Vorauswahl trifft, auf welche Meldungen man aufmerksam gemacht wird, indem sie auf dem Bildschirm erscheinen. So muss es auch nicht mehr aus dem Standby-Modus geweckt werden, wenn man auf die Uhr schauen will, denn es erkennt das Vorhaben und schaltet den Bildschirm ein. Dabei wurde stets betont, dass man sehr auf die Akku-Laufzeit geachtet hat, und so problemlos über den Tag kommen soll.

​Die angesprochene Integration soll auch durch Personalisierung des Designs erfolgen. Der „Moto Maker“ wird es ermöglichen, dass man unter über 2000 verschiedene Kombinationen von Vorder- und Rückseite, Akzenten, wie dem Ring um die Kamera-Linse, und internem Speicher wählen kann - bei Bedarf sogar mit persönlicher Gravur. Zum Beispiel gibt es von Beginn an Rückseiten in Holzoptik und für Ende des Jahres sind sogar Cover aus Echtholz angekündigt.

Die Zusammenstellung erfolgt auf einer eigens eingerichteten Internetseite. Die Produktion erfolgt dann in Texas, womit das Moto X das erste in den USA gefertigte Smartphone ist. Im Geschäft erhält man das Handy lediglich in den Farben schwarz und weiß. Aber auch eine große Anzahl von individualisierbarem Zubehör soll durch die Zusammenarbeit mit vielen Partnern angeboten werden, sodass man beispielsweise auch sein Headset farblich an das eigene Moto X anpassen kann.

Der aufmerksame Leser fragt sich nun vielleicht, warum noch keine technischen Daten genannt wurden, schließlich wurde doch von Motorola featuring Google einiges erwartet. Hier kommen wir zum ersten von zwei Wermutstropfen: Ein Hardware-Feuerwerk wurde nicht gezündet. Das Moto X ist 129,3 Millimeter lang, 65,3 Millimeter breit und 10,4 Millimeter hoch. Sein 4,7 Zoll Amoled-Bildschirm löst mit 720p auf und es wiegt 130 Gramm. Installiert ist nicht Android 4.3 sondern 4.2.2.

Das ist interessant, weil man doch bei der Nähe beider Konzerne mit dem aktuellsten Betriebssystem hätte rechnen können. Ob die Integration von Motorola in Google hier an ihre Grenzen gestoßen ist, wissen wir nicht. Wir wissen nur, dass man das Update auf Andoid 4.3 sehnlichst erwarten wird, da Bluetooth 4.0 LE und EDR zwar hardwareseitig vorhanden sind, aber ohne die neuste Version von Android nicht nutzbar sind. Der Akku ist mit 2200 mAh potent dimensioniert.

1,7 GHz Dual-Core Prozessor mit 2 GB Arbeitsspeicher lassen wir auf uns wirken und merken, dass es kein Kribbeln, keine Euphorie bei uns auslöst. Das sind fast die Leistungsdaten eines Samsung Galaxy S4 mini aus der oberen Mittelklasse, aber wenigstens soll die kleinere CPU zu guten Ausdauerwerten beitragen. Das Moto X gibt es in zwei Speicher-Varianten: 16 GB und 32 GB. Dazu gesellen sich noch für zwei Jahre 50 GB in der Cloud bei GoogleDrive „for free“.

Die Hauptkamera auf der Rückseite wird von einer Foto-LED unterstützt, löst mit 10  Megapixeln auf und kann Videos in 1080p aufnehmen. Der Sensor soll auch bei schlechten Lichtverhältnissen gut funktionieren. Die Frontkamera schießt Fotos mit 2 Megapixeln Auflösung und kann ebenfalls 1080p Videos drehen. Gefunkt wird in allen WLAN-Standards, auch 802.11ac, GSM, GPRS, EDGE, UMTS, HSPA+ und LTE. In welchen LTE-Netzen genau?

Diese Frage kombinieren wir mit der Frage: Wo bekomme ich das neue Smartphone von Motorola? Nicht in Deutschland, ist die Antwort. Somit interessiert uns auch nicht, welche LTE-Frequenzen das Moto X unterstützt und sind damit bei dem zweiten und schwerwiegensten Wermutstropfen angelangt: In den USA, Kanada und Lateinamerika wird es für 199 $ inklusive 2-Jahres-Vertrag in den Handel kommen. Motorola versprach zwar, ohne konkret zu werden, auch für den europäischen Markt etwas anbieten zu wollen, doch vorerst gehen wir leer aus.

​ Testberichte zu Motorola Handys

 
Jérôme Lefèvre / Redaktion handytarife.de