Schluss für E-Plus?

Die FTD berichtet, dass der spanische Konzern Telefonica Interesse an der Übernahme der E-Plus Muttergesellschaft KPN hat. Da die Telefonica bereits o2 besitzt, müssten die Frequenzen eines der beiden Netze abgegeben werden, so ist es vorgeschrieben. Spekuliert wird, die Kunden von E-Plus an o2 weiterzugeben.

E-Plus© Telefónica Germany GmbH & Co. OHG
23.04.2008, 11:15 Uhr

Die Financial Times Deutschland schreibt, dass es zwar noch keine konkreten Übernahmegespräche, jedoch durchaus strategische Gedankenspiele bei der Telefonica gebe.
KPN attraktiver Übernahmekandidat
Da o2 in Deutschland derzeit etwas schwächelt dürfte E-Plus für die Spanier durchaus interessant sein: Die KPN-Tochter legte im Gegensatz zu o2 nämlich zu. Die Strategie, Submarken wie simyo, Ay Yildiz oder Base zu schaffen und damit enger eingegrenzte Zielgruppen anzusprechen, scheint sich auszuzahlen.
Netz von o2 zukunftsfähiger
Auf der anderen Seite hinkt E-Plus immer noch mit dem Netzausbau hinterher: Insbesondere hinsichtlich der UMTS-Versorgung, der Basis für schnelle Datenverbindungen, die die Zukunft im Mobilfunk-Geschäft sein werden, liegt E-Plus deutlich hinter den Wettbewerbern zurück. Diese betreiben teilweise schon großflächig HSDPA, eine beschleunigte Form von UMTS, das Datenübertragungen von bis zu 7,2 Mbit ermöglicht.
E-Plus Kunden ins o2 Netz schieben?
Aufgrund der Lizenzbedingungen müsste bei einer Übernahme eine der beiden Lizenzen wieder abgegeben werden. Deshalb spekuliert die FTD, dass Telefonica auf das zukunftssicherere Netz von o2 setzen würde. Man hält es für denkbar, die Kunden von E-Plus auf das o2-Netz zu übertragen und die Marke E-Plus einzustellen. E-Plus Submarken wie simyo oder Base könnten dagegen bestehen bleiben: Hier sieht man das Potential Kundengruppen anzusprechen, die o2 bislang nicht erreichen konnte.
Die Zusammenführung von E-Plus und o2 würde mit ca. 27 Mio. Kunden den drittgrößten Anbieter hinter den beiden Platzhirschen T-Mobile und Vodafone mit je rund 34 Mio. Kunden schaffen. Wie realistisch das gesamte Szenario ist und wie schnell es überhaupt umgesetzt werden könnte bleibt jedoch fraglich.