Neues bei Blackberry: Überholter Messenger und Z30

Blackberry hat heute ein neues Smartphone vorgestellt, das als erstes mit der neuesten Version des Betriebssystems Blackberry 10 OS läuft. Das Update mit der Kennziffer 10.2 bringt einige Neuerungen. Um zu sehen, welche Features das Betriebssystem bisher bereits geboten hat, können sie sich unseren Testbericht zum Blackberry Z10 durchlesen.

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18.09.2013, 16:05 Uhr

Der Blackberry Z30 ist vielleicht das letzte Smartphone der Geräte-Sparte unter der Regie von Blackberry, die den verlustigen Bereich gerne veräußern würden, wie es vor kurzem Nokia getan hat.
Ob das Z30 nun Nachfolger vom Blackberry Z10 ist oder eine Koexistenz angestrebt wird, lässt sich noch nicht mit Bestimmtheit sagen. Ein paar Vergleiche lassen sich aber schon ziehen. Das Super-AMOLED-Display des Z30 ist um 0,8 Zoll größer und misst somit 5 Zoll in der Diagonalen. 2 Gigabyte Arbeitsspeicher und ein 1,7 Gigahertz Quad-Core-Prozessor versprechen ein ordentliches Arbeitstempo. Schon das Z10 hatte mit genauso viel Arbeitsspeicher aber "nur" einer 1,5 Gigahertz Dual-Core-CPU keine Schwächen offenbart. Das Software Update bringt Blackberry Natural Sound auf das Z30, das in Verbindung mit seinen Stereo-Lautsprechern ein natürliches und realistisches Hörerlebnis vor allem bei Voice- und Video-Chats über den Blackberry Messenger verspricht.
Eine neue, dynamische Antennen-Technologie soll weniger Gesprächsabbrüche und bessere Datenraten gewährleisten und die stärkste jemals von Blackberry verbaute Batterie, die sich nicht wechseln lässt, fasst 2880 mAh. Damit soll der Akku 25 Stunden im nicht näher spezifizierten "mixed use" durchhalten. Das Z30 hat eine 3,5 mm Klinken-Buchse und Anschlüsse für Micro-USB und Micro-HDMI. Über einen Adapter können an die Micro-USB-Buchse auch andere USB-Speicher-Medien angeschlossen werden. Unter dem Rückendeckel liegen Slots für die Micro-SIM- und eine Micro-SD-Karte.
Nächste Woche beginnt der Verkauf in Großbritannien und im Nahen Osten. Weitere Länder sollen folgen. Der Preis wurde noch nicht verkündet. Das Update auf Blackberry 10.2 OS wird ab Mitte Oktober für die Modelle Z10, Q10 und Q5 ausgerollt.
Kommunikatiosnzentrale mit Überblick
Der Blackberry Hub wird um die Funktion Priority Hub erweitert. Bereits auf dem Z10 hatte uns die Idee begeistert, dass es im Smartphone eine Schaltzentrale für sämtliche Nachrichten gibt, wo alle Nachrichtenstränge aus sozialen Netzwerken, SMS, E-Mail, Kalender etc. zusammenlaufen.
HTC sprang auf den Zug auf und installierte den Blinkfeed und zurzeit testet einer unserer Redakteure den Messenger "Disa", der sich noch in der Entwicklungsphase befindet und die Benachrichtigungen aus Whatsapp, SMS, Google Hangouts, Viber, Hike, Facebook usw. zusammenfassen soll. Dies soll auch ein erster Schritt sein, um die Nachrichtenflut übersichtlicher zu machen, indem Konversationen mit einer Person zusammengefasst werden, egal über welche Dienste sie gelaufen sind. Eine ähnliche Idee hat Blackberry mit dem Priority Hub, der noch mehr Informationen verwaltet, als Disa und deswegen Gefahr läuft zu überfrachten. So lernt der Hub nun mit der Zeit, welche Informationen und Konversationen wichtig für den Nutzer sind und kann sie nach Priorität ordnen.
Überarbeiteter Messenger
Der Blackberry Messenger erfährt ein Update, sodass man während eine andere App genutzt wird eine Vorschau der empfangenen Nachricht sieht, sie durch Antippen lesen kann und auch beantworten kann, ohne die laufende App verlassen zu müssen. Der Messenger-Dienst von Blackberry soll auch in Kürze für Android und iOS erscheinen. So könnte betriebssystemübergreifend kommuniziert werden, wie es auch schon mit Whatsapp möglich ist, allerding mit einem wesentlich höheren Sicherheitsstandard und umfangreicheren Funktionen.
Der BBM ist zum einen sehr gut verschlüsselt, weswegen ihn nicht nur Regierungseinrichtungen nutzen, sondern er auch zur Organisation der Krawalle in London (Riots) im Jahr 2011 beitrug, ohne dass die Regierung darauf zugreifen konnte. Im Nachhinein sicherte Blackberry, die damals noch RIM hießen, der britischen Regierung zu, dass man bei der Aufklärung von Verbrechen helfen wolle. Dass die Daten so gut verschlüsselt sind, hat nach den Enthüllungen von Edward Snowden, durchaus an Aktualität gewonnen und könnte Kunden zum Wechseln bewegen.
Außerdem sind mit dem Messenger nicht nur Video-Chats möglich, sondern es gibt eine echte Lesebestätigung. Bei Whatsapp sind nach dem Versenden einer Nachricht zwei Häkchen anhängig. Das erste bedeutet, dass die Nachricht an den Whatsapp-Server versendet wurde, das zweite, dass der Whatsapp-Server die Nachricht an den Empfänger weitergeleitet hat. Ob dieser sie dann auch gelesen hat steht auf einem ganz anderen Blatt. Der BBM markiert versendete Nachrichten mit einem "D" für delivered und einem "R" für read.
Des Weiteren fällt bei ihm die unsägliche Funktion weg dass angezeigt wird, wann man zuletzt online war und den Versender auf heiße Kohlen setzt, da die Nachricht doch übermittelt wurde, der Empfänger danach noch online war, aber dann nicht mehr antwortet. Stalker werden diese Funktion beim Blackberry Messenger hingegen vermissen. Ob der Dienst für andere Betriebssysteme ebenfalls kostenlos sein wird, steht noch nicht fest, wie auch das Veröffentlichungsdatum. Die Installationsdatei für Android ist bereits im Netz aufgetaucht, kann aber nicht genutzt werden, weil man an der Registration scheitert, da diese nur für zugelassene Tester möglich ist.
Die Homologationsreglementierung von Apple durchläuft die App angeblich im Moment. Dass der Marktstart kurz bevor stehen könnte beweist auch ein Tweet von Samsung Nigeria, die vermeldeten ein Exklusivrecht auf die App für 3 Monate zu haben, was Blackberry aber dementierte.