Smart-Home-Showroom eröffnet in Düsseldorf

Delta Dore ist eine französische Firma, die all ihre Produkte im Heimatland entwickelt und produziert. In Düsseldorf eröffnete nun ein Showroom, um die Funk-Haustechnik und Smart-Home-Lösungen vorzuführen. Wir waren vor Ort und haben selber testen können, wie man eine alte Lampe "smart" machen kann.

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19.01.2017, 19:27 Uhr

Seit der Firmengründung 1970 hat sich einiges getan. Während kompexe Schalt- und Alarmanlagen hauptächlich in professionellen Bereichen ihre Abnehmer fanden, möchten Kunden heute ihr Heim per Video überwachen und jederzeit auf das Live-Bild zugreifen, ihre multimediale Unterhaltungselektronik für jeden Raum seperat bedienen können und Strom und Heizung energieeffizient schalten.

Zu diesem Zweck bietet Delta Dore mittlerweile drei Versionen des Modems "Tydom", das mit einem Netzwerkkabel mit dem Router verbunden wird, um eine Verbindung zum Internet und über das WLAN des Routers auch zum Smartphone, auf dem idealerweise die gleichnamige App installiert ist, herzustellen. Das konnten wir auch schon testen und ging mit unserem Tydom 1.0 tatsächlich so einfach von der Hand. Das Modem funkt seine Befehle, die in der App gesteuert werden, mit dem proprietären Funkstandard "X3D", der auf seiner Frequenz weder durch Mobilfunk, noch durch Wifi beeinflusst wird, und durch seine Dateneffizienz mit 10 Jahren eine deutlich längere Akkulaufzeit der Empfänger zulässt, als zum Beispiel der Smart-Home-Standard "ZigBee".

Die Module zur Nachrüstung elektrischer Anlagen werden unterputz am Schalter, der Steckdose oder in der Zwischendecke platuiert. Wer einen Neubau plant, kann die Stromkreise über einen aufgeräumten Schaltschrank smart machen. Weitere Module lassen auch die Steuerung der Heizung zu. Außerdem lässt sich eine Alarmanlage integrieren.

Steuerung im Live-Bild

Die angelernten Module tauchen in der App auf. Hier lässt sich auch ein Foto des Raums hinterlegen, auf dem dann die Schalter "verlinkt" werden können, sodass man auf dem Foto einfach auf den Deckenfluter tippen muss, um ihn ein und aus zu schalten oder zu dimmen. Mit dem bald erhältlichen Tydom 3.0 lässt sich eine 360 Grad Kamera verbinden, die nicht nur die rundum Überwachung eines Raums ermöglicht, sondern auch die Funktionen durch Tippen auf den steuerbaren Gegenstand in dem Live-Bild schaltet. Mit der neusten Generation des Tydom werden auch einige Smart-TVs bedient.

Sobald eine Kamera eingebunden werden soll, wird allerdings eine ander App mit dem Namen "Tydom HD" benötigt. Schöner wäre die Zusammenführung beider Apps. So könnten die Franzosen den Platz als zentrale Steuereinheit einnehmen. Dafür besteht auch schon die Kompatibilität zu den smarten Glühbirnen Philips Hue und den Musikanlagen von Sonos. Weitere Hersteller sollen folgen. Der ebenfalls unterstützte KNX-Standard, ermöglicht die Verbindung zu anderen Geräten mit diesem offenen Funk-Standard, wobei zur Einrichtung das Know-how eines Netzwerk-Spezialisten benötigt wird.

Mit regelmäßigen Updates der App und der Tydom-Firmware möchte Delta Dore dem Thema Sicherheit Rechnung tragen, das schon länger angemahnt wird und zuletzt durch einen groß angelegten Hacker-Angriff auf smarte Haushaltsgeräte Aufmerksamkeit auf sich zog. Im gebäude haben die Module eine Richweite von bis zu 30 Metern und jeder Empfänger dient als verstärker von Signalen, die von weiter weg gesendet werden.

Opas Lampe wird smart

Die Preise für die Umrüstung der eigenen vier Wände müssen beim Elektriker des Vertrauens erfragt werden, denn Delta Dore beliefert nur Großhändler. Da die Module in der Regel direkt an 230 Volt angeschlossen werden, sollten das auch nur Spezialisten machen. Der Elektriker braucht auch keine spezielle Schulung. Die Konfiguration in der App kann der Kunde dann selber übernehmen. 

Dennoch sind natürlich ein paar Hausnummern interessant. So kostet die Tydom 1.0 Box zur Steuerung der Module 119 Euro im Einkauf. Lichtschalter, Steckdosen und elektrische Rollläden lassen sich für 58 bis 75 Euro nachrüsten und ein Funk-Schnurzwischenschalter kostet 61 Euro. Einen solchen haben wir mitgenommen und so eine alte Lampe smart gemacht.
 

Dafür wird der alte Schalter durch einen zugegebenermaßen klobigeren ersetzt, der über einen Taster verfügt. Er steuert nun das Licht und durch gedrückt halten der Taste wird der Konfigurationsmodus gestartet, um die Lampe in der App anzulernen. Der Schalter wird von der Applikatioen schnell gefunden und zugeordnet. Dafür wird er benannt und kann auch mit einem Foto versehen werden.

Nun kann die Lampe auch auf einem hinterlegten Foto des Raums markiert werden, sodass sie per Berührung des entsprechenden Bildbereichs ein- und ausgeschaltet wird. Die App kann übrigens das optional erhältliche Touch-Panel ersetzen, das sonst mit 712 Euro im Einkauf zu Buche schlägt. Die Applikation dient auch als Zeitschaltuhr oder es können ganzen Szenarien hinterlegt werden, welche Geräte stets gemeinsam geschaltet werden sollen, ob wochentags oder am Wochenende oder mit einem Profil für den Urlaub, das Anwesenheit suggeriert. 

Alles in allem eine vielfältiges System, dessen Funktionsumfang in einem solchen Showroom erlebbar wird. Ob man ein "Smart Home" braucht? Mit Türkontakten den Süßigkeitenschrank überwachen? Mit einer Kamera in der Garage im Blick haben, ob die Ehefrau schon daheim ist oder noch ein Bier im Golf-Club getrunken werden kann? Oder um zu kontrollieren, ob der Ehemann wieder Chips auf dem weißen Sofa isst... So vielfältig die Möglichkeiten sind, die sinnvolle Nutzung hängt auch vom Anwender ab.

Jérôme Lefèvre / Redaktion handytarife.de